
Wir alle brauchen
unsere Träume.
Die kleinen Träume,
die den Tag durchziehen.
Kleine, bunte Inseln im Alltag.
Regenbogenartige Zärtlichkeiten,
die sich durch das Leben kringeln
und uns die Welt umarmen lassen.
Und die grossen Träume,
die uns Hoffnung geben,
die uns die Zukunft im Lichte erscheinen lassen.
Die mutigen Träume vom Frieden für die Erde,
für ihre neue, gerechte Gestalt.
Von Delphinen und Fischen,
die um Klarheit für die toten Flüsse und Meere bitten.
Von einem anderen Leben für all diejenigen,
die hungern und gegen Mutlosigkeit kämpfen.
An der Schwelle des 3. Jahrtausend
wieder der Traum von der Gottessache,
dem persönlichen Gebet,
den menschlichen Gesprächen.
Die Träume von einer lebendigen Religion,
die zum Wesen des Menschen gehört.
Und die ganz grossen Träume der Katholiken und Lutheraner,
die die Kontroverse von "sola fide" und "simul
iustus et peccator"
(Luthers Rechtfertigungslehre)
in gemeinsamer Erklärung überwinden wollen.
Die kleinen und die grossen Träume,
die uns weitermachen lassen,
bis sie wahr werden, ..... die Träume.
.....einige auf jeden Fall.
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Passionszeit
Leidenszeit.
Im Blick
auf die Millionen Toten in den grossen Weltkriegen und die Tausenden Verletzten und Toten
auf Minenfeldern und in Bürgerkriegen in Jugoslawien, Palästina, Afghanistan, Bosnien
etc. und den Hunger in Afrika und Indien eine Gedenkzeit, die betroffen macht. Wir
kennen die Menschheitspassion in den Elendsvierteln von Lateinamerika und den Steppen und
Höhlen Afrikas das herzzerreissende Elend!
Passionszeit
Leidenszeit.
Im Blick
auf die vielen psychisch Kranken, die durch Umwelteinflüsse, Stress und Drogen gestört
und verwirrt um sich blicken eine ernste Bedenkzeit. Wir kennen die
Menschheitspassion in Heilanstalten und Kliniken die hoffnungslose Trauer, das
dumpfe Dahinleben.
Passionszeit
Leidenszeit.
Im Blick
auf die Seuchen dieser Zeit: Aids, wieder aufflammende Tuberkulose, Cholera eine
Angst, die verunsichert. Wir kennen die Menschheitspassion in der Abgeschiedenheit und in
Quarantäne die Last der Schmerzen, der allmähliche Verfall.
Passionszeit
Leidenszeit.
Im Blick
auf die Kranken und Alten, die verzweifelt im Todeskampf stehen eine Tatsache, die
man fürchtet. Wir kennen die Menschheitspassion in den Pflegeheimen und Endstationen
die beginnende Agonie, das Ende.
Passionszeit
Leidenszeit.
Jesus hat
nicht etwa theoretisch gelitten, sondern körperlich und qualvoll: er wurde geschlagen,
ausgepeitscht, gekreuzigt. Der Angstschweiss stand ihm auf der Stirn, um ihn herum Spott
und Gelächter. Die sengende Hitze und dann der entsetzliche Fieberdurst im Todeskampf.
Das Angenageltsein zwischen Himmel und Erde preisgegeben verlassen
allein !
Viele
Menschen leiden so. Mitunder fragen Christen heute, ob das Leiden und Sterben Jesu
qualvoller und schrecklicher als andere Leiden war. Sie denken dabei an Menschen, die noch
härter behandelt wurden, bestialisch vernichtet. Es gibt unvorstellbare, ausgeklügelte
Methoden, einen Menschen zu zerstören. Jesus ist unter ihnen nicht der Grösste, nicht
der Tapferste und im Leiden Erprobteste, er steht solidarisch bei ihnen. Damit der Blick
frei wird für die Hoffnung über den Tod hinaus. Dort ist er Herr über den Schmerz und
alles Leiden.
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Es
war unmittelbar vor dem Passahfest, jenem grössten jüdischen Fest im Frühling,
an dem das Volk Israel seine Befreiung aus Ägypten feierte. Überall waren
Festvorbeitungen im Gange, aufgeregte Unruhe und festliches Treiben bestimmte
die Menschen. Tausende waren gekommen. Auch Jesus kommt zum Fest. Es ist ein
dramatischer Auftritt: er reitet nicht hoch zu Ross, sondern klein zu Esel! Und
die Menschen vor den Toren der Stadt sind begeistert und jubeln ihm zu: "Er
ist gut! Er spricht die Wahrheit! Er ist der König! " Sie reissen
Palmzweige von den Bäumen, winken ihm zu und strecken ihm ihre Hände entgegen.
Sie haben grosse Sehnsucht nach dem irdischen König, der Gottes Reich bringen
wird.
Vergleichbar
ist diese Scenerie mit den grossen Kirchentagen, wo hunderttausende Menschen
zusammenkommen und bei den Gottesdiensten im Freien eine anregende Stimmung
herrscht und dann alle gemeinsam singen: " Grosser Gott wir loben dich!
" Man ist wie hypnotisiert. Die Sache mit Gott muss auch Spass machen
dürfen und Begeisterung ist eine Gabe des Schöpfers. Aber da müssen wir
Menschen vielleicht ein bischen lernen. Das Hoch-zu-Ross steckt sehr in uns drin,
im Kleinen wie im Grossen. Wir zeigen uns doch gerne stark. Jesus kommt aber
still und einfach. Er ist ganz für die Menschen da, nicht nur, um sich feiern
zu lassen.
Denn
als er sich aufmachte auf diesen Weg nach Jerusalem, da wusste er, dass es ein
letzter todbringender Weg war. Dass ihm Verrat, Spott und ein qualvolles Sterben
bevorstand. Auch für uns bedeutet es einen manchmal mühseligen Weg und ein
schweres Stück Arbeit, dem auf einem Esel reitenden Jesus nachzufolgen.
Begeisterung gelingt uns schon, das Richtige zu glauben und zu tun ist das, was
wir immer wieder üben müssen.
Aber
nicht nur eine festliche Bombenstimmung war da in diesen Tagen vor dem
Passahfest vorhanden, es war auch noch etwas anderes zu spüren. Ein
gefährliches Schweigen von offizieller Seite schien auf etwas Unvorhergesehenes
hinzudeuten. Da lag auch etwas Unheimliches in der Luft. Aber die Jünger
schienen es nicht zu merken. Sie suchten nach einem Ort, an dem sie mit Jesus
das Passahmahl halten konnten und machten sich an die Vorbereitungen.
Jesus
freilich wusste, dass ihm sein letztes Mahl bevorstand. Er wusste, dass die
Menschen seine Art der Liebe nicht gelten lassen können. Er wusste, dass sie
seine Geduld nicht ertragen können, dass sie seine Güte für Schwäche halten,
seinen Tod für das Ende.
Als
alles bereitet war, reichte er ihnen allen das Brot und den Wein.
Dem
Lieblingsjünger Johannes ebenso wie dem starken und mutigen Petrus und auch dem,
der ihn verraten wird. Wie selten zuvor verband sie eine starke Gemeinschaft
untereinander und sie fühlten eine tiefe Verbundenheit mit ihrem Meister. Eine
tiefe innere Sehnsucht kam zur Ruhe, der Wunsch nach Geborgenheit erfüllte sich,
Schuld und Versäumnisse fielen von ihnen ab. Sie fühlten sich froh, an Leib
und Seele gesättigt, aufgehoben in einer Liebe, in der sie so gewiss und froh
noch niemals vorher gewesen waren. Bei allem, was ihnen an jenem Abend
unverständlich blieb, eins verstanden sie sehr genau: was soeben mit ihnen und
zwischen ihnen geschehen war, war die Erfahrung dessen, was der Meister ihnen
sein ganzes Leben lang nahebringen wollte. Das, was Jesus sie gelehrt hatte:
seine Worte der Vergebung, seine Gesten und Taten der Liebe - das alles
verdichtete sich zur Erfahrung des Herrn selbst.
Und
das geschieht bis heute. Wo Menschen sich am Tisch des Herrn versammeln,
erfahren sie die Wirklichkeit des Herrn. Das, wofür Jesus gelebt und wofür er
gestorben ist, für seine vergebende Liebe, die uns frei aufatmen und die uns
aus aller Schuld neu anfangen lässt. Bei jedem Abendmahl werden wir der Liebe
Jesu gewiss, die uns stärkt, Kummer und Not auszuhalten, die uns Kraft gibt zu
einem Leben in Verantwortung und Liebe, die uns mit tiefer innerer Lebensfreude
erfüllt.
Silvester
- immer die gleiche Prozedur wie jedes JJahr! An Sylvester kommt
keiner vorbei. Der Jahreswechsel macht diese Nacht zu einer
besonderen und jeder begeht sie auf seine Weise:
Viele
ziehen die Stille vor mit dem Blick zurück auf das, was gelang und
was versäumt wurde, denn sonst gibt es keine Kurskorrektur und
es ist kein sinnvoller Neubeginn möglich. Wenn man doch schon mal
durch das Schlüsselloch der Tür zum neuen Jahr blinzeln könnte:
Was
wird uns das Neue Jahr bringen??
Oft
ist auch der letzte Tag im Jahr von unbestimmtem Schmerz begleitet.
Vergänglichkeit wird spürbar und auch Zukunftsangst. 365
Tage sind verflogen, zerronnen mit kleinlichen Mühen und unnützen Konflikten.
Gute Vorsätze werden gefasst, sich künftig aufs Wesentliche zu
konzentrieren, bewusster und liebevoller zu leben.
Und
es ist doch auch gut, an Sylvester einen Moment der Schwäche auszuhalten. Denn
das ist unsere von Gott geschenkte Freiheit: Wir
dürfen Versäumnisse und Versagen erkennen und eingestehen, weil sie
ja von Gott schon erkannt sind und wir dennoch angenommen sind.
Die
Anderen begehen den Eintritt ins Neue Jahr als rauschendes Fest mit Champagner
und Knallerei und lassen keine Bedrückheit und Schwäche aufkommen.
Das Jahresende richtig nutzen, die 365 Tage klar wahrnehmen
und sich neue Horizonte setzen und vor allen Dingen dankbar bedenken, was
gewesen ist. Liebevoll auf das gelebte Leben zurückblicken:
Was haben wir geschafft? Was bewirkt? Was gesucht? Was gelesen?
Was verschuldet? Wen enttäuscht? Wen ertragen? Wen geliebt? Wen
verloren? Wen glücklich gemacht? Fragen über Fragen, denn uns war viel
Zeit anvertraut. Und nun dürfen wir dankbar und mit Freude in das Neue
Jahr eintreten. Wir dürfen neu wagen, wir dürfen feiern, denn auch das Jahr
2001 ist ein Jahr des Herrn! - Anni Domini !
Das
Gehen des alten und das Kommen des neuen Jahres mit Lieben und Leiden,
unserem Geben und Nehmen steht unter Gott, der da war und der da ist und der da
kommt!
Ver
Saludos a los Confirmandos
Ver
sermones

