Das Systemdenken lehrt eine ganzheitliche Sicht der Dinge dieser Welt und konzentriert sich nicht auf die Grundbausteine, sondern vielmehr auf Grundprinzipien der Organisation. Systemdenken ist "kontextbezogen", und das ist das Gegenteil von analytischem Denken. Systemdenken heißt, daß etwas in den Kontext eines größerern Ganzen gestellt wird.
Die Systemtheorie ist jene Theorie, die als Gegenpol zu dem auch in unserer Zeit vorherrschenden mechanistischen (kartesianisch) Weltbild heute bei einigen Biologen, Physikern, Soziologen und Pädagogen wieder vertreten wird.
Ihre Vorreiter sind die Weltanschauungen des antiken Griechenlands, dem Mittelalter, der Romantik des 18./19.Jhrs, sowie die bahnbrechenden Entdeckungen und Erkenntnisse verschiedener systemisch-orientierter Forscher des späten 19.Jh. und des 20.Jhs., wie Hans Driesch (Experimente mit Seeigel), Lawrence Henderson (Begriff: System), Werner Heisenberg (Quantenphysik), später dann Alexander Bogdanow (Begründer der Tektologie), Ludwig von Bertalanffy (Offene Systeme und Fließgleichgewicht), Norbert Wiener (Kybernetik) und Humberto Maturana (Kognitionsforschung).
Aus einer Synthese dieser Denkrichtungen entwickelte Fritjof Capra eine neue moderne Fassung des Systemdenkens. Seine Kollegen und er haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen zu vermitteln, daß unsere den Menschen in den Mittelpunkt stellenden Wertvorstellungen unvorteilhaft sind, wenn wir doch eigentlich für weitere Generationen nachhaltig wirtschaften sollten.
Deswegen sollten ihrer Meinung nach den Schlagworten Kooperation, Nachhaltigkeit, Flexibilität, Vielfalt, Partnerschaft, Vitalität, Intuition und Qualität mehr Bedeutung beigemessen werden, um schließlich zu der Erkenntnis zu gelangen, daß das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile.