Korrespondenz -

Politischer Diskussionszirkel Rheinland

Korrespondenz

August 2008

Betreff: Anmerkung von Pe zur Diskussion im Zirkel über Lohnarbeit Juni 08


Das allgemeine Verhältnis der Arbeiterklasse zur Gesellschaft ist die Lohnarbeit. dieses Verhältnis wirkt sich auf die gesamten Lebenstätigkeiten aus, ob wir dies nun wollen oder nicht.

Das Verhältnis zur Lohnarbeit bewegt sich mit den gesellschaftlichen Veränderungen insgesamt.

Mit zunehmender Produktivität und Globalisierung vermindern sich die kauffähigen Absatzmärkte und steigt die Konkurrenz um diese. Je weniger die zunehmenden Konflikte zwischen den Nationen wirtschaftlich, durch verschiedene Strategien bzw. diplomatisch gelöst werden können, um so mehr wird die global strategische Auseinandersetzung bestimmend. Dieser Prozess benötigt die verstärkte Verwertung und die Ideologisierung der Arbeiterklasse, da die Nation die produzierten Waren, aufgrund der verstärkten Konkurrenz um Absatzmärkte, schlechter absetzen kann und da der Staat erhöhte Staatsausgaben für die Einflussnahme gegenüber den nationalen Konkurrenten, wobei wechselnde strategische Allianzen genutzt werden - insbesondere in strategisch wichtigen Erdteilen-, benötigt. Es wird letztendlich eine militärische "Manövriermasse" von sog. Hilfsorganisationen, Transport und Kommunikationsunternehmen bis hin zu Kampfeinheiten benötigt.

Zunächst versteckt hinter "Wettkämpfen" wie im Sport, ... der Religion... soll sich die Arbeiterklasse indirekt und verschleiert mit den Interessen der Nation identifizieren, bzw. daran gehindert werden, sich diesen entgegenzustellen. Hierbei greift die herrschende Klasse, der Staat in alle Lebenszusammenhänge ein, um den gesellschaftlichen Prozess in die von ihnen angestrebte Richtung zu selektieren nach dem Motto "Verhalte dich letztendlich staatskonform oder stirb!". Vieles von dem geförderten Verhalten erscheint auf den ersten Blick nichts mit Staatskonformität zu tun zu haben, bei genauerer Betrachtung zielen die Förderung und die Isolierungsversuche aber genau darauf ab. Angefangen mit der sog. "Familienpolitik", die entweder kontrollierbar "familiär" gemacht wird oder direkt staatlich über Erziehungsstätten oder "staatlich geprüfte" Erzieher kontrolliert und gelenkt werden soll, über die Ideologisierung zur Lenkung der "Frauenbewegung" zur profitablen Verwertbarkeit und Ausspielung und Isolierung der Arbeiterinnenbewegung. Bei der Lenkung der "Frauenbewegung" wird versprochen, man könne auf diese propagierte Weise aus der Unterdrückung herauszukommen. Die Generationen werden gegeneinander ausgespielt, indem den dem Kapitalismus eigenen und nützlichen Verhaltensweisen tolerant begegnet und so eine kritische Auseinandersetzung innerhalb der Arbeiterbewegung verhindert werden soll. All diese Inszenierungen bzw. Ausspielungen wirklicher Verhältnisse fördern nicht die kollektive Auseinandersetzung innerhalb der Arbeiterklasse, sondern die Verwirklichung der global strategischen Interessen des nationalen Kapitals, welche grundlegend auf die Verwertung und Vernutzung der Arbeiterinnen angewiesen ist, ohne die zunehmenden Widersprüche auf wirtschaftlicher ökologischer und menschlicher Ebene lösen zu können.

Die Versuche der einzelnen Arbeiter aus ihrer Isolation raus zu kommen sind spürbar. Es ist dabei aber wichtig dass diese Versuche nicht in der vermehrten Ideologisierung und Verwertbarkeit für ein Gesellschaftssystem, welches keine menschliche Zukunft erkennen lässt, untergehen, indem sie sich dem allgemeinem Strom hingeben, ohne sich darüber gesellschaftlich bewusst zu werden, ohne zusammenzukommen, sich gemeinsam zu wehren, den Verhältnissen auf den Grund zu gehen und eine zukünftige Perspektive zu entwickeln.

pe

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