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Urubamba Valley / Tal
Auf unserem früh-morgentlichen Flug nach Cuzco hatten wir wieder einen phantastischen Blick auf einige der höheren Andengipfel, und dann flog unsere Maschine (nach etwa einer Stunde Flugzeit von Lima) in einer weiten Kurve um einen der steilen Vorberge herum und sank dann unterhalb der Bergspitzen durch ein enges Tal der Landung entgegen. Aber der Pilot kannte die Gegend und hat den kleinen Flughafen und die einzige Landebahn mit unserer großen Boeing 737 auch gut getroffen, obwohl der Druckausgleich ein wenig in den Ohren schmerzte. Als wir aus dem Flieger kamen und das Treppchen hinunterstiegen blieb uns ein wenig die Luft weg, nicht wegen der schönen Aussicht, sondern weil wir hier auf über 3400m Höhe gelandet waren, also ein gutes Stück höher als die Zugspitze, oder fast so hoch wie der Mount Shasta in Kalifornien. Bei so einer Höhe da schnaubt man schon mal ein wenig, und ein leichter Kopfschmerz stellt sich auf für einige Stunden ein. - Die Höhe kann aber auch gefährlich werden, es wurde uns von Urlaubern berichtet die schleunigst wieder nach Lima ausgeflogen wurden, sonst hätten die hier in Cuzco nicht überlebt. Wir hatten Glück und brauchten keinen Sonderflug.
On our very early morning flight to Cuzco we had another opportunity to see some of the majestic high Andes peaks, and then our plane banked around one of the higher Foothills (after about an hour flight out of Lima) and descended into a narrow valley, flying well below the peaks on either side of us, and drifted towards the airport below. Our pilot knew what he was doing (he must have been here before) because he found the little airport and was able to hit the single runway right away, though my ears did hurt a little from the pressure difference on approach. When we disembarked and walk down the gangway, we were breathless, not because of the stunning scenery, but because we landed in a city that is 12,000 feet above sea level, almost as high as Mount Shasta in California or considerably taller than the Zugspitze Mountain in Germany. Well, at that altitude one does pant a little, and a mild headache for a few hours is also not unusual here. But the altitude can also be a real life threatening problem, we were told of tourists who had to be flown out to Lima in a hurry, otherwise they might have died here. We were lucky though and didn't have to make use of an emergency flight.
Vom Flughafen wurden wir in klimatisierten kleinen Bussen zu unserem Hotel in der Stadt gefahren, dort haben wir schon mal unsere Anmelde-Formalitäten erledigt, obwohl wir erst in 3 Tagen hier übernachten. Aber man hat uns in der Hotellobby mit einem Glas des berühmten Coca Tees beglückt (ja wir dürfen das den amerikanischen Zöllnern nicht sagen, daß wir Narkotika geschlürft haben). Dieser Tee soll gut gehen die Höhenbeschwerden hier sein, und schmeckt wie ein normaler Kräutertee ohne einen wirklich starken Geschmack zu haben. Nach ein, zwei Tassen dieses kokain-haltigen Gebräus fühlte man sich etwas leicht im Gehirn.
From the airport we were shuttled in an air-conditioned bus to our hotel in town. There we did the check-in formalities, though we would not stay overnight here until 3 days later. But they served us a cup of the famous Coca tea (no we shouldn't tell that to the U.S. customs and narcotics agents on our trip back); the tea is supposed to be very good against the altitude problems one has here, it tastes like any herbal tea without a particular or strong taste. After a couple of cups of the cocain-containing brew one felt a little light headed.
Cuzco ist eine mittelgroße Stadt - etwa 250.000 Einwohner, es war während der Inkazeit die Hauptstadt und das geistige und religiöse Zentrum dieses Reiches. Man sagt daß der Sonnengott (die höchste Gottheit im Inkaglauben) die beiden Herren Manco Copac und Mama Ocllo (ja, dieser "Mama" hier ist ein Männername und hat nichts mit Mutter zu tun) extra auf die Erde geschickt hat um diese herrliche Stadt für die Inkas zu gründen.
Cuzco is a middle sized city - about 250,000 inhabitants, and it was the capital and the spiritual and religious center of the Inca empire. It is said that the mighty sun god (the highest deity of the Incas) sent two gentlemen, a Manco Copac and a Mama Ocllo (this "Mama" is a man's name and doesn't have any motherly connotation) specifically down to earth to found this splendid city for the Incans.
Aber wir blieben nicht lange den heute ging es noch im Bus in das den Inkas heilige Urubamba-Tal (wieder so ein schönes, wohlklingendes indianisches Wort, ihr werdet davon noch mehrere in diesem Reisebericht vorfinden). Also raus ging es, und wir kletterten erst einmal auf einen der Hügel hier im Vorfeld der Stadt und fuhren an einer riesigen Inkaruine vorbei. Dieses enorm große Fort werden wir auf der Rückreise von Machu Picchu noch etwas genauer studieren, wir haben uns also für's erste einmal mit einem flüchtigen Blick aus dem Onmibus begnügt, konnten aber schon sehen daß die Quader die die alten Inkas hier hingeschleppt hatten wirklich enorm groß waren. Weiter ging es über einen kleinen Paß (bedenkt wir waren in der Stadt schon auf über 3000m und jetzt ging es noch höher hinaus), und dann ging es runter in das hübsches Urubamba-Tal. Heute war Sonntag, und an diesem Tag ist in der kleinen Provinzstadt Pisac Markt; - also nichts wie hin!
But we won't stay very long because
today our bus takes us to the sacred valley of the Urubamba (once again
one of the nice and melodic indian words, you'll find more of them later
in this trip report). So, off we go, up we climb onto one of the hills
surrounding the city and here we passed an enormous Inca ruin. This huge
fortress we will explore in a little more detail on our way back from Machu
Picchu, for now a quick glance from the bus must suffice, but we could
clearly see how gigantic the boulders were which the Incas hauled to this
site. On we drove, up over a small pass (mind you the city of Cuzco is
already at 12,000 feet and we are climbing even higher), but soon we slowly
drove downward towards the picturesque Urubamba river and the valley. Today
is Sunday, and that is market day in the little town of Pisac; - what are
we waiting for, let's go!
Marketday in Pisac / Marktag in Pisac
Der sonntägliche Markttag in Pisac brachte Einheimische und Touristen gleicher Maßen auf den großen Platz. In einer Ecke waren die touristischen Stände, mit den Wollsachen (aus Llama), mit gewebten Sachen, mit Schmuck, und mit den üblichen Souvenirangebot. Ich habe Ausschau nach einigen Kunstgegenständen gehalten, aber so etwas ist immer sehr schwer zu finden; auf der anderen Seite verkauften die Bauern aus der Gegend ihre Waren an die Einheimischen. Ausserdem gab es eine Freiluftbäckerei wo ausgesprochen leckeres und gefülltes Fladenbrot (und anderes Gebackenes) angeboten wurde. Das Brot musste ich natürlich probieren, nur leider war mein Spanisch nicht gut genug, denn was ich (mit Fingerzeig) erworben hatten war gefüllt mit (wahrscheinlich sehr) leckerem Käse (gegen den ich allergisch bin). Aber der Teig drumherum hat ganz prima geschmeckt. - Für die Einheimischen ist der Marktag natürlich auch eine beliebte Gelegenheit um sich zu unterhalten und den neuesten Klatsch aus dem Tal auszutauschen, und es gibt auch einige Bierkneipen und ein Bierzelt wo man sich zum fröhlichen Zusammensein trifft.
The market happens every Sunday in Pisac and it brings both locals and tourists into the same large square. In one corner one finds the typical touristy stalls offering woolens, and weavings, and jewelry, and the usual souvenir fare. I looked for some more "artsy" items, but they are hard to locate in a place like this. In the other corner were the stalls (and often just a blanket on the ground) where the local farmers offer their produce to the local population. There was also an open air bakery with very delicious stuffed flat breads (and other baked goods). The flat bread I had to try, but unfortunately my Spanish skills weren't adequate, so I just pointed and got one that was filled with a (probably very delicious) cheese (which I am allergic to). The crust around the bread surrounding the cheesy bits was yummy. - For the locals this market day is also an excellent opportunity to talk and exchange local news and gossip, and a few beer bars and tents also are doing a brisk business with the inhabitants here.
Unser kleiner Bus fand einen kleinen Parkplatz und wir wurden in die brodelnde Menschenmenge der Marktgemeinde entladen. Gleich auf dem Parkplatz machten wir dann eine interessante Beobachtung. Zuerst sahen wir eine Gruppe Kinder fröhlich spielen und zusammen lachen und scherzen; aber so wie wir ausstiegen veränderte sich das Idyll schlagartig, die Kleinen zogen traurigen und trübe (sprich: arme und geldbedürftige) Mienen auf und gruppierten sich photogen in ihren peruanischen Trachten für die Linsen unserer Kameras. Sie wissen ganz genau was sie machen, rücken schön eng zusammen damit es gut im Bild aussieht, und dann hält man natürlich die Hand auf um sich da ein paar Dollar für das Photo reinlegen zu lassen. - Ganz anders als die Kinder am Amazonas, die waren zwar auch arm, aber offenherzig und freundlich, da war nichts gestellt oder gespielt. Hier in Pisac mussten die Kinder nach dem Photo das Geld gleich bei den Erwachsenen abliefern, die nicht weit weg standen und warteten; - ja der schnöde Mammon hat auch hier schon Einzug gehalten.
As our little bus entered a small parking area we were let out into the swirling life of this market day crowd. Still in the parking square we made an interesting observation; first we noticed a small group of kids playing, laughing and joking with each other, but as soon as they became aware of us their demeanor changed immediately, from happy kids to dejected and sad kids (translation: we are poor, we need money) as they posed in their traditional indian costumes for the lenses of our cameras. They knew exactly what to do, they expertly grouped themselves and leaned into the frame to make the most compelling picture, and afterwards they, of course, asked for some money to be put into their open hands. - Quite a difference from the kids on the Amazon, they were poor too, but they were curious and innocently friendly, nothing was posed or premeditated with them. Here in Pisac the little ones immediately delivered their takings to the adults who were waiting in the background; - well, the power of capitalism and greet has already reached this remote village.
Bevor wir uns in das Markgetümmel stürzen gab es aber noch ein kleines, aber dringliches, Problem zu lösen: Denn einige der Damen in unserer Gruppe wollten den gewissen Ort aufsuchen, aber das Restaurant verlangte einige Soles für den Service, und es schien ich war der einzige der da ein paar Münzen in der Tasche klimpern hatte: Also habe ich großzügigerweise eine Runde Wasserspülung für Alle spendiert. Bin ich nicht nett?
But before we can dive into the market activities, we had to solve a small, but rather pressing problem: Some of the ladies in our group had the need to visit a bathroom rather sooner than later, but it happened that the only restaurant available was asking for a sol per usage, and somehow it seemed that I was the only one with some spare Peruvian change in my pocket: So I decided to generously buy a round of flushing for everyone. Aren't I a nice guy?
Während ich mich auf diesem Markt nach ein paar Souvenirs umsah, hatte meine Frau Fahnenflucht begangen und konnte nirgendwo gesichtet werden. Später hat sie mir dann diesen Bericht von ihrem Ausflug zugespielt:
While I hunted through the market for some souvenirs , my dear wife Una went AWOL and couldn't be found anywhere. Later on she submitted this report of her exploits to me:
Off the bus in Pisac, and into the market. All those "hand made" alpaca sweaters and silver jewelry. However, it didn't take me long to figure out that this was also a market for the locals, so I went exploring. I suppose a few people might have thought I was lost, but I knew where I was. There was such a wealth of fruits and vegetables and colors; and it was refreshing (after less than a day in this part of Peru!) to not be entreated on every hand to buy, buy, buy. The produce sellers knew that I wasn't their customer, and left me alone to look. So many different kinds of potatoes and corn and melons. Beautiful!Nach dem herrlichen Marktbesuch ging es weiter durch das fruchtbare Urubambatal. Wir fuhren an Maisfelder vorbei, und an Kartoffelnackern, und in den Gärten sahen wir verschiedenartige Gemüse heranreifen, verschiedene Bohnenarten (eigene der Schoten waren riesig, etwas größer als Pferdebohnen) Kürbisse, manchmal wussten wir garnicht was da wuchs. Und ab und zu sahen wir auch mal ein Reisbeet knietief mit Wasser gefüllt, und Reis gab es auch fast zu jedem Essen hier. Die kleinen Dörfer hier waren eigentlich recht wohlhabend, die Häuser, obwohl nicht groß, waren gut gepflegt, und die Straße durch das Urubambtal war breit und gut ausgebaut und asphaltiert. -- Ab und zu fuhren wir an Inkaruien vorbei, z.B. an Steinbrüchen wo die alten Inkas schon ihre schwere Brocken hergeholt haben, oder an den Überresten von Silber- und Goldbergwerken die noch aus der Inkazeit stammten.![]()
Market for the Locals / Marktreiben für die Einheimischen - in PisacAus dem Tourbus, und rauf auf diesen Markt. All diese sogenannten "hand-gearbeiteten" Alpaca (Lama) Pullover und der Silberschmuck. Und dann habe ich herausgefunden daß dieser Wochenmarkt hier auch für die Einheimischen war, und los ging meine Entdeckungsreise. Einige Leute dachte wohl ich sei verloren gegangen, aber ich wusste ganz genau wo ich war. Hier gab es so eine reiche Vielfalt von Früchten und Gemüse in den verschiedensten Arten und Farben, welche eine wohltuend daß man hier (in dieser Gegend von Peru) nicht dauernd zum kaufen, kaufen, kaufen aufgefordert wurde. Die Gemüsehändler hier wussten sehr wohl daß ich für sie keine Kundin bin, und haben mich deshalb in Ruhe gelassen. So viele verschiedene Sorten Kartoffeln, Maiskolben und Melonen. Es war wunderbar!
Marcos (one of our guides) found me in the middle of all this, and seemed intrigued that this part of the market was more interesting to me than the "tourist" portion. He went around with me to show me what I was looking at: the woman with pots of powdered colors that she mixed at her customer's request into dyes for wool; another woman peeling cooked beans, sold by the bag as snacks - tasted a little like soybeans served at home in some Japanese restaurants. Another vendor was selling roasted beans, like peanuts. A little voice kept telling me I shouldn't try strange foods, but my curiosity got the better of that little voice - that, and the other voice saying that these things were all cooked, or freshly peeled in the case of that strange fruit that I still haven't identified. There was an interesting drink made from Quinoa, an Andean grain - that one I didn't drink, just a taste of Marcos'. It was good , but I wasn't sure of the water source. There was popped corn almost an inch in diameter, naturally sweet - no sugar added. And little heads of garlic, not much bigger than those popped corn kernels. I bought one, for most likely a greater price than garlic has ever been bought in the Andes (it was approx. 35 cents US). It remains to be seen how well Pisac garlic, from 13,000 feet, will grow in our garden in Sunnyvale, U.S.A., at 30 feet above sea level.
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Dyes for Wool / Färberfarben für WolleMarcos (einer unserer Führer) hat mich dann hier in der Mitte von all dem entdeckt, und er war wohl begeistert mich hier in diesem Teil zu finden und nicht im "Souvenirmarkt" für die Touristen. So ist er dann mit mir umhergeschlendert und hat mir erklärt was hier angeboten wurde: Wie zum Beispiel die Frau mit den Töpfen voller leuchtender Farbpulver, die sie dann gekonnt, je nach den Wünschen der Kunden, als Färbemittel zusammenmischte um damit später Wolle zu färben. Eine andere Frau schälte gekochte Bohnen, die dann in kleinen Päckchen als Snack verkauft wurden - die haben etwas so geschmeckt wie die Sojabohnen im japanischen Restaurant hier zu Hause. Eine andere Verkäuferin bot geröstete Bohnen an, so wie Erdnüsse. Eine kleine Stimme in meinem Ohr flüsterte man solle diese eigenartigen Sachen hier nicht probieren, aber meine Neugierde hat dann doch gesiegt, denn eine andere Stimme versicherte mir das diese Sachen hier entweder frisch gekocht oder frisch geschält waren, wie zum Beispiel diese eigenartige Frucht die ich bis heute noch nicht indentifiziert haben. Es gab da auch einen sehr interessantes Getränk aus Quinoa, einem Getreide was hier in den Anden wächst, - diesen Trunk habe ich allerdings nicht getrunken, nur mal aus Marcos' Glas probiert. Es schmeckte gut, aber ich war mir nicht sicher wie sauber das Wasser war. Dann gab es Popkorn wo die Körner so fast 3 cm Durchmesser hatten, sie waren natürlich-süß, ohne zusätzlichen Zucker. Und es gab kleine Knoblauchknollen, nur etwa so groß wie die eben erwähnten Popkörner. Ich habe eines davon gekauft, wahrscheinlich zum höchsten Preis der je in den Anden für ein Stück Knoblauch bezahlt wurde (etwa 35 Cents amerikanisches Geld). Wir werden sehen ob dieser Knoblauch aus Pisac, immerhin aus 3500m Höhe, in meinem Garten in Sunnyvale auf gerade mal 10m über NN gedeien wird.
After this wonderful market visit we continued onward through the lovely and very fertile Urubamba valley. We passed corn fields and potato patches, and in the many gardens we saw a variety of produce - like fava beans (huge ones) and pumpkins and squashes, and sometimes we didn't know what kind of produce was growing there. Once in a while we saw rice paddies filled knee high with water, and rice was indeed served with almost every meal here. The little villages here in the valley were comparatively well off, the dwellings, though not large, were well kept up, and the road through the valley was well constructed, wide, and paved. - Now and then we passed some Inca ruins, for instance one of their quarries where the huge boulders for the ruins were taken from, and a little later we passed the remnants of a silver and gold mine from the Inca times.
In Willoq - Das Andendorf / The Andean Village
Mittagessen gab es in der kleinen Stadt mit dem gleichen Namen wie das Tal, und dann checkten wir in unser Hotel und hatten ein Stündchen oder so um uns etwas auszuruhen für den Nachmttags-ausflug. Dann ging es auch schon weiter durch dieses Tal in Richtung einer Städtchen mit dem klangvollen Namen: Ollantaytambo (gesprochen Ojantätambo). Hier bogen wir ab und unser Bus schaukelte sich ein kleine und unheimlich kurvige Geröllstraße hoch. Unten im Dorf hatten wir vier junge Mädchen als Anhalter aufgesammelt, sie waren zwischen 12 und 16 Jahren alt, und sie trugen die so typische Trachten aus hauptsächlich roten und purpurnen und blauen gewebten Wollstoff. Unser Führer unterhielt sich mit den jungen Damen in ihrer eignenen Sprache Quechua (denn Einheimischen hier, besonders in den etwas abgelegenen Dörfern, können nur selten Spanisch), er erklärte uns daß es ein 4 Stunden Fußmarsch für diese Kinder gewesen wären hätte unser Bus sie nicht mitgenommen. Er erklärte auch daß wenn die Mädchen frische Blumen auf ihren schüssel-förmigen Hüten haben, dann sind sie noch zu haben und noch nicht unter der Haube (Heiratsalter ist hier so um die 16 Jahre). - Also unser Bus rumpelte den Berg hoch, an einer Stelle mussten Fahrer und Führer aussteigen und große Felsbrocken von der Straße rollen, und musste unser Bus zurücksetzen um einen entgegenkommenden Wagen vorbei zu lassen. Und manchmal ging es ganz schön knapp am Abgrund vorbei, wir hofften alle daß die Geröllstraße schön stabil gebaut worden war. - Etwas weiter den Berg herauf sahen wir dann die Baubrigade, wir sahen eine Gruppe Indianefrauen beim Straßenbau, und alle trugen die so typische Andentracht, selbst beim Schlaglochfüllen, es wurde sich also nicht nur für die Touristen in Schale geworfen. Nach einer guten Stunde (wegen der Straßenverhältnis) langsamer Fahrt kamen wir in dem kleinen Andenweiler mit dem Namen Willoq an. Hier waren auch unsere vier Mädchen zu Hause und sie waren glücklich daß ihnen der lange Marsch dieses Mal erspart geblieben ist.
Lunch was served in the small town with the same name as the valley, and then we checked into our hotel for an hour or so of rest before our afternoon excursion would begin. Then we were in the bus again and continued on to a small town by the wonderful sounding name of: Ollantaytambo (pronounced Oyantaytambo). Here our bus turn off the paved road and started to climb into the hills on a rather curvy gravel road. But before that we picked up some hitchhikers, four little indian girls, aged 12 through 16 years, in their wonderful local dress, joined us. Our guide talked to them in their own Quechua language (the locals here, especially if they live in a more remote area usually do not speak much Spanish); our guide explained that by picking up the girls we saved them approx. 4 hours of strenuous uphill hike. He also explained to us that the fresh flowers on top of the bowl shaped hats the girls were wearing signifies that these young ladies are still single and haven't yet tied the knot (usual age for a marriage is about 16 years here). - So, our bus rambled up the mountain, at one spot the driver and our two guides had to roll some large boulders off the road, and on other occasions we had to back up to let another car pass. Often the bus was rather close to the abyss on one side, and we all hoped that this gravel road was well and sturdily built. - A little further up the road we then saw the construction brigade, a group of women, all in their so typical Andean dress, were filling in pot holes. They are wearing their traditional clothing all the time, not just for us tourists. - After about an hour's ride (slow due to the condition of the road), we arrived at the small hamlet of Willoq. Here our four hitchhikers were at home, and more than glad that our bus had saved them the long march up here.
Beim Aussteigen merkten wir daß wir sehr, sehr hoch waren, (fast 4000m hoch), die Luft war dünn und wir schnaubten etwas. Den Heimheimischen schien diese dünne Atmosphäre nicht viel auszumachen, man war es gewöhnt, und man kaute außerdem Cocablätter als wäre es Kaugummi. Unser Bus muß wohl schon von weitem gesehen worden sein, denn die Indianer kamen aus ihren Hütten und versammelten sich auf dem kleinen Grasplatz der wohl das Zentrum dieses Weilers ausmachte. Wir sahen vielleicht ein Dutzend Hütten hier, Holzbauten mit Grassdächern, die meisten hatten nur einen einzigen Raum. Zuerst, wie schon am Amazon, kamen die Kinder und stellten sich in einer langen Reihe auf; aber anders als in Pisac, hier wartete man nicht auf Geld, sondern diese Kinder waren einfach neugierig auf uns (und als Belohnung hatte einer unserer Führer eine große Tüte frisches Brot unten in der Stadt gekauft und das wurde später unter die Dörfler verteilt).
When we got out of our little bus we noticed the high altitude (now we were well above 13000 feet) and the air was noticeably thin and it was harder to breath. The locals of course didn't have the same problem, they were used to the sparse atmosphere, and also they were chewing coca leaves like bubble gum. Our bus must have been observed coming, because now the indians were coming out of their huts and started to congregate in the large grassy square which seemed to be the center of this community. We saw maybe a dozen dwellings, wood construction with thatch roofs, most only had a single room for living space. First, like at the Amazon, we noticed the kids as they approached and as they lined up in front of us; but other than in Pisac this time nobody wanted any money, the kids were just curious about the strangers that were visiting their village (as a reward one of the guides had purchased some fresh bread and rolls from a bakery in the town below, and that bread was then distributed among the villagers).
Zuerst wurde uns gezeigt wie diese Indianerfrauen mit ihren Spindeln die Wolle der Schafe (oder Llamas) in Garn verspinnen, dann sahen wir eine Webdemonstration, und schließlich wurden wir eingeladen einen Blick in eine der Hütten zu werfen. Nachdem wir uns etwas an die Dunkelheit gewöhnten sahen wir die spärliche Einrichtung dieser Leute: Eine Feuerstelle verbreitete einen beißenden Rauch (vielleicht verfeuerte man hier eine Art Torf [wie in Irland]). Wir sahen ein paar Regalbretter an einer Wand mit den spärlichen Küchenutensilien und einem Batteriewecker (das Prunkstück der ganzen Einrichtunge). Der Fussboden war teilweise mit geflochtenen Matten bedeckt, an der Wand hing ein gewebter Läufer, und in einer Ecke lagerte man Maiskörner in einem hübsch und eng geflochtenen Wollsack. Auch bemerkten wir hier im Halb-Dunkel der Hütte ab und zu quitschende Geräusche, und dann immitierte unser Führer das Geräusch und etwa ein Dutzend Meerschweinchen kamen aus ihren Verstecken heraus. Die Quechua Indianer hier halten diese Tiere nicht nur als Haustiere, sondern sie werden zu besonderen (religiösen) Gelegenheiten auch als besondere Delikatesse verspeist. - Wir haben uns sagen lassen daß diese Leute hier zu etwa 50% katholisch sind, aber die andere Hälfte glaubt immernoch an die alte Inkareligion und viele Gebräuche und Feiern sind direkt noch aus dieser Zeit überliefert.
First we were shown how the indian women spun their yarn using spindles to make the strings of sheep or llama wool, then we got a demonstration of the weaving, and lastly we were invited to see the inside of one of the huts. After we got used to the darkness we saw the meager furnishings of these people: there was a hearth which emitted a sharp smoke through the room (maybe they used peat to heat the fire [like the Irish do]). We saw a sideboard on the wall holding their few kitchen utensils and a couple of pots, and, the centerpiece of the entire house, a battery powered alarm clock. A few woven grass mats served as carpets and a woven throw decorated the walls, and we found a few tightly and rather pretty woven sacks that contained corn kernels. We also noticed, while we were here in the very dim interior of the hut, that every once in a while a squeaking sound came from the darker recesses of the room, and then our guide imitated that noise and soon about a dozen guinea pigs emerged from the dark of the corners. The Quechua indians not only keep these as pets, but they are also a prized delicacy for special (mostly religious) occasions. - We were told that the natives here are about 50% catholic, and the other half still practices the old Inca religion, and many of the rituals and habits date directly back to that time.

Dieses Dorf Willoq (spanische Schreibweise ist auch Huilloq) ist bekannt für seine Webwaren und daß man hier noch die alten traditionellen Muster und Motive finden kann. Und während wir eine der Hütten besichtigten, hatten die Frauen des Dorfes auf dem Platz ihre Waren auf dem Gras ausgebreitet und aus etwas Entfernung sah es auch wie ein großer roter Teppich, aber es waren individuelle Stücke in der Größe eines Läufers (etwa 1m x 2.5m). Wir wanderten durch die herrliche Ware die da zum Verkauf angeboten wurde. Uns wurde erzählt daß es viele Monate dauert bis so eine Weberin so einen dieser Läufer oder ein Poncho fertig gewebt hat, und für diese enorme Arbeit verlangte man hier zwichen 30 und 50 US-$. Das muss man sich mal vorstellen. - Wir haben uns entschlossen einen Läufer zu erstehen der mit Andentierchen (Llamas usw.) verziert war, aber auch etwas zurückhaltender in der Farbgebung war. Daß es ein echtes Stück war konnte man an dem Fleck in einer Ecke sehen, dieses Stück wurde hier wirklich benutzt und hat in einer dieser Hütten Dienst versehen (es roch sogar noch etwas vom Rauch in der Hütte), und ist nicht nur für uns Touristen angefertigt worden (andere unserer Mitreisenden haben sich übrigens an solchen Flecken oder leichter Verschmutzung gestört, aber wir fanden das gerade machte unseren Einkauf richtig authentisch). Uns wurde auch erzählt daß die Motive auf den Websachen hier mit dem Dorf oder der Gegend wo sie entstanden verbunden sind; Experten können angeblich genau fest stellen aus welchem Dorf ein Teppich ist. Unserer kam aus Willoq, einem kleinen Dorf hoch in einem Urubamba Seitental, daß wir nach einem langen und abenteuerlichen Busfahrt erreichten, von Leuten die noch ihre herrlichen Trachten anhaben, in mühseliger Handarbeit gewebt, an uns für nur 45$ verkauft; und jetzt; jedesmal wenn wir das Stück sehen erinnern wir uns an diesen fantastischen Nachmittag den wir hoch in den Anden von Peru verbrachten.
The hamlet of Willoq (sometimes
also spelled Huilloq according to the Spanish pronunciation) is well known
for its weavings and the use of traditional designs and ornamentation.
And, while we were visiting the insides of one of the huts, the women of
the village had congregated in the square and placed their woven spreads
on the grass of the square, and from afar their display looked like a marvelous
and colorful quilt, but was made up of smaller pieces of about 3 by 6 feet.
So we wandered through these gorgeous pieces of woven material that were
offered for sale to us. The guides told us that to complete one of the
spreads it takes many months for these women, and for all that effort they
are only asking between 30 and 50 Dollars US. That is an extreme bargain,
don't you think? - We decided to purchase a spread that was of somewhat
more muted colors (than most others) and had a design of Andean animals
(Llamas etc.). That our weaving was genuine and not done just for us tourists,
we could see by the stain in one corner, this piece was used by the people
here, and it served active duty in one of the huts (it even still smelled
a little of the smoke from the fires). Some of our fellow travelers objected
to the little spots or other light dirt on the weavings, but we found it
added to them and made them more authentic. It was explained to us that
the designs on these weavings are specific to the villages and area where
they originate, an expert could tell exactly where they come from. Well
we knew that our souvenir came from Willoq, a small village high up in
a side valley of the Urubamba valley, to which we climbed via a long and
fantastically wild road, where we bought it from people who still wear
their traditional costumes and who handcrafted in the traditional "hard"
way; - and now, every time we see the wonderful material, we remember this
most remarkable afternoon high up in the Andes of Peru.
Ollantaytambo
Nach unserem Besuch hoch im Andendorf haben wir auf der Rückfahrt noch schnell für einen Besuch der Inkaburg in Ollantaytambo angehalten (Ollantay übrigens war ein berühmter Inkageneral, unter seiner militärischen Führung hat das Reich seine größte Ausdehnung erhalten). Hier beim General mussten wir ganz schön steile Stufen auf einen Hügel steigen, deshalb haben es einige vorgezogen das Ganze lieber vom Bus aus per Auge zu bewundern, aber wir haben uns an diesen Stufen einige Kalorien abgelaufen, das tut ja auch mal gut. - Diese Festung war auf einen Sattel gebaut, und bestand aus typischen Inkaterrassen und Stützwänden die aus riesigen Quadern zusammen gesetzt waren. Diese Steine waren so behauen und paßgerecht aufeinander gesetzt, daß da wirklich keine Rasierklinge mehr in die Fugen passen; und es war ausgesprochen interessant so eine Maurerei mal aus der Nähe betrachten zu können. - Die teilweise tonnen-schweren Steine für diese Anlage wurde gute 10km weit weg aus dem Steinbruch auf der anderen Seite des Urubamba Tales herausgebrochen, das heißt die musten erst mal den Berg runter gerollt, und dann in extrem mühsamer Arbeit wieder bergauf auf den Rücken geschleppt werden. Was man nicht alles für seine Götter tut um ihnen Reverenz zu erweisen.
After our visit in the Andean village we stopped again in Ollantaytambo, this time to visit an Inca castle (Ollantay by the way was the name of a famous Inca general, under his military leadership the Inca empire was expanded to its largest area ever). Here at the place named after this general, we had to climb some rather steep steps up a hill, so some of us preferred to view the sight from the bus, but we two decided to use the exercise to work off a few calories, we felt that would be beneficial. - Well, the castle (actually more of a fort) was built by the Incas on top of a ridge just outside of town, and it had the typical Inca terraces and the retaining walls were of large boulders. These huge stones were worked and fitted together so tightly that not even a razor blade could be inserted into the gaps; it was very intriguing to see their masonry skills up close. - Some of the stones weighed several tons and were brought from a quarry about 6 miles away on the opposite side of the valley; so they had to be rolled down the hill on that side, and then in a strenuous effort dragged uphill to the fortress here. The things people do to please their gods.
Die Inkas hatten sehr wenige Verzierungen auf ihren Steinen, aber hier oben gab es eine Ausnahme, einen (jetzt schon sehr verwitterten) Stein der einen Jaguar darstellte. Es war wohl eine Art Sonnenuhr. - Auch hatte man hier oben fließendes Wasser mit unterirdischen kleinen Kanälen die in die Häuser führen. Und als Besonderheit gab es hier ein sogenanntes "Bad der Prinzessinnen". Ein Brunnen (oder mehr eine Dusche) wo sich junge Inka-Prinzessinnen (die von Nebenberuf wohl auch Priesterinnen waren) ihre schönen Körper rituell abwuschen und sich dabei der versammelten Öffentlichkeit zeigten.
The Incas used very little ornamentation on their architecture, but here we found a rare example of a carved jaguar on one of the stone slabs. It was said that this stone was a sundial. - The architects here also used running water extensively, running through underground channels into the rooms. And one of the special features of this Inca site is the so-called "Shower of the Princesses": a fountain in which young Inca princesses (moonlighting as priestesses one presumes) on special occasions were to ritually wash their beautiful bodies in front of the gathered community.
Nach diesem kurzen Besuch und der ersten Gelegenheit die berühmte Inkasteine zu betrachten, ging es wieder zurück zum Hotel in Urubamba, aber vorher haben wir noch kurz in einer Töpferei angehalten, wo wir moderne Tonwaren, die aber nach alten Motiven und Mustern hergestellt, kaufen konnten. Leider waren unsere Koffer nicht groß genug, denn einige der Stücke (besonders einige große Gartenskulpturen aus Ton) waren sehr interessant. - Später im Hotel gab es noch eine gute Tasse Coca Tee (diesmal schwammen die Blätter dick im Wasser), und dann nach einem guten Abendessen, ging es früh in's Bett, denn morgen geht es mit der Bahn nach Machu Picchu.
After this brief visit and a
first look at the famous Incan masonry skills, we went back to our hotel
in Urubamba; but first we stopped at a pottery studio, where an artist
produced modern pieces, but after old patterns and following the old traditions
of the Incas. It was a pity our suitcases weren't large enough, because
some of his work was really quite interesting, especially some rather large
pottery sculptures for the garden. - Later at the hotel we wound down the
day with another cup of coca tea (this time the leaves were floating thickly
in the cup), and then after a good dinner, we retired to bed early, because
in the morning we need to rise early for our train ride to Machu Picchu.
weiter geht es nach Maccu Picchu
onward to Maccu Picchu
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