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Kapitän Kelso im Kampf mit dem Linienschiff Lyon
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Sir Richard Pearson
* 1731 † Januar 1806

Richard Pearson fuhr während des siebenjährigen Krieges (1756 bis 1763) zwischen England und Frankreich als Leutnant - u.a. auf dem Linienschiff NORFOLK - in ostindischen Gewässern, wurde schwer verwundet und bekam angeblich später zweimal kein Kommando, weil seine Fürsprecher vorher starben. Endlich, im Jahre 1773, wurde er (Post-) Kapitän und bekam 1779 das Kommando über die große Fregatte SERAPIS mit 44 Kanonen.
Am 23. September 1779 lag er mit der SERAPIS vor der Küste Yorkshires und bekam die Nachricht, daß ein britischer Konvoi von Handelsschiffen von einem Geschwader amerikanisch-französischer Kriegschiffe bedroht wurde. Er lief mit der SERAPIS (44) und der armierten Korvette COUNTESS OF SCARBOROUGH (20) zwischen den Konvoi und das aus 4 Schiffen bestehende feindliche Geschwader und geriet vor dem Flamborough Head in ein Gefecht mit der militärisch unterlegenen BONHOMME RICHARD (42) unter Kommodore John Paul Jones.
Pearson gelang es jedoch nicht, in diesem Gefecht seine artilleristische Überlegenheit auszuspielen und beging einen schweren Fehler, als er sich auf einen Nah- und Enterkampf einließ. Nach vier Stunden wildem, blutigem Kampf und mit dem Eingreifen einer zweiten amerikanischen Fregatte - der ALLIANCE (36) unter Kapitän Pierre Landais - konfrontiert, kapitulierte Pearson und mußte die SERAPIS an den amerikanischen Kapitän John Paul Jones von der BONHOMME RICHARD übergeben, der in den USA durch dieses Gefecht später zum See- und Revolutionshelden hochstilisiert wurde. Die BONHOMME RICHARD sank wenig später und Jones brachte die SERAPIS und Pearson nach Texel (Holland)
Pearson blieb nur wenige Wochen in Gefangenschaft und wurde schließlich ausgetauscht. In England feierte man seine Verteidigung des Konvois und schlug ihn trotz des Verlustes der SERAPIS zum Ritter - der zuvor unglücklich agierende Kapitän zog hier offensichtlich Nutzen aus politischen Schachzügen. Sir Richard Pearson erhielt neben vielen anderen Ehrungen eine jährliche Pension. Er war zuletzt stellvertretender Gouverneur des Königlichen Hospitals in Greenwich. Sein Schiff - die SERAPIS - wurde zunächst an die französische Marine verkauft, verbrannte aber im Juli 1781 durch einen Unglücksfall vor Madagaskar.
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Meuterei auf der Bounty und Die Piratenjagd der Fregatte Pandora 1787 - 1792
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