Zusammenfassung der Diskussion im Oktober 2004:
"Warum sich für eine neue Gesellschaftsform einsetzen wenn wir diese nicht mehr erleben werden?"
Kurze Klärung über den Verlauf des Treffens.
Kurze Absprache über wie korkrete Zielsetzungen weiter zu verfolgen sind (Kontaktaufnahme mit anderen Gruppen).
Referat zur Einführung: "Plädoyer, warum es sich lohnt für eine zukünftige Gesellschaftsform einzusetzen"
Wenn man der gängigen Meinung Glauben schenkt das Menschen schon immer so waren wie Sie es den gesellschaftlichen Verhältnissen entsprechend in der gegenwärtigen Gesellschaftsform sind, habgierig, eifersüchtig, neidisch...dann kann man nicht wirklich verstehen wie die Gattung Mensch in den Gesellschaften bevor sich Klassengesellschaften herausgebildeten überlebt haben.
Es lohnt sich für eine neue Gesellschaftsform einzusetzen weil dies durch die Teilnahme an organisierten Diskussionen ermöglicht, sich ohne erdrückende Konkurenz weiterzubilden, allgemeine gesellschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen und dadurch z.B. die Beziehung zu Vorgesetzten aber auch zu Kollegen besser einzuschätzen und handhaben zu können (sich nicht mehr so oft unnütz über andere zu ärgern).
Es lohnt sich auch weil wenn man sich bis zum Lebensende für eine zukünftige Gesellschft eingesetzt hat, dem Tod besser entgegensehen kann.
Diskussion:
Lob an die Referentin für das ergreifende Referat.
Anmerkungen in der Runde:
Bedeutung der Vorgeschichte des Menschen. Diese beginnt mit der Abspaltung von unseren nächsten Verwandten, durch die sich von der Waldlandschaft zur Steppe verändernden Umwelt, in der unseren frühen Vorfahren nur als Horde überlebten. Das Wesen des Menschen ist (notwendigerweise) das alles einbeziehende Gemeinschaftswesen.
Der Mensch ist weder gut noch böse. In einer zukünftigen Gesellschaftsform wird es nicht nur Harmonie geben und es wird eine andere Form der Konkurenz geben.
Warum geben manche Menschen den begonnenen Einsatz für eine zukünftige Gesellschaft auf, wo andere weitermachen?
Wenn keine Lösung für konkrete Wiedersprüche mit denen ein Mensch (mit besonderem Werdegang) lebt erzielt werden kann.
Bedeutung des Willens zur Problemlösung, dem Willen aufzubrechen, weiterzugehen, Grenzen zu überschreiten, sich nicht ständig davon abbringen zu lassen sich einzusetzen, Verantwortung zu übernehmen. Der Wille ist ein
notwendiges, ausschlaggebendes Merkmal des Menschen.
In der Beziehung zum Partner, zu den Kindern (anderen Menschen) bedeutet der Einsatz für eine zukünftige Gesellschaft keine generelle Trennung von wiederstreitenden Bereichen, sondern vermittelt eine für die Beziehung wichtige und besondere Verantwortung.
Der Einsatz für eine zukünftige Gesellschaft kann zum starken Bedürfniss werden.
Beim Einsatz für eine zukünftige Gesellschaft ist es notwendig der Abtrennung von Lebensbereichen ein bewusstes Bemühen um Vereinheitlichung entgegenzusetzen (wenn es auch Bereiche gibt die notwendigerweise mehr oder weniger zu trennen sind*).
Für einen Menschen der sich für eine zukünftige Gesellschaft einsetzt ist es ebenso notwendig dieses Ziel mit Geduld zu verfolgen und bestimmte Situationen mit Humor nehmen zu können.
Versuch einer Synthese:
Das Überleben unserer frühen Vorfahren hing vom Zusammenhalt der Horde ab, um die Menschen der Horde zu schützen und die Überlebensbedürfnisse zu befriedigen. Dies geschah nicht ohne Konflikte (seelischer Schmerz in Situationen in denen ein Mensch nicht in der Gemeinschaft aufgehen kann, die Notwendigkeiten für die Gemeinschaft nicht verfolgt werden, Auseinandersetzungen in der allgemeinen "überschiessenden" Erregung, gewisse Konkurenz bei der "Geschlechterwahl"...), doch der Bezug auf die Horde musste überwiegen um der Gattung Mensch das Überleben zu ermöglichen, nicht im harmonischen Sinne sondern im dialektisch materiellen Sinne. Der umfassende Bezug auf die Notwendigkeit für die Gemeinschaft "manifestierte" sich z.B. besonders im Aufbruch zu neuen Nahrungsgründen (anders als bei Schimpansen war dies eine Reise ins Ungewisse). In den Horden der Urzeit war dies wohl ein Moment der grössten ursprünglichen Willensbildung. Nach Jahrmillionen der ungleichmässigen Produktivkraftentwicklung, dem "Durchlaufen" der der jeweiligen Produktivkraftentwicklung entsprechenden Klassengesellschaften, leben wir heute in einer Klassengesellschaft deren Produktivkraftentwicklung es erstmals ermöglicht eine klassenlose Gesellschaft zu errichten.
Der "individuelle" Wille dreht sich heute entsprechend den allgemeinen gesellschaftlichen Verhältnissen in denen wir leben, solange keine Perspektive über diese Gesellschaftsform hinaus aufkommt, darum sich in der Gesellschaft zurechtzufinden und durchzusetzen. Die ökonomisch- gesellschaftlichen Lebensbedingungen wie die verstärkte Konkurenz und die dadurch immer höhere Anforderungen, denen immer weniger Menschen gewachsen sind; die sogenannte Flexibilisierung, die immer weniger Menschen durchführen können ohne Beziehungen aufzugeben. Dadurch besteht eine verstärkte Tendenz zur Entfremdung (Zerrissenheit, Oberflächlichkeit aufgrund der Schnelllebigkeit, Opportunismus, Einschüchterung, Sucht, Ausbrüche blinder Wut...). Diese Erscheinungen sind Ausdruck der zerbrechenden Gemeinschaft.
Hinter dem Willen sich für eine zukünftige Gesellschaft einzusetzen steht das Gemeinschaftswesen des Menschen, die Einsicht in die Notwendigkeit für das Fortschreiten der Menschheit aufzubrechen.