1. Einleitung
In den letzten Jahren hat sich im Tutorium einiges geändert. Dem tragen wir mit dieser Überarbeitung Rechnung. Neben sprachlichen Änderungen (nicht-sexistischer Sprachgebrauch, Erklärungen durch Beispiele...) wurden insbesonders einige inhaltliche Änderungen vorgenommen, die im Anhang angeführt und erläutert werden.
2. Was ist das Grundsatzpapier?
Das Grundsatzpapier ist die gemeinsame Grundlage für alle TutorInnen, sowohl für ihre Arbeit mit den Erstsemestrigen als auch im Kontakt zu anderen Projektgruppen und der OH. JedeR Tutorln soll sich damit einverstanden erklären können und es als Grundlage ihrer/seiner Arbeit akzeptieren. Jede Projektgruppe soll den inhaltlichen Teil des Grundsatzpapiers für ihre Studienrichtung konkretisieren. Veränderungen des GSP können nur am Koordinationstreffen getroffen werden.
3. Was ist das Einfülirungstutorium?
Gemeint ist hier, Einführung in verschiedene Auseinandersetzungen hinsichtlich aktueller studienspezifischer und gesellschaftlicher Problembereiche. Einführungstutorien werden von einer dazu ausgebildeten Gruppe höhersemestriger StudentInnen (TutorInnen) durchgeführt, um gemeinsam mit den Studierenden in Kleingruppen die verschiedenen Auseinandersetzungen aufzugreifen, um Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.
3.1 Was ist das Erstsemestrigentutorium?
Das Erstsemestrigentutorium hat die vorrangige Aufgabe, beim Studieneinstieg zu helfen. Unter Studieneinstieg ist der Studienbeginn, Studienort- oder -richtungswechsel gemeint, was Höhersemestrige nicht ausschließt. Das Erstsemestrigentutorium soll als Möglichkeit zum Kennenlernen der Anonymität und Einsamkeit unter den Studierenden entgegenwirken. Es soll zum Hinterfragen der Universitäts- und ÖH-Strukturen und der eigenen Rolle dienen.
3.2 Was ist das Frauentutorjum?
Die Uni als gesellschaftliche öffentliche Institution mit der ÖH als studentische Organisation sind Räume, innerhalb derer Studentinnen sich auch organisieren, innerhalb derer das Frauentutorium präsent ist, innerhalb derer und dessen Frauen präsent sind, sich bewegen und fordern. Frauen, die in bewußten Bezug aufeinander Gemeinsamkeiten (in Erfahrungen, Beziehungen, an der Uni, usw...) und Unterschiedlichkeiten zulassen; Die sich im öffentlich sichtbaren Raum verbünden, für sich und/oder gegen andere (Frauen); Die ihr Wollen nicht mehr nur in "Wünschen" und "Hoffen" artikulieren, sondern auch umsetzen und somit das "Frausein" den Zuschreibungen und Definitionen entreißen, für sich und im Kontext mit anderen Frauen (neu) setzen. Da es unterschiedliche Konzeptionen gibt - zu interessieren, mobilisieren und zu involvieren - werden Frauen unterschiedlicher Semester und Studienrichtungen angesprochen. Diesbezügliche Erfahrungen und nähere Ausführungen sind in einem internen Paper festgehalten.
3.3 Was ist das Männertutorium?
Das Männertutorium wendet sich sowohl an Erst- als auch an Höhersemestrige. Es hat den politischen Anspruch einen Beitrag zur Veränderung in Richtung Geschlechterdemokratie zu leisten und es bietet die Möglichkeit zur Bestandsaufnahme patriarchaler Strukturen sowohl in Alltagssituationen als auch auf Universitäten. Wichtig ist die Wahrnehmung bzw. Sensibilisierung für subtiles HERRschaftlich- sexistisches Verhalten und Denken, wo wir Männer Vorteile und Nutzen ziehen (Auseinandersetzung mit unserer Täterschaft). Daneben gilt es den Opferstatus der Männer aufgrund ihrer Dominanz (Beziehungsunfähigkeit von Männern, Emotionsarmut, Defizite in Gefühlsbereichen ) aufzuarbeiten. Diese Aufarbeitung erfolgt in homogenen geschlechtsspezifischen Gruppen. Vergleiche zu diesen Schilderungen den Projektbericht des Männertutoriums.
3.4 Was ist das LesBiSchwules Tutorium?
Aufgrund der hohen Anzahl von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, sowie etlichen Transsexuellen an den österreichischen Unis und Hochschulen soll ein LesBiSchwules Tutorium - um die latente und offen praktizierte Diskriminierung zu verhindern - den Platz bieten für
* Coming ont Hilfe und Überbrückung der Schwellenangst, die eigene Sexualität im adäquaten Maß darstellen zu können.
* Möglichkeiten aufzuzeigen das Lesbisch bzw Schwulsein in das Studium einzubringen
* Möglichkeiten bieten sich in Arbeitskreisen schwulen, lesbischen u n d bisexuellen Themen (auch wissenschaftlichen) zu widmen.
* im speziellen
- gegen Diskriminierungsfälle einzutreten
- AIDS Prevention zu betreiben
- Gesellschaftskritik zu üben
- Ausgrenzungsfälle innert der ,,Ausgegrenzten" aufzuzeigen.
* Einführung in Eigentümlichkeiten des Studienortes hinsichtlich LesBiSchwulen Lebens
* Hinterfragen universitärer Wissenschaftsbestände, Forderung LesBiSchwule Themen im Lehrangebot u. E. M. zust. Ref. (Stichwort HOMO STUDIES)
* Schaffung eines Einstiegs- Freudeskreises/Freundinnenkreises
- Möglichkeit Homosexualität auch szenefern auszuleben.
* Förderung aller Aktivitäten, die für diese Anliegen nützlich sind, insbesondere kulturelle Veranstaltungen, Vorträge und dergleichen mehr.
Um diese Arbeit zu bewerkstelligen sprechen wir nicht nur Erstsemestrige (jedoch Hauptgruppe), sondern auch Leute, die den Studienort gewechselt haben bzw alle weiteren Interessierten an.
4. Wie ist das Einführungstutorium entstanden?
Mitte der 70er Jahre wurde das UOG (Universitätsorganisations-gesetz) eingeführt, das mehr Mitspracherecht für die Studierenden versprach. Allerdings erfüllte es nicht die Erwartungen der Studentlnnenvertreterlnnen. Schuld daran waren u.a. die Mehrheitsverhältnisse in den Gremien (zugunsten der Lehrenden), Abstimmungsmodi usw. Aus dieser Frustration heraus begannen die Studentlnnenvertreterlnnen eine andere Art der politischen Arbeit. Dazu griffen sie die Idee der in der BRD aufgekommenen studentischen Selbsthilfegruppen auf, um unmittelbarer, lustvoller in gemeinsamer Aktivität an einem konkreten Problem arbeiten zu können
Aus den Selbsthilfegruppen wurden selbstorganisierte und selbstbestimmte Tutorien, für die die StudentlnnenvertreterInnen erst die Rahmenbedingungen schaffen mußten: Da es eine Initiative der ÖH war, wurde dem Tutorium ein fixer Budgetposten eingeräumt. Dieses Budget wurde von den TutorInnen selbst verwaltet, sie wählten ihre eigenen Deligierten und entschieden im Konsens. Diese Organisationsform haben wir bis heute beibehalten, sowie grundsätzlich das Prinzip der konsensualen Entscheidungsfindung.
Das Einführungstutorium bot die Möglichkeit, Problemen wie Anonymität, Isolation und Informationsmangel entgegenzuwirken und konnte bald Fuß fassen. Die Zahl der Tutorien stieg, gleichzeitig entstand eine gewisse Distanz zur ÖH, die schließlich zu einem Konkurrenzverhältnis führte. Erst durch die Erkenntnis, daß das Tutorium von selten der Studierenden als sehr positiver Beitrag der ÖH zum Unileben begrüßt wurde, verbesserte sich das Verhältnis zwischen ÖH und Einführungstutorium.
5. Politischer Anspruch
Wir TutorInnen verstehen die Universität nicht als eine von der Gesellschaft abgehobene Institution, sondern als eng mit ihr verbunden. In dieser erfüllt sie eine bestimmte Funktion, die sich in ihren Strukturen, Wertungen, Lehrinhalten etc. niederschlägt. Dies äußert sich unter anderem darin, daß der Stellenwert des Studiums am Grad der wirtschaftlichen Verwertbarkeit gemessen wird.
Unser Anliegen ist es daher, bestehende Interessenskonflikte und Machtverhältnisse aufzuzeigen, sowie die Funktionalität der Uni bewußt zu machen.
Folglich ist es nicht unser vorrangiger Anspruch, das Studium in der bestehenden Form erträglicher zu machen. Vielmehr wollen wir im Tutorium die Wahrnehmungsfähigkeit für unsere gesellschaftliche Rolle schärfen und aus der kritischen Auseinandersetzung mit der persönlichen Situation überleiten zu einem emanzipatorischen, gesellschaftspolitischen Denken und Handeln.
Das Studium ist keine reine Wissensvermittlung - darüber hinaus werden auch soziale Normen und Verhaltensweisen, wie Autoritätshörigkeit, eingeübt. Aus diesem Grund wollen wir unsere Autorität hinterfragen.
Es geht uns nicht darum, andere zu beHERRschen - deshalb halten wir basisdemokratische Entscheidungstrukturen für unentbehrlich. Basisdemokratie heißt (Basis, das sind alle TutorInnen und Alttutorlnnen), daß Entscheidungen von unten nach oben getragen werden und nicht umgekehrt. Die Suche nach Konsens ist ein Grundprinzip unserer Entscheidungsfindung. Dies fordert von jeder/jedem Einzelnen aktiv und meinungsbildend am Entscheidungsprozeß mitzuwirken. So wird es möglich, Beschlüsse engagiert mitzutragen und zu verwirklichen.
Wir engagieren uns gegen Neo- und Alltagsfaschismus sowie gegen jede Form der Diskriminierung gesellschaftlicher Gruppen.
Im Tutorium soll persönliche Selbständigkeit, Selbstorganisation und reflektierter Umgang mit Emotionen gelernt und gefördert werden. Wir wollen Konflikt- und Beziehungsfähigkeit als Alternative zum derzeitigen Unialltag (patriarchalische Strukturen, Wissenschaft als HERRschaftsinstrurnent, Konkurrenz. und Ellbogenmentalität) entwickeln.
6. Inhalt und Ziele des Einführungstutoriums
6.1. Inforination zu Studienbeginn
Studien- und Unimformationen dienen als Orientierungshilfe und als notwendige Voraussetzung für die kritische Auseinandersetzung mit der Universität. Keinesfalls dürfen diese Informationen dazu führen, bestehende Mißstände auf der Uni als unveränderbar hinzunehmen.Dabei soll sich die/der Tutorln ihres/seines Wissens- und Erfahrungsvorsprungs und ihrer/ seiner Autorität als höhersemestrigeR StudentIn bewußt werden, u m damit umzugehen
Inhalte, über die TutorInnen Bescheid wissen sollten (in der Tutorlnnengruppe zu erarbeiten):
*Mitbestimmung/-gestaltung im Studienbetrieb innerhalb und außerhalb der UOG-Struktur (OH, Fraktionen)
*Organisation und Ziele der Einführungstutorien
* Studienplan, Studienordnung, Lehrveranstaltungen, Prüfungen, Studium Irregulare
*Soziales: Stipendien, Heime, Mensen, etc.
Wesentlich ist, daß die TutorInnen wissen, wo sie die notwendigen Informationen bekommen.
6.2. Studienmotivation und Berufserwartungen
Im Tutorium (sowohl in der TutorInnen- als auch in der Erstsemestrigen-Gruppe) sollen gemeinsam Wünsche und Erwartungen einerseits an das gewählte Studium, andererseits an das Leben als StudentIn geklärt und die Studienentscheidung im Zusammenhang mit der eigenen Lebensgeschichte (soziale und regionale Herkunft, Geschlecht, Vorerfahrungen: Schule, Beruf) reflektiert werden.
Das kann bedeuten: Berufserwartungen klären, Berufsrealität erforschen, Diskrepanz zwischen Ausbildung und Berufserfahrungen aufzeigen, die Stellung des gewünschten Berufs in der Gesellschaft reflektieren, die Auswirkungen des Berufsbildes auf die Einstellung zum Studium diskutieren und sich über die eigene Position und gesellschaftliche Verantwortung als zukünftigeR AkademikerIn klarwerden etc.
6.3. Leben auf der Uni
Das Tutorium bietet die Möglichkeit, die Isolation zu Studienbeginn aufzuheben, sich gemeinsam mit Studium und Universität vertraut zu machen, um der Verunsicherung entgegen zu wirken, der die StudienanfängerInnen ausgesetzt sind, wie z.B. die neue Umgebung, Verlust der bisherigen sozialen Kontakte, Notwendigkeit zu selbstständigem Handeln, materielle Abhängigkeit von den Eltern usw.
Abgeleitet aus dem politischen Anspruch (siehe Punkt 5) verstehen Auseinandersetzung mit dem Wissenschaftsbetrieb unter anderem
* als Wahrnehmen unterschiedlicher Interessen, Handlungsmöglichkeiten und Abhängigkeiten der am Unileben Beteiligten (Wissenschaftsminüsterium, ProfessorInnen, AssistentInnen, Hochschulbürokratie, ÖH, Fraktionen, Basisgruppen,...)
* zu erkennen, in welcher Weise die Wissenschaftsvermittlung an den Hochschulen und Universitäten an den individuellen und gesellschaftlichen Bedürfnissen, Anforderungen des täglichen Lebens vorbeigeht (z.B.prüfungsorientierter Massenbetrieb, patriarchalische Strukturen, Wissenschaftsprache,...); Diskussion von Studieninhalten und des eigenen Studienverhaltens, gemeinsame Verarbeitung von Studienerfahrungen im Unialltag, Erforschung von Möglichkeiten der Studiengestaltung, Diskussion um Sinn und Methoden wissenschaftlichen Arbeitens, forschendes statt sinnet-leertes Lernen, Erarbeiten und Durchleuchten neuer Studien formen (z.B. Projektstudium). Hinterfragen der Funktion der Uni und der politischen und ökonomischen Abhängigkeiten vor ihrem gesellschaftlichen Hintergrund anhand aktueller Diskussionen.
*als Reflexion über Autorität und Macht (besonders an der Universität)
*als Unterscheidung zwischen Universität als Bildungsstätte und ihrer Degradierung zum Politechnikum (Ausbildungssituation im Sinne wirtschaftlicher Anforderungen)
6.4.Negative Abgrenzungen (Was Einführungstutorien nicht sein oder bewirken sollen - Negativkatalog)
Einführungstutorien dürfen nicht an eine einzige Lehrveranstaltung gebunden sein (keine Fachtutorien), sie sollen aber mindestens einsemestrige kontinuierliche Arbeit in den Erstsemestrigen-Gruppen sein.
Einführungstutorien dürfen nicht beschränkt sein auf reine Informationsvermittlung oder Gruppendynamik als Selbstzweck, ebensowenig sollen sie Therapie oder einseitige Hilfestellung mit einer starren Hierarchie Tutorln - StudienanfängerIn bieten. Keine Fraktionspolitik, keine Indoktrination der Erstsemestrigen, z.B. keine Auswahl der TutorInnen aus einer einzigen Fraktion, Partei oder einer anderen politischen Organisation (keine Fraktionstutorien).
Männertutorien dürfen auf keinen Fall den Charakter von traditionellen Männerbünden, Burschenschaften und Männervereinen einnehmen. Ebenso dürfen Männertutorien nicht zu Selbstzweck und damit und erst recht zu Stabilisation von patriarchalem Denken führen (Selbstbestätigung, Solidarisierung gegen Frauen, etc...).
6.5. Konkrete Ziele für die Einführungstutorien
-Ablauf des Studiums kennenlernen
-Wissen über Studentlnnenvertretung/UOG
-Organisationswissen: wie und wo komme ich zu Informationen?
-kontinuierliche, verbindliche Kontakte zu den Erstsemestrigen-Gruppen
-gemeinsamer Lehrveranstaltungsbesuch
-Lerngruppen bilden
-Kritik gegenüber Lehrveranstaltungen
-Klarwerden über eigene Wünsche im Tutorium
-ÖH kennenlernen
-Fraktionen vorstellen
-Wohnsituation besprechen
-Beziehungen einschätzen
-persönlichen Nutzen des Studiums einschätzen
-Diskussionen über Hochschulpolitik
-gemeinsame Unternehmungen, z.B. Feste, Erstsemestrigen-Zeitung,...
-Spiele
-ldeenmarkt; Interessensgruppen, die sich aus Tutorien entwickeln
-Familiensituation besprechen
-sich in Lehrveranstaltungen artikulieren können
7. Organisationsstruktur des Einführungstutoriums
Obwohl sich die Struktur innerhalb des Tutoriumsprojekts durch seine Erweiterung immer mehr geändert hat, versuchen wir sie offen und überschaubar zu halten. Einzelpersonen erhalten innerhalb der Struktur nur organisatorische Funktionen. (Siehe auch Graphik imAnhang).
7.1. Die Projektgruppe
Die Projektgruppe umfaßt diejenigen StudentInnen, die gemeinsam ein Tutorium durchführen (Vorbereitung, Ausbildung, Arbeit mit den Erstsemestrigen, semesterbegleitende Treffen der Tutoriumsgruppe). Die Projektgruppe soll ihre Ideen und Erfahrungen aktiv im Gesamtprojekt einbringen. Für ca. 10 Erstsemestrige wird einE Tutorln genehmigt, mindestens aber für jede Projektgruppe 6 TutorInnen.
Die Projektleltung
Die Projektleiterlnnen müssen selbst TutorInnen sein und werden von der Projektgruppe gewählt. Sie sind Kontaktpersonen gegenüber der Regional- und der Zentralkoordination und leiten Informationen zwischen Projektgruppe und Gesamtprojekt weiter. In Absprache mit der Projektgruppe beantragt die Projektleitung das jeweilige Projekt am ZA namentlich. EinE ProjektleiterIn ist zustellungsbevollmächtigt. Diese Person ist der Zentralkoordination nament-lich bekanntzugeben.
7.2. Die Regionaltreffen
Die Regionaltreffen sind Treffen von TutorInnen des jeweiligen Regionalkreises, an denen alle Interessierten teilnehmen können. Die Regionaltreffen sollen mindestens viermal jährlich stattfinden.
Auf Regionaltreffen werden:
-Erfahrungen ausgetauscht
-Probleme und Ideen einzelner Projektgruppen diskutiert
-einzelne, insbesondere neubeginnende Projektgruppen unterstützt
-regionale Probleme und Ideen besprochen
-die Koordinationstreffen vorbereitet und nachbesprochen.
Ausschließlich auf dem Regionaltreffen finden die Anmeldungen der Projektgruppen statt. Daher ist es notwendig, daß jede Projektgruppe mindestens zweimal jährlich auf einem Regionaltreffen vertreten ist. In den Regionalkreisen können sich Arbeitsgruppen zusammenfinden, die dem Regionaitreffen gegenüber verantwortlich sind.
Die derzeitigen Regionalkreise und die jeweiligen Kontaktadressen sind im Anhang aufgelistet.
Die Regionalkoordination
Die RegionalkoordinatorInnen müssen selbst TutorInnen sein, sollten kein Projekt leiten und werden mindestens alle zwei Jahre vom Regionaitreffen gewählt. Die Regionalkoordination:
-organisiert die Regionaitreffen (verschickt Einladungen und Protokolle an die Projekte, an Interessierte und an die Zentralkoordination)
-stellt den Kontakt zwischen den einzelnen Projektgruppen und zwischen Projektgruppen und Zentralkoordination her.
-ist ein Bindeglied zur ÖH-Studienrichtungsvertretung und lokalen ÖH-Organen.
-Unterstützt einzelne, insbesondere neubeginnende Projektgruppen
-nimmt die schriftlichen Anträge der Projektgruppen entgegen, prüft sie auf ihre formale Richtigkeit (Erstsemestrigenzahl, Tutorlnnenzahl, Trainerlnnenzahl,...) und leitet sie gesammelt an die Zentralkoordination weiter.
7.3. Das Koordinationstreffen
Das Koordinationstreffen ist das Treffen aller TutorInnen ganz Österreichs. Es findet mindestens dreimal im Jahr statt. Jede Projektgruppe muß mindestens einmal im Jahr dort vertreten sein, um vom Sonderprojekt Tutorium finanziert zu werden
Am Koordinationstreffen werden alle, das Gesamtprojekt betreffende Entscheidungen im Konsens getroffen. Fallen bei einem Koordinations treffen dringliche Entscheidungen an und wird kein Konsens erzielt, so werden sie mit 3/4-Mehrheit entschieden. Dringliche Entscheidungen sind solche, die bis zum darauffolgenden Koordinationstreffen hinfällig werden.
Ist eine Entscheidung zwischen mehreren, für dieselbe Studienrichtung eingereichten Projekten zu fällen, so haben die VertreterInnen dieser Projekte bei dieser Entscheidung kein Stimmrecht (das Koordinationstreffen hat Schiedsrichterfunktion).
Die gesamte Zentralkoordination, jeweils zwei Mitglieder eines Projekts und die Regionalkoordinatorlnnen werden als VertreterInnen entsandt.
Vor dem Koordinationstreffen müssen Einladungen an alle ProjektleiterInnen und Interessierte ausgesandt werden, die alle Themenvorschläge, auch die der Projektgruppen und Regionaltreffen, enthalten müssen. Weitere Tagesordnungspunkte werden am Anfang des Koordinationstreffens eingebracht.
Die Aufgaben des Koordinationstreffens sind.
-der Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Projektgruppen
-Bewilligung von Projekten, deren Konzept vom Grundsatzpapier abweicht
-Entscheidungen zur Veränderung des Grundsatzpapiers
-Aufteilung des Gesamtbudgets auf die einzelnen Projektgruppen, Entscheidungen über finanzielle Fragen
-Konfliktlösung zwischen Projektgruppen, die am Regionaltreffen nicht möglich ist, zum Beispiel wenn von einer Studienrichtung zwei oder mehrere Anträge vorliegen
-allgemein zu Themen, die das Tutorium bundesweit betreffen, Stellung nehmen und fallweise entscheiden (wie z.B. der TTL, Begleitforschung etc.)
-einigt sich auf den Regionalkreis, der das nächste Koordinationstreffen vorbereitet.
Arbeitsintensive Vorhaben, die in Kleingruppen besser verwirklicht werden können, kann das Koordinationstreffen Arbeitsgruppen zuteilen, an denen alle Interessierten teilnehmen können. Diese erhalten ihren Aufwand ersetzt. Deren Vorschläge werden auf dem darauffolgenden Koordinationstreffen diskutiert und eventuell beschlossen.
Die Zentralkoordination
Die Zentralkoordinatorlnnen müssen selbst als TutorInnen gearbeitet haben und sind mindestens alle zwei Jahre vom Koordinationstreffen zu wählen. Die Zentralkoordination ist die Kontaktstelle für die Projektgruppen in folgenden Bereichen:
-Schlußendliche Kontrolle der Projektanträge
-Abrechnung und Projektberichte
-Unterstützung einzelner, insbesondere neubeginnender Projektgruppen
-zur Verfügung stellen und Weiterleiten von Informationen.
Weitere Aufgaben sind:
-Organisation und Strukturierung der Koordinationstreffen, soweit nicht von den TutorInnen selbst übernommen
-Verwaltung und Dokumentation der Einführungstutorien (Sammeln von Berichten, etc.)
-Kontaktstelle zwischen Projektgruppen, Regionaltreffen, Koordinations treffen und Zentralausschuß (Vorsitzendenkonferenz, Verhandlungen, etc.)
-Vertretung der Einführungstutorien nach außen; Öffentlichkeitsarbeit
Die Zentralkoordination kann organisatorische Aufgaben an andere TutorInnen delegieren.
Für InteressentInnen ist folgendes über die Zentralkoordination erhältlich:
-Liste von Ausbildungsorten
-Liste der Ausbildnerlnnen (Trainerlnnenpool)
-Literatur zu den Erstsemestrigentutorien
7.4. Das Regionalaustauschtreffen
Zwecks Austausch von Informationen und gegenseitiger Hilfestellung können sich die Regionalkreise und die Zentralkoordination bei Bedarf treffen. Dieses Treffen kann von einer/einem RegionalkoordinatorIn oder einer/einem ZentralkoordinatorIn in Absprache mit den anderen Regionalkoordinatorlnnen oder Zentralkoordinatorlnnen einberufen werden. Pro Regionalkreis können zwei TutorInnen daran teilnehmen, die nicht zur gleichen Projektgruppe gehören Das Regionalaustauschtreffen hat beratende Funktion. Das Regionalaustauschtreffen hat Entscheidungsfunktion in Notfällen, und die TeilnehmerInnen sind im Sinne des imperativen Mandats dem jeweiligen Regionalkreis verpflichtet.
8. Ausbildung der TutorInnen
Die Ausbildung der TutorInnen erfolgt in einem mindestens fünftägigen Ausbildungseminar, das außerhalb des Studienortes in einem Block stattfinden soll. Die Teilnahme am Seminar ist Bedingung für die Tutorlnnentätigkeit. Nur die TutorInnen, die ein solches Seminar gemacht haben, erhalten ihren Budgetanteil.
Ein Schwerpunkt der Ausbildung sollte es sein, sich selbst in einer Gruppe und den eigenen Umgang mit der Gruppensituation zu erleben, um auch als Tutorln besser damit umgehen zu können. Außer diesem gruppenpädagogischen Ansatz liegt ein zweiter Schwerpunkt auf der Vorbereitung der Tutorlnnentätigkeit und Reflexion politischer Inhalte des Tutoriums und des Rahmens, in dem es agiert. Grundsätzlich ist es Sache der Projektgruppe, in welcher Form und wie intensiv diese Schwerpunkte behandelt werden.
Es hat sich als sinnvoll erwiesen, daß neu entstandene Projektgruppen den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf Gruppenpädagogik und Selbsterfahrung legen, um sich als Gruppe zu konstituieren, deren Mitglieder sich gegenseitig bei der Arbeit unterstützen. In dieser Ausbildung sollten die TutorInnen lernen, mit ihrer Autorität umzugehen, die sie in der Erstsemestrigengruppe haben. Eine Gruppe soll - je nach Tutorlnnenanzahl - von einer oder mehreren Ausbildnerlnnen (siehe Punkt 8.4.) betreut werden.
In Frage kommen:
1. TrainerInnen: Das sind durch allgemein anerkannte Institutionen ausgebildete GruppenpädagogInnen. Welcher Ausbildungsrichtung sie angehören, ist egal, solange es sich nicht um eine rein körperorientierte Ausbildung (wie z.B. Bioenergetik) handelt, die für das Tutorium an sich nichts bringt. Für das Tutorium sinnvolle Methoden sind z.B.:
-Personenzentrierte Interaktion
-Themenzentrierte Interaktion
Nähere Erläuterungen dazu finden sich in der Trainerlnnenmappe, die bei der Zentralkoordination oder Regionalkoordination aufliegt.
2. Absolventlnnen des vom Tutorium finanzierten Tutorlnnentrainerlnnenlehrgangs (TTL) oder des Alttutorlnnenweiterbildungsseminars (ATWB): Das sind Alttutorlnnen, deren Ausbildung speziell auf die Bedürfnisse des Tutoriums ausgerichtet ist. Die TTL-Absolventlnnen sind mit den Problemen des Erstsemestrigenarbeit auf der Uni besonders vertraut, aber auch gruppenpädagogisch ausgebildet.
3. Cotrainerlnnen: Das sind Gruppenpädagoglnnen, die sich gerade in Ausbildung befinden. Sie sollten eine Ausbildung nur in Begleitung einer Trainerln leiten. Ansonsten gilt das gleiche wie bei den TrainerInnen.
4. Alttutorlnnen: Sie können nach mindestens einmaliger, besser mehrmaliger Tutorlnnentätigkeit eine Ausbildung leiten, dürfen aber nicht in der selben Projektgruppen, die sie ausbilden, Tutorln oder Projektleiterln sein. Sie sollten eine Ausbildung ebenfalls nur in Begleitung einer Trainerln leiten.
Namen und Adressen von TTL-Absolventlnnen und TrainerInnen, die bereits für das Tutorium gearbeitet haben, finden sich in der bereits erwähnten Trainerlnnenmappe Grundsätzlich muß jeder Projektgruppe ein Seminar mit einer/einem Ausbilnerln genehmigt werden. Projektgruppen mit weniger als 5 TutorInnen sollten sich untereinander zusammenschließen und gemeinsam auf Ausbildung fahren. Projektgruppen mit 10 und mehr TutorInnen können sich von zwei Ausbildnerlnnen betreuen lassen. Für je 10 weitere TutorInnen ist einE weitereR Ausbildnerln möglich.
9. Anhang
Der Anhang umfaßt situationsbedingte Regelungen, die jederzeit ergänzt oder geändert werden können. Ihre Notwendigkeit ergibt sich aus tutoriumsexternen Bedingungen, wie z.B. ZA-Beschlüssen, auf deren Existenz sich das Tutorium einstellen muß.
Der Anhang wird von der Zentralkoordination erstellt. Die durchgeführten Änderungen sind am nächsten Koordinationstreffen zu berichten.
Der jeweils aktuelle Anhang liegt dem Grundsatzpapier bei.
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