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AKTE X - 9. STAFFEL
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Ein großes Dankeschön an XFILES-MANIA und Mareen Kaestner (Autorin der Kommentare).
9x13 AUDREY
INHALT:
Kurz nachdem sich John Doggett und Monica Reyes nähergekommen sind, erleidet Monica einen schweren Autounfall und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Als die Diagnose auf Hirntod lautet, will Doggett dies nicht einfach so hinnehmen und recherchiert auf eigene Faust. Mit Unterstützung der Aushilfspflegerin Audrey gelingt es ihm, Kontakt zu Monicas Seele aufzunehmen und sie vor den tödlichen Injektionen von Dr. Preijers zu retten, der einen schwunghaften Organhandel treibt.
16.12.2002 um 20:15Uhr auf Pro 7
ZITATE:
SCULLY: It's true, John. She's gone.
DOGGETT: I don't accept that. Look at her breathing. Her heart's still beating. There's got to be hope.
Kommentar:
by: Mareen Kaestner
Quelle: XFILES-MANIA
AUDREY PAULEY: I'm Audrey. I...I work at the hospital.
Ich bin begeistert. Die Neunte Staffel mausert sich doch zu einer recht Annehmbaren. Jedenfalls muss dieses kleine Schmuckstück sich nicht verstecken. Bis in die kleinste Rolle wunderbar besetzt, tolle Kulissen und eine Geschichte, die nie langweilt. Sie ist nicht in jedem Sinne neu und nicht überall ganz schlüssig, aber sie unterhält. Robert Patrick kann abermals mit Gefühlsdarstellungen überzeugen und Tracey Ellis hinterlässt erneut einen bleibenden Eindruck. Schon in 3x08 "Parallele" ("Oubliette") bot sie eine der
besten Darbietungen als Gastfigur in der gesamten Serie.
Deshalb werden sich wohl so einige an den Character der Lucy Householder erinnern, von der Mulder überzeugt ist, dass sie telepathische Fähigkeiten besitzt. Nun, als Audrey Pauley, nach der sogar die Folge benannt wurde, zeigt sie, dass sie nichts von
ihrem Talent eingebüsst hat. Auch wenn sie vielleicht nicht dieselbe Tiefe erreicht, schafft sie es, den Zuschauer mit ihrer Figur mitfühlen zu lassen. Audrey ist schüchtern und verschlossen, aber warmherzig und liebenswürdig. Sie leidet, und man leidet mit. Lange hat mich kein Nebendarsteller mehr so
beeindruckt. Auch Stan Shaw, der den Patienten Steven Murdoch spielt, hat die Symphatien sofort auf seiner Seite. Man hofft, dass er gerettet wird. Leider muss er genau wie Audrey sterben. Schnüff. Und siehe da, Vernee Watson-Johnson als Schwester
Whitney. Keine allzu bekannte Schauspielerin, aber eine mit
Wiedererkennungswert. Großartig. Natürlich muss auch sie dran glauben...Vielleicht könnte man der Folge vorwerfen, sie sei etwas überladen. Doggett und Reyes kommen sich näher, Reyes "stirbt", findet sich in einer Art anderen Dimension wieder, eine Frau mit ungewöhnlichen Fähigkeiten (die sie selbst mit
psychischen Störungen erklärt) hilft ihr und dann ist da noch der skrupellose Killer-Arzt. Dennoch fügt sich das Ganze zusammen, und überladene Episoden hat man schon weitaus schlimmer gesehen.
Also reden wir mal über Doggett und Reyes...nach einigem Rätselraten wird hier absolut deutlich, dass die Beiden sich lieben. Nun bin ich doch ein wenig hin-und hergerissen. Wird es nicht langsam zu einem Klischee in der Serie, dass Mann und Frau sich in einer mehr als freundschaftlichen Weise näherkommen müssen? Wollte AX nicht gerade das vermeiden? Hat es das nicht auch immer wunderbar geschafft, selbst nachdem Mulder und Scully offiziell ein Paar wurden?
Muss man nun auch John und Monica (ich nenne sie zur Abwechslung mal so) zusammenbringen? Seufz...ja es ist schön, schon gut. Und nun ist es eben so. Aber jetzt treibt man dieses Spielchen wie gewohnt. Wir wissen es, selbst sie wissen es, aber sie tun nichts. Nada. Auch als das Leben ihnen mal wieder direkt
vor die Nasen hält, dass es jeden Moment zu Ende sein könnte, tun sie nichts und schmachten sich weiter an. Mein Gott, man wird nicht jünger und morgen könnte wieder ein Betrunkener um die Kurve rasen. Nehmt euch nur kein Beispiel an der Akte X'schen Verzögerungs-und Hinhaltetaktik, Copyright by Chris Carter. Dort mag es nett sein, so zum Warten und Dranbleiben und Hoffen, aber im realen Leben...tut es einfach!
Das Erste, was mir durch den Kopf schoss, als Reyes "tot" ist, war: Jetzt sind also fast alle mal gestorben. Mulder...na über unseren Spooky brauchen wir gar nicht erst reden. Wie oft der schon Schein-, Fast-, Halb- oder Ganztot war, kann man nicht mehr zählen. Doggett wird in der Achten Staffel erschossen und von einem Wesen gegessen und wieder rausge...bracht. Was seine Skepsis gegenüber übernatürlichen Dingen zu dem Zeitpunkt natürlich in keinster Weise erschüttert. Nee, ich bin auch schon öfter aus einer schleimigen hochgewürgten Masse
wiederauferstanden, wer ist das nicht? Scully wäre in der Sechsten Staffel von uns gegangen, hätte sie den Tod nicht angesehen. Übrigens hatte ich damals vergessen zu erwähnen, dass sie damit eigentlich die Unsterblichkeit des Alfred Fellig "geerbt" haben müsste (ich spreche von 6x09 "Tithonus"). Er sah den Tod einst an und wurde unsterblich. Interessant ist in dem Fall, dass einer meiner Lieblinge, der Hellseher Clyde Bruckman, bereits in der Dritten Staffel auf die Frage wie Scully sterben wird sagte, dass sie nicht sterben wird (super Satz).
Hier das Zitat:
SCULLY: All right. So how do I die?
CLYDE BRUCKMAN: You don't.
Abgesehen davon war sie schon oft in Lebensgefahr, vor allem durch den Krebs, aber das kam dem ganzen Thema wohl am nächsten. Oder vergesse ich was? Oh wartet, na klar vergesse ich was. Au, auf die Stirn schlagen kann weh tun...nach ihrer Entführung war es wohl noch näher. Da war sie im Grunde auch schon fast "drüben". Ok Schluss damit, bevor mir noch mehr einfällt.
Doggett der Skeptische passt hier nicht ganz. Tatsächlich glaubt er diesmal an die ungewöhnliche Möglichkeit, dass Audrey in ihrem Kopf, oder wie auch immer, mit den hirntoten Patienten sprechen kann. Wie genau das nun funktioniert, bleibt verborgen. Doch diese ganze mysteriöse...äh...Sache...hat mir wirklich gut gefallen.
Krankenhäuser...ich habe eine große Abneigung gegen diese Orte. Eine Freundin von mir sagte mal ganz richtig, dass schon das Wort Krankenhaus einfach furchtbar ist. Sollte es nicht eher Heilhaus oder so ähnlich heissen? Dieses negative Wort allein hilft nicht gerade. Man soll geheilt werden und sich besser
fühlen. Naja, über Krankenhäuser und Ärzte und all das könnte ich noch eine lange Abhandlung schreiben, ich verkneife es mir. Der Arzt, der Patienten tötet ist jedenfalls nichts, was nicht vorkommt. War er nun ein Serientäter, dem es, wie Doggett sagt, Spass macht, oder hatte er andere Gründe, wie den Organhandel?
Wie auch immer, als Doggett so langsam dahinterkam, dachte ich nur, Mach ihn fertig, John! War ja ein übler Bursche. Ist allerdings nicht so clever, wenn er vor den Augen einer Schwester die Spritze gibt. Doggett spricht immer davon, dass das Krankenhaus "in einer Stunde" die Maschinen abschalten wird. Können ihre Eltern so schnell aus Mexiko City nach Washington kommen? Dürfen die ohne deren Erlaubnis so etwas überhaupt tun? Ich glaube eher nicht. Spricht Audrey von Gott, als sie sagt, dass sie nun weiss, wer ihr gesagt hat, das Modell zu bauen? Und warum zum Henker muss sie sterben? Heul.
Also, wie gesagt mag ich die Folge sehr. So eine Mischung aus "The Sixth Sense", "Langoliers" (wie ich darauf komme, weiss wohl auch nur ich...) und..."Akte X" ;-) Toll.
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