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Fandom-A-Week
164
Infozine. Ausgabe zum Film INDEPENDENCE DAY: Kritik von Robert Musa
(dt.; FAW erscheint ..., FAW 164: 6.Nov 1996)
Ein Fanzine wie es sein sollte: Spontan, kritisch und ohne Blatt vor dem Mund wird Roland Emmerichs Film INDEPENDENCE DAY hier verrissen.
Vermutlich würde sich Robert Musa energisch gegen einen Einleitungssatz wie "An INDEPENDENCE DAY scheiden sich die Geister." wehren. Denn nach der Lektüre seiner Kritik - des einzigen Beitrages dieser FAW-Ausgabe - bin ich mir sicher, daß er den Befürwortern des Films ohnehin jeden Funken Verstand absprechen würde. Bevor es aber ans Eingemachte geht, bekommt die kommerzielle Presse ihr Fett weg: Die habe nämlich schlicht die Werbeunterlagen der Filmfirma geplündert und schriebe ihre "Kritiken", indem sie die Selbstbeweihräucherungen der Filmemacher kurzerhand übernehme, seien sie auch noch so abwegig. Es wäre aber schön gewesen, wenn Robert hier etwas differenziert hätte. Denn es gab sie ja auch, die Verrisse. Der Tenor aber stimmt; die Dreistigkeit, mit der etwa der Sender VOX Werbestreifen a la THE MAKING OF ... als Programmbeitrag serviert, ist dafür beredtes Beispiel.
Roberts eigentliche Kritik beschränkt sich darauf, einige physikalische Unmöglichkeiten und Schwachstellen der Handlung vorzuführen: wie eine Feuerwalze alles überrollt und vernichtet - und die Beobachterin der Vernichtung entgeht, indem sie sich um die Ecke in Sicherheit bringt. Oder der Computer der Aliens einem schnell dahingetippten Computervirus zum Opfer fällt - hier immerhin hat Robert eine Erklärung gefunden: Vermutlich hatten die Außerirdischen die Software von Microsoft bezogen ...
An anderer Stelle fallen Robert Musa die - entgegen Pressemeldungen - schrecklich flachen Charaktere und Handlungsschemata auf. Ganz zu schweigen davon, daß der Film überhaupt eine Ansammlung geklauter Szenen sei.
Natürlich hätten sich auch Pluspunkte finden lassen: Denn wer bereit ist, nicht weiter über das Gesehene nachzudenken, der wird sicher sein Vergnügen gefunden haben an den überall gelobten Filmtricks und dem ganzen waffentechnischen Inferno. Über Tricks und Dramaturgie findet sich in Roberts Kritik nichts. Muß aber auch nicht, denn was er da als Besprechung serviert, das ist ja sein sehr persönlich gefärbter und durchaus auch emotionaler und manchmal auch eifernder Bericht. Und der ist ganz so, wie ein Fanzinebeitrag sein sollte: spontan, kritisch und ohne Blatt vor dem Mund.
Ein blöder Tippfehler führt übrigens dazu, daß dem Leser einige Absätze glatt unterschlagen werden. Hier hilft ein Blick in den Quellcode. Mich störte beim Lesen außerdem die benutzte Rahmentechnik. Der üppig breite Seitenrahmen links, der lediglich eine Auflistung anderer vorhandener FAW-Ausgaben enthält, frißt Ressourcen und Zeit und ist für die Lektüre absolut überflüssig. Wer ihn sich ersparen will, clicke nicht den Namen des Zines, sondern die Ausgabennummer am Anfang dieser Besprechung an.
Thomas Schmitz
Bochum, 30.12.1996
(Netscape 2.02)
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