Korrespondenz
November 2006
Betreff:
Thesenpapier zum Treffen am 18.12.04
Warum es sinnvoll ist und sogar notwendig ist die Geschichte und die Natur des Menschen zu verstehen um mit dem Aufkommen immer grösserer Massenproteste gegen die sich immer mehr zuspitzenden Lebensbedingungen, so handeln zu können damit daraus eine kollektive weltweite Bewegung wird die es ermöglicht eine neue Gesellschaftsform zu erkämpfen. Oder anders gesagt: Warum es notwendig ist gesellschaftshistorische und naturhistorische Zusammenhänge zu verstehen um Handlungskonzeptionen zu erarbeiten die es ermöglichen kollektiv und weltweit für eine zukünftige Gesellschaft zu kämpfen.
Entgegen der verbreiteten Meinung das man um die Nöte und das Leid der Welt anzugehen im eigenen Bereich tätig werden muss und weil dieser zu klein ist man sich durch die freie Wahl der verschiedensten Institutionen (auch jener die nicht zugeben eine Institution zu sein wie sog. Selbsthilfegruppen die längst systemimmanent geworden sind oder sein werden) gesellschaftlich betätigen soll, führt eine wissenschaftliche weil wahrheitssuchende Herangehensweise, wenn man dabei bleibt, zu einem anderen Schluss. Tut man dies mit dem Willen, die auf einen zukommende Probleme wirklich Schritt für Schritt zu lösen, wird man sich aus Einsicht wenn möglich mit anderen zusammentun. Bis man fündig wird kann das lange Zeit dauern, da es nur wenige Gruppen gibt die sich nicht im Rahmen der allgemeinen Medieninhalten auseinandersetzen sondern sich mit der Kontinuität der Arbeiterbewegung verbinden und so sich die Erfahrungen aus der Vergangenheit bewusst machen, daraus lernen und die Erkenntnisse auf die heutige Situation anzuwenden versuchen (durch Analyse der Situation) um wiederum aus der Realität der Aktivitäten durch Diskussionen (Austausch) zu lernen.
Wie heute so aus der Geschichte, aus den schon vorhandenen grundsätzlichen gesellschaftshistorischen (gewonnen aus den Erfahrungen der Arbeiterbewegung) und naturhistorischen Analysen lernen, um die gewonnenen Erkenntnisse, mit dem Ziel einer neuen Gesellschaftsform, konkret und wirksam anwenden zu können.
Hier ist zwischen Alltag und Kampfphasen (Streiks...) zu unterscheiden.
Ohne Bezug auf die vergangenen und gegenwärtigen Kämpfe der Arbeiter ist der Versuch zur Erkämpfung einer neuen Gesellschaftsforschung utopisch.
Das ist eine wesendliche Erkenntnis des historischen Materialismus. Deshalb gilt es sich im Tun eben darauf zu beziehen. Das alltägliche Bemühen darum geht schnell unter wenn man nicht an einer Organisation, wie oben beschrieben, teilhat auf deren weiter gefasste Arbeit man sich beziehen kann ohne im Alltag unterzugehen (die herrschende Ideologie ist die Ideologie der Herrschenden).
Eine "wissenschaftliche Beweisführung" ist heute im herkömmlichen "wissenschaftlichen" Sinne nicht möglich, doch gilt es die gemachten Analysen und das Tun ständig an der Wirklichkeit zu prüfen um weiterzukommen (z.B. die zur Zeit aufkommenden Streiks in verschiedenen Ländern und Konzernen, die Situation der Industrienationen zueinander und gegenüber der Arbeiterklasse) ansonsten bleibt man stehen. Dazu ist es notwendig die Gesellschaftsgeschichte zu verstehen. Da wir selber beides sind Natur und Gesellschaft müssen wir auch unsere Naturgeschichte verstehen um miteinander weiterzukommen. Und da es immer notwendig ist natürliche Gesetzmässigkeiten zu verstehen um im Sinne des Menschen darauf einzuwirken ist es in der heutigen Situation zumindest notwendig sich dessen Bewusst zu sein.
Es ist für jeden Menschen notwendig aus den eigenen Fehlern und denen anderer (Tradition) zu lernen insofern ist das für die gesamte Gesellschaft beschriebene im gewissen Sinne banal, doch weil die Handhabung und eben auch die Bewusstwerdung der schon vorhandenen gesellschaftlichen Erkenntnisse der Arbeiterklasse eben im Kräfteverhältnis zur herrschenden Situation und Ideologie steht, geht es eben darum dieses Kräfteverhältnis zu verstehen um den Bewusstwerdungsprozess der Arbeiter weltweit zu fördern, damit Sie in der Lage ist eine neue Gesellschaftsform zu erkämpfen.