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Tapezieren und Malern gehören zu den häufigsten Renovierungsarbeiten, die der Heimwerker ausführt. Je nach individuellen Lebensgewohnheiten und Wohnbedürfnissen ist die Erneuerung der Innenwände etwa alle fünf bis zehn Jahre fällig. Manche wünschen sich sogar schon früher den Tapetenwechsel, der in der gewohnten Umgebung oft ein neues Lebensgefühl erweckt.
Am Anfang allen Werkens steht immer die Planung. Sie sollten sich genau überlegen, welche Werkzeuge, welches und wie viel Material benötigt wird. Denn nichts ist ärgerlicher, als während der Arbeit festzustellen, dass irgend etwas wichtiges fehlt. Gerade am Wochenende, wenn in der Regel die Renovierungsarbeiten erledigt werden, bedeutet fehlendes Material den "Baustopp". Eine echte Hürde stellt für viele das Ermitteln des Tapetenbedarfs dar. Den Tapetenbedarf können Sie sich anhand der untenstehenden Tabelle errechnen. Messen Sie die Höhe und die Länge der vier Wände und entnehmen Sie der Tabelle die Anzahl der benötigten Rollen. Nur große Fenster- und Türflächen werden vom Bedarf abgezogen. Kleinere Flächen werden mit dem Verschnitt von Ober- und Unterkanten verrechnet. Im Zweifelsfalle gilt: Lieber eine Rolle Tapeten mehr kaufen, da unversehrte Ware in der Regel wieder zurück gegeben werden kann. |
Bedarfstabelle des Deutschen Tapeteninstitut
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Raumumfang in Metern |
Anzahl Rollen bei einer Raumhöhe von |
2,10m - 2,35m |
2,40m - 3,05m |
3,10m - 4,00m |
6 |
3 |
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5 |
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6 |
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Bevor Sie mit der Neugestaltung Ihrer Wände beginnen, sollten Sie erst den alten Wandbelag entfernen. "Einfach Übertapezieren" ist zwar häufig angesagt, um Zeit zu sparen. Aber erstens macht das Ablösen einer jahrzehnte alter mehrlagigen Tapetenkruste niemandem Spaß, und zweitens sind Sie es vielleicht ja selbst, der sich in wenigen Jahren über die eigenen Altlasten ärgert.
Zum Ablösen der Tapeten benötigen Sie einen Eimer Wasser, in den Sie einen kräftigen Schuss Spülmittel geben. Mit einer Malerbürste bringen Sie nun möglichst viel Spüliwasser auf die Wandfläche auf, so dass die Tapete aufweicht und sich dann mit einem Spachtel ablösen lässt. Stellt sich das Ablösen der Tapete als sehr mühsam dar, müssen Sie Tapete mehrmals einweichen oder auf einen speziellen Tapetenlöser zurückgreifen.
Kleinere Putzschäden ausbessern
Nachdem alle Tapeten entfernt sind, wird der Untergrund präpariert.
Kleinere Putzschäden können durch Spachteln mit Spachtelmasse
auf Gipsbasis oder mit schnelltrocknendem Gips ausgeglichen werden.
Löcher kratzen Sie am besten mit einem Stielspachtel aus,
um alle losen Mörtelteile zu beseitigen. Danach füllen
Sie das Loch mit der angerührten Spachtelmasse auf (Abb.
5). Da die Spachtelmasse sich während des Trocknens etwas
zusammenzieht und einfällt, sollten Sie nach ca. einer halben
Stunde Trocknungszeit noch einmal spachteln. Unregelmäßige
Spachtelgrate können Sie zum Schluss auf dem trockenen Untergrund
mit einem feinen Schleifpapier glatt schleifen.
Größere Risse ausbessern
Bei kleineren Rissen verfahren Sie ebenso, größere
Risse müssen Sie mit einem Rissband armieren. Der Riss wird
ausgekratzt und mit Wasser benetzt. Dann wird eine Schicht Spachtelmasse
aufgetragen und das Rissband (ein hauchdünnes Glasfaserband)
in Längsrichtung des Risses darüber gelegt. Tragen Sie
darauf eine weitere dünne Schicht Spachtelmasse auf und ziehen
Sie vorsichtig mit dem Stielspachtel über die Fläche,
um sie zu glätten. Nachdem die Stelle getrocknet ist, können
Sie sie mit einem feinen Schleifpapier vorsichtig schleifen.
Risse, die aufgrund verschiedener, gegeneinander arbeitender Materialien (Gipskartonplatten/Mauerwerk, Holz/Mauerwerk) entstehen, können dauerelastisch mit Acrylfugenmasse verfugt werden.
Fugen zwischen Gipskartonplatten verspachteln
Beim Einbau von Zwischenwänden aus Gipskarton müssen die Fugen zwischen den Platten verspachtelt werden. Dafür gibt es Fugenfüller auf Gipsbasis. Ziehen Sie die angerührte Masse von unten nach oben über die Fuge, so dass die Spachtelmasse in die Vertiefung gedrückt wird. Nach ca. zwei Stunden Trocknungszeit tragen Sie eine zweite dünne Schicht auf. Bei Neubauten werden die Wände oft mit Gipskartonplatten verkleidet. Hier werden die Stöße verspachtelt, um eine ebene Fläche zu bekommen.
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