So, auf geht´s. Wenn alle Rohstoffe und die benötigte Ausrüstung besorgt sind, braucht man nur noch einen freien Tag, so etwa 10 Stunden sollten am Anfang schon eingeplant werden.
Ziel ist das Brauen von etwa 50 Litern original Süffel-Bräu (c). Wie das geht, wird im folgenden Schritt für Schritt erklärt. Die Anleitung geht nicht in die letzten Details, die auf anderen Seiten schon super beschrieben worden sind.
Die Bilder können übrigens großgeklickt werden, dann erkennt man vieles besser.

Viel Spaß und gut Sud !!!

Herstellen der Schüttung

Unter der Schüttung versteht man das geschrotete Malz. Die Schrotfeinheit muß so eingestellt werden, daß alle Malzkörner in etwa 1-2mm große Stücke aufgebrochen sind.

Maischen

Das Maischen ist der aufwendigste Teil des Bierbrauens. Ziel ist die Umwandlung der im Malz enthaltenen Stärke in Zucker, damit die Hefe später was zu futtern hat. Und das geht so:
In beide Kessel 16 Liter Brauwasser füllen und auf 62°C erhitzen. Dann das Malz je zur Hälfte schön langsam einrühren, bloß keine Klümpkes. Danach ergibt sich eine Einmaischtemperatur von 56-58°C. Diese Temperatur 10 Minuten halten und danach volle Pulle auf 65°C erhitzen. Dabei das Rühren nicht vergessen, damit nix anbrennt. Die 65°C sind 45 Minuten zu halten, dann auf 72°C erhitzen und hier 30 Minuten rasten lassen. Zuletzt wird die Maische für 10 Minuten auf 78°C gebracht.
Jetzt unbedingt mal die Maische probieren. Sie sollte schon recht süß schmecken, mjam mjam.

Läutern

Unter Läutern wird das Trennen der festen Bestandteile der Maische von dem süßen Extrakt, der sogenannten Würze verstanden.
(Nebenbei schon mal 20 Liter auf 80°C erhitzen, die werden später noch als Nachguß benötigt).
Mit einer großen Kelle wird die Maische in den Läuterbottich geschöpft, die festen Bestandteile zuerst. Nach etwa 10 Minuten haben diese sich am Bottichboden abgesetzt und wirken als zusätzlicher Filter. Dann die Würze über den Schlauch in die inzwischen gesäuberten Kessel ablassen. Und was mit dem Nachguß machen? Natürlich nachgießen :-)
Der im Läuterbottich verbleibende Rest schmeckt übrigens prima im Müsli!!

Kochen der Würze

Die beiden Kessel sollten jetzt einigermaßen gefüllt sein und das Kochen der Würze kann beginnen.
Noch vor Kochbeginn werden die ersten 20g Hopfen in die Kessel gegeben (also je 10g). Dann so etwa 10 Minuten nach Kochbeginn 2x30g zugeben und weitere 60 Minuten heftig kochen lassen. Zum Schluß die letzten 2x10g noch 5 Minuten mitkochen und dann die Hitze abstellen.

Kühlen der Würze

Mit Hilfe des Gegenstromkühlers wird die Würze dann rasch auf etwa 15 °C gekühlt und in die Gärbehälter gefüllt. Die Hopfenrückstände können dabei mit einem Sieb ausgefiltert werden. Aber besonders auf die Sauberkeit achten, damit sich die Würze nicht mit Bakterien infiziert!
Die richtige Stammwürze von 12-13 °P wird durch Zugabe von kaltem Brauwasser eingestellt. Dann die Hefe kräftig unterrühren, mit Sauerstoff kommt sie erst so richtig in Schwung, bevor sie sich dann den Zucker in der Würze vornimmt, um den so begehrten Alkohol zu produzieren.

Gärung

Die Gärbehälter sollten jetzt kühl (etwa 10°C) gelagert werden und nach 12-24 Stunden beginnt normalerweise eine heftige Gärung, die sich in dickem Schaum auf dem Sud zeigt. Nach einer Woche hat sich ein Großteil der Hefe auf dem Boden abgesetzt. Jetzt das noch "grüne" Bier mal probieren. Es sollte schon entfernt nach Bier schmecken. Zur Verbesserung muß es noch weitere 4 Wochen gelagert werden, am besten in geschlossenen Gärbehältern mit aufgesetzten Gärröhrchen, aus denen nur Luft entweichen aber nicht eindringen kann.

Nach der Nachgärung in Kegs abfüllen und vor dem Verschließen CO2 aus der Gasflasche hineingeben, damit kein Sauerstoff mehr im Keg ist, der das Bier oxidieren könnte. Damit sich das Bier mit genug Kohlensäure anreichert, ordentlich Druck (etwa 2 Bar) auf das Faß geben und feste schütteln. Dabei kann man richtig hören, wie CO2 aus der Gasflasche in den Keg nachströmt. Solange wiederholen, bis genug CO2 im Bier ist. Das braucht ein wenig Erfahrung.
Wenn möglich, die Kegs jetzt noch eine Woche bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt lagern, damit sich die Kohlensäure schön fein im Bier löst.

O´zapft is !!!

Der große Moment: wie schmeckt denn jetzt das Süffel-Bräu?? Am besten den Anstich zusammen mit Freunden feiern, so wie auf dem Bild links am Vatertag :-)
Dort ist das Bier übrigens dunkler (mehr Münchner Malz) und - wie es sich für ein Festbier gehört - auch stärker eingebraut mit 14°P Stammwürze (ca. 6% Alkohol). Hicks!!

Zum Schluß noch eine naheliegende Frage:
Warum nur 50 Liter brauen, wenn man auch 100 Liter oder mehr brauen kann?
Antwort: Weil die hier beschriebenen Kessel und Behälter zu klein sind. Wie das Brauen von über 100 Litern funktioniert, wird hier aber bald in Wort und Bild beschrieben. Versprochen!

Don´t worry and have a homebrew !