Ich lausche dem Wind – und er sagt mir, was zu tun ist…

Eins sein mit dem Wind bedeutet, auf der Welt zu Hause zu sein, frei zu sein von moralischen Urteilen. Ein Segler, der es ablehnt, sich nach dem Wind zu richten, bestimmt seinen Kurs anhand einer Marke an Land, eines Wasser-, Leucht- oder Kirchturms. Er hält stur an dieser Marke fest, etwa so wie ein König an seiner Krone oder ein Eiferer an seiner Überzeugung festhält. Er ist immun gegen die Strömungen, die seinen Kopf umwirbeln. Er segelt nicht  den Wind; er segelt seine Dogmen, und seine Dogmen töten seine Sinne ab, rauben ihm seine Fähigkeit zu sehen, zu denken, zu fühlen, auf sein Dilemma zu reagieren.

Ich habe kein Ziel, kein wirkliches Ziel im buchstäblichen Sinn. Das Ziel, der Ort, zu dem hin mein Leben tendiert, ist die Reise als solche und nicht der endgültige Zielort. Wie ich dort hinkomme, ist wichtig, nicht so sehr, ob ich dort ankomme, auch wenn natürlich feststeht, daß ich ankomme. Der Weg ist das Ziel. Und versuchen muß ich auch mehr denn je, daran zu denken, dem Wind zu lauschen – dann wird der Wind mir auch sagen, was zu tun ist.