|
Ebbe
Unruhig blicke ich über den Kamm der Wellen. Die Bilder meiner Vergangenheit rescheinen vor mir, die Menschen, die ich kannte, die Orte, an denen ich war, die Trauer um das, was einst gewesen ist und nie mehr sein kann. (…)
Verlust, Vergeudung, Reue, Kummer, Schmerz – das sind Urteile eines Mannes, nicht die Angelegenheit eines Kindes. Als ich in der Jugend am Strand entlangstreifte, fällte ich keineswegs ein Urteil über jeden Schritt, den ich tat, über jede Kehrtwendung, die ich machte, über jeden Schatz, den ich fand. Ich nahm die Geschehnisse meines Lebens hin, akzeptierte sie, als das, was sie waren, was sie sind. Ich begrüßte das Unerwartete, hielt am Unbekannten fest, bewegte mich in einer Gleichgestimmtheit mit Wind und Regen. Erst seit ich erwachsen bin, versuche ich den Ereignissen, die meine Reise durch diese Welt prägen, Namen zu geben: Leben, Tod, Gutes, Böses, Freude, Leid. Die Geschehnisse in meinem Leben sind wie das Rollen der Wellen, das Kentern der Tide, das Umspringen des Windes: Sie enthalten kein Urteil. Der Tod meiner Eltern war keine Tragödie, meine Heirat war kein Fehler, meine Karriere war keine Fehlkalkulation. Sie waren der Lauf meiner Tage, das Muster meiner Jahre, der Fluß des Lebens, das mir gegeben wurde, und die Art in der ich es lebte. |
|