Probleme im Bund CGP 1997




Im Bund Christlicher Gemeinde - Pfadfinder, so wie er Ende 1996, Anfang 1997 war, gab es grosse Spannungen und grundlegende Meinungsverschiedenheiten. Unbestritten ist, dass Leute im Endeffekt so sehr unzufrieden waren, dass sie keine andere Lösung sahen, als den schweren Schritt zu tun, und aus ihrem Bund auszutreten. Was war also geschehen ?

Schon im Herbst 1994 fanden sich Ätere und alle Stammesführer der Stämme zu einem Strukturwochenende, um besorgniserregende Probleme, die in diesem Jahr (z.B. auf den Grossfahrten) aufgetreten sind zu besprechen und zu handeln. Es wurde viel konstatiert, und viele Pläne geschmiedet. Passiert ist denn aber leider doch nichts.
In dem bundesführenden Organ, der Bundesrunde, spitzte sich die Situation auch zu. Statt anfänglichen vier Leuten (je 1 Stafü plus Vertreter) bei zwei Gründerstämmen sassen nun schon zwöf Vertreter (weil sechs Stämme) um den Tisch. Nun, jeder wollte mitreden, keiner konnte wirklich für seinen Stamm sprechen, ständige Rückfragen an die Runden der Sippenführer vertagten Entscheidungen, die (Selbst)-Disziplin war nicht sehr hoch. Der Bund, der so wunderbar harmonisch funktioniert hatte seit seiner Gründung 1989, der so viel Austausch, Motivation, Fahrten, Kultur, Freunde, Schulungen hervorbrachte, stand vor einer ernsthaften Krise. Es war von einem Strukturproblem die Rede. Wir waren einfach zu gross geworden.
Nun, es sassen also zwölf gestresste mehr oder weniger erfahrene Stafüs um einen Tisch, den eigenen Stamm mit seinen Problememn im Hinterkopf, vielleicht gar noch eine Sippe, und sollten sich dieses Problemes annehmen. Zeitgleich kam eine neue Proben- und Ständeordnung auf den Tisch, eine gute Reform-Idee von Äteren, was auch noch geprüft und abgestimmt werden musste. Jeder wollte überall mitreden und mitmischen, wie in einem kleinen Bund durchaus möglich. Delegieren von Problemen, Einsetzen von Ämtern, gar das Einsetzen einer (Bundes-)Führung wurde zwar beredet aber nicht effektiv in die Tat umgesetzt. Und das, obwohl sehr fähige und erfahrene Ältere nur darauf warteten, etwas tun zu dürfen. Letzteres war auch einer der Streitpunkte, die auftraten:

Umgang mit Äteren
Umgang mit KONSUM=(auch legale)Rauschmittel (auf Fahrt, auch privat)
Konsequenzen (Nicht immer nur Reden, sondern Handeln!)
Führung und Demokratie ( muss kein Widerspruch sein )
Elite ( Wollen wir anders als die Gesellschaft sein ?)

Als nach langer Zeit keine Annäherung erreicht war, jeder Stamm seine eigene Politik hatte und eine Bundesführung ineffektiv und handlungsunfähig war, denken für den Bund nur noch von Leuten geleistet wurde, die einige am liebsten abgeschoben hätten ( und die dann auch tatsächlich in anderen Bünden aktiv wurden), und die Situation auf gemeinsamen Aktionen eskalierte, hatten zumindest zwei Stämme genug. Selbst das verkünden des Unwohlseins und das Drängen nach Reformen dieses Bundes wurden nicht wahrgenommen, nicht beantwortet.
So folgte dann der Austritt zweier Stämme aus dem Bund, der weiterhin existiert. Es ist zu hoffen, dass die Entscheidungen nicht persönlich genommen werden und dass der Bund nun wieder etwas Luft hat, um zu leben und den Bund (über-)lebenswert zu gestalten. Denn die CGP-Kultur ist einzigartig. Naja, nun nicht mehr...

P.S. : Dies sind offensichtlich die Worte eines Insiders, eines Aussteigers. Die eine Seite der Medallie. Ich bin gespannt, andere Ansichten zu lesen/hören oder zu erfahren und ich habe keine Scheu auch diese hier zu veröffentlichen. Übrigens ist eine Bund-CGP homepage am Entstehen, auf die man sehr gespannt sein darf...
Der Link wird dann natürlich sofort unter "kontakte" zu erfahren sein.
LA






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