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Vittorio "Stalliere" Mangano  

 

Vittorio Mangano

Paolo Borsellino

Hier das Interview an Paolo Borsellino von Jean Pierre Moscarda und Fabrizio Calvi vom 19. Mai 1992. Das Interview fand 4 Tage vor dem Anschlag von Capaci (PA) statt, in dem Richter Giovanni Falcone ums Leben kam. 2 Monate nachdem Interview, am 19. Juli 1992, kommt Paolo Borsellino selbst bei dem Anschlag von Via d'Amelio ums Leben. Das Interview wurde von Rai Uno übertragen, andere Fernsehsender wollten das Interview nicht ausstrahlen. Zu heftigen Kritiken kam es als die italienische Fernsehshow "Satyricon" das Interview lächerlich macht. Doch das Interview wurde erst im April 1994 ausgestrahlt. Das Interview beginnt mit einer Erklärung seitens Borsellinos:

Borsellino: "Ja, Vittorio Mangano habe ich schon vor dem Maxi-Prozess kennengelernt, um genau zu sein zwischen 1975 und 1980, während den Ermittlungen wegen einer Reihe von Erpressungen an private Arztpraxen in der Provinz Palermo. Mangano wurde wie von Buscetta als auch von Contorno als "Uomo d'onore" (Ehrenmann) der Cosa Nostra bezeichnet."

Journalist: "Ehrenmann welcher Familie?"

Borsellino: "Ehrenmann der Familie Pippo Calò, die der Familie die Palermo-Porta Nuova kontrolliert, die Familie zu der auch Tommaso Buscetta ursprünglich zugehörte. Mangano ist auch bekannt durch die Ermittlungen gegen Spatola, die von Giovanni Falcone angeführt wurde. Man fand damals heraus das Vittorio Mangano in Mailand wohnte und von dort aus Drogengeschäfte mit den Familien aus Palermo tätigte."

Journalist: "Und dieser Vittorio Mangano hat in Mailand mit Drogen gehandelt?"

Borsellino: "Vittorio Mangano, wenn wir uns jetzt auf diese Sache beschränken wollen, war sozusagen der wichtigste Mann für die Cosa Nostra in Mailand und Umgebung. Er führte telefonate von Mailand nach Palermo, wobei er mit einem anderen Mafioso Termine für das Eintreffen des Heroins vereinbarte. Sie benutzten dafür aber Geheime Passwörter wie Krawatten oder Pferde."

Journalist: "Also, sie als Experte würden sagen das Mangano wenn er Pferde sagte Heroin meinte?"

Borsellino: "Ja, unter anderem. Ein Pentito bestätigte dies und Mangano wurde wegen Drogenhandel verurteilt."

Journalist: "Hat dell'Utri mit dieser Sache was zu tun?"

Borsellino: "Dell'Utri war kein Angeklagter des Maxi-Prozesses, soweit ich mich erinnern kann. Ich weiss das es gegen ihn Ermittlungen gab und auch die mit Mangano zusammenhängen."

Journalist: "In Palermo?"

Borsellino: "Ja, im Moment ist ein Verfahren am laufen, die Details kenne ich aber nicht."

Journalist: "Marcello dell'Utri oder Alberto dell'Utri?"

Borsellino: "Also ich kenne die Details wirklich nicht, aber es wird von beiden geredet."

Journalist: "Die Brüder?"

Borsellino: "Ja."

Journalist: "Die von Publitalia '80 (Werbekonzern)?"

Borsellino: "Ja."

Jounalist: "Alles weil dell'Utri und Mangano am Telefon über Pferde sprachen?"

Borsellino: "Äh, ich glaube nicht das es normal ist sich Pferde ins Haus schicken zu lassen. Wenn ich Pferde bestelle bringe ich sie in einen Stall, aber nicht nach Hause."

Journalist: "Gibt es einen Komplizen von Marcello dell'Utri? Weil Filippo Rapisarda behauptet dieser dell'Utri wurde ihm von einem der Familie Stefano Bontade vorgestellt."

Borsellino: "Palermo ist die Stadt mit den meissten Cosa Nostra Familien auf Sizilien. Die Zahl beträgt 2000 Ehrenmänner. Allein die Familie Bontade zählt über 200 Mitglieder. Alle Familie bildeten EINE Cosa Nostra Organisation und somit kannten sich die meissten auch untereinander. Deshalb ist es gut möglich das Rapisarda die Wahrheit sagt."

Journalist: "Haben sie schon von Rapisarda gehört?"

Borsellino: "Ich weiss das es ihn gibt, aber mehr auch nicht."

Journalist: "Weil Rapisarda und dell'Utri Geschäfte mit Cancimino machten, durch Kontakte von Alamia."

Borsellino: "Das Alamia mit Cancimino im Geschäft war weiss ich und ich glaube das ist auch schon ein Teil eines vergangenen Prozesses. Was Rapisarda und dell'Utri anbelangt weiss ich nichts, weil ich nie persönlich an Ermittlungen gegen Rapisarda beteiligt war."

Journalist: "Kommt es ihnen nicht komisch vor das gewisse grosse Persönlichkeiten aus der Inustrie und Poltik wie Silvio Berlsuconi und die dell'Utri Brüder Kontakte zu Männern wie Mangano haben?"

Borsellino: "Anfang der 70er Jahre, fing die Cosa Nostra selbst an eine Einnahmequelle zu sein, in dem Sinn das wenn man in sie und ein bestimmtes Geschäft investiert hat, praktisch ein Monopol auf dem Markt hatte, wie z. B. der Drogenmarkt. Cosa Nostra fing an enorme Massen an Kapital zu investieren, natürlich um Profit daraus zu schlagen. Das Geld wurde meisstens ins Ausland deportiert und das ist erklärt auch den Kontakt zwischen der Cosa Nostra und denen die sich um solche transaktionen kümmern."

Journalist: "Sie sagen mir also das es normal ist das die Cosa Nostra sich für Leute wie Berlusconi interessieren?"

Borsellino: "Es ist normal das wer Inhaber eines grossen Konzerns ist und viel Geld besitzt leicht in Versuchung kommt Geld zu waschen."

Journalist: "War Mangano ein grosser Fisch?"

Borsellino: "Ja, ein sehr grosser. Er war einer der Männer die man auch als Brücke bezeichnen kann, als Kopf der Brücke einer Mafia Organisation in Nord Italien."

Journalist: "Man sagt das er für Berlsuconi gearbeitet hat."

Borsellino: "Ich kann es ihnen so jetzt nicht sagen, auch weil ich als Richter sehr vorsichtig sein muss was ich sage über Dinge über die ich mir nicht sicher bin. Ich weiss das Ermittlungen laufen. Ich weiss nicht wegen was Ermittelt wird, nur das sie strengster Geheimhaltung unterliegen. Das ist eine Sache die mich nichts angeht. Ich bin nicht der Richter in dieser Sache, also fühle ich mich auch nicht autorisiert ihnen darüber was sagen zu können."

Journalist: "Gibt es immernoch eine laufende Ermittlung?"

Borsellino: "Ja."

Journalist: "Über Mangano und Berlusconi in Palermo?"

Borsellino: "Ja!"

 
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