Verwitterung weiterer existierender Steine

Wie unter 4.4 beschrieben ist Basalt sehr witterungsbeständig, was die These vom Erodieren weiterer existierender Steine unwahrscheinlich erscheinen lässt. Doch angesichts der Zeitspanne zwischen Herstellung des Steines von Rosette und heute und bei den unwirtlichen Bedingungen der wüstennahen Region in Ostägypten muss diese Möglichkeit in Erwägung gezogen werden. Jedes Gestein ist in offener Natur der mechanischen Verwitterung durch Temperaturschwankungen, der Salzsprengung und chemischen Verwitterungen durch die lösende Wirkung von Wasser und atmosphärischen Gasen (Lösungsverwitterung) ausgesetzt, sowie der chemischen Umsetzung, der Oxidationsverwitterung. So ist nicht zuletzt der Stein von Rosette selber Zeugnis der Zerstörung. Nicht nur dass oben die linke und unten die rechte Ecke angebrochen ist, auch die erhaltenen Flächen weisen Abnutzungsspuren auf. Nur an einer Stelle ist die Oberfläche so glatt und tiefschwarz glänzend, wie man Basalt heute als Architekturelement sieht. Der größte Teil jedoch ist sehr stark aufgeraut durch kleine herausgesprengte Stückchen Basalt. An einer Stelle im griechischen Textteil sind die Furchen so tief und dicht, dass der Text partiell unleserlich wird. Aus der also tatsächlich starken Beutelung des Rosettesteines lässt sich ableiten, dass eventuell hergestellte weitere derartige Steine bei nur gering härteren Bedingungen durchaus auf natürlichem Wege unkenntlich gemacht werden konnten. Möglicherweise ist bei weiten die Oberfläche so zerfurcht, dass Schriftgravuren sich nicht mehr erkennen lassen und es ist nicht auszuschließen, dass ein anderer vielleicht gänzlich in tausend Stücke zerfallen ist.

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Autor: Jan Romberg