Durch Friesland/NL mit der BM-Jolle. Ein unvergessliches Erlebnis ist es, durch die Kanäle und Seen zu segeln. Die BM ist eine traditionelle Holzjolle, die zwar nicht die schnellste ist, aber dafür besitzt sie eine elegante Form. Und schließlich noch ein Sympathiepunkt: Sie läßt sich bei heftigeren Winden noch "gemütlich" segeln.
(Die Karte ist von "friesland.org" entliehen.)
So zogen wir 1992 mit der " Friesa ", die meinem ehemaligen Segelverein PSV - Unna gehört, los. Da das Wetter nicht dem in Florida ähnelt, hatten wir hinter dem Mast eine Kuchenbude, und der Mensch am Ruder einen großen Regenschirm. Oft erreichten wir nicht das gewollte Ziel, da uns eine Schlechtwetterfront in einen anderen Hafen zwang. Dort sammelten wir neue Kräfte, ließen die Segel und Klamotten trocknen und segelten schließlich nach ein paar Stunden weiter.
Durch die Kanäle zu segeln, kann schon ein Abenteuer sein. Sie sind vielbefahrene Transportwege, und so manchesmal wurde es eng und der Jollen - Crew bange, als von achtern ein KüMo angerauscht kam. Da pressten wir uns freiwillig so dicht wie möglich an das Ufer, um Sog und Schwall zu entgehen.
Die Welt ist klein ! Da tuckerten wir durch den Kanal Richtung Sneek an einem Plattbodenschiff vorbei, als plötzlich der Skipper dieses Schiffes hinter uns herbrüllte. Wir drehten und kamen längsseits. Meine Freude war riesig, als ich Heinz und Jutta erkannte, die ich 15 Jahre zuvor aus den Augen verlor. Mit beiden war ich 1978 das erste Mal auf einem Segelboot. Beide kauften sich später dieses 12 m lange Schiff, und reisen damit jetzt quer durch Europa. An diesem Tag konnte ich mir das erstemal ein Plattbodenschiff von Innen ansehen. Es sind die reinsten Raumwunder, hell und gemütlich. Mit der spontanen Frage: " Warum nicht auf einem solchen Schiff leben ? ", erntete ich bei meiner Begleiterin vielsagendes Stirnrunzeln.
Später war ich mit Werner und seiner " Grundel " in Friesland unterwegs. Knappe 7 m lang bot sie genug Platz für zwei. So zogen wir los, das Ziel nur grob vor Augen, da wir mit der Dämmerung überall einen Platz zum festmachen fanden.
Mit einem Plattbodenschiff zu segeln, bringt ein bißchen mehr Arbeit mit sich. Bei der Wende muß das leewärtige Schwert just in dem Augenblick in Wasser fallen, wenn das Schiff gerade wieder Fahrt aufnimmt. Macht man dies zu spät, dann schwimmt das Schwert oben auf, und der Kahn treibt ab. Macht man dies zu früh, kann es passieren, dass das Schwert auf Grund fällt, eine 2 t schwere " Grundel " gegen das Schwert drückt, ... dann schwimmen die Reste des Schwertes hinterher, und der Kahn treibt ab. Ich spreche aus Erfahrung!
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