Moderne Missionen


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Lange Zeit nach Viking wurden keine neuerlichen Missionen zum Mars mehr unternommen, nicht nur wegen der vermeintlich negativen Ergebnisse der Suche nach Leben, dem teuren Space-Shuttle-Programm und wegen Budgetkürzungen bei der NASA, sondern vor allem, da die Wissenschaftler noch Jahrzehnte brauchen sollten, um alle Daten der Mariner- und Vikingmissionen auszuwerten.
Die Sowjetunion begann schließlich als erste Weltraummacht wieder damit, Sonden zum Mars zu schicken. 1988 wurde das Sondenpaar Phobos 1 und 2 gestartet. Der Kontakt zur ersten Raumsonde riss leider aufgrund einer fehlerhaften Kommandosequenz vorzeitig ab, so dass die Lander nicht auf den Mond abgesetzt werden konnten, doch Phobos 2 gelang es, eine Reihe von Fotos aus der Umlaufbahn um den Mars und von dem gleichnamigen Mond sowie Daten über das Magnetfeld und die Ionosphäre des Planeten zur Erde zu senden, bevor die Sonde durch einen Computerfehler außer Kontrolle geriet.
Doch auch Amerika sollte seinen Blick wieder vermehrt auf den Mars richten: Der amerikanische Präsident George Bush beschloss schließlich (unter anderem wegen des Challenger-Unglücks), die oberste Priorität der Weltraumforschung auf die Planeten und dabei besonders auf unseren Nachbarn, den Mars, zu richten. Zu diesem Zweck wurde das Projekt Mars Environmentals Survey (MESUR) ins Leben gerufen, in dessen Rahmen in den nächsten zwei Jahrzehnten insgesamt etwa 12 bis 20, vergleichsweise billige Sonden zum Mars geschickt werden sollten, ohne auch nur eine der Startmöglichkeiten auszulassen, die sich in Folge der etwa alle 780 Tage auftretenden Marsoppositionen (Mars in einer Linie mit Erde und Sonne) anbieten sollten.

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Die erste Mission nach 17 Jahren Abstinenz wurde schließlich 1992 gestartet. Doch nachdem die Allround-Sonde Mars Observer, die den Planeten kartografieren sowie Geologie, Oberfläche, Atmosphäre und Magnetfeld des Mars untersuchen sollte, während der Annäherung an der Mars ein paar Bilder zur Erde gesandt hatte, brach der Kontakt zu ihr ab, als die Raketen gezündet werden sollten, die sie in einen stabilen Orbit bringen sollten.
Doch auch die Russen wollten es nach so vielen Fehlschlägen noch einmal wissen und rüsten eine teure 6-Tonnen-Sonde aus (Russische Sonden waren oft 3 bis 6 Tonnen schwer, während amerikanische Flugkörper meist 1 Tonne nicht überschritten). Unglücklicherweise zerstörte die jüngste russische Mission jedoch alle in sie gesetzte Hoffnungen: Das Triebwerk zündete nicht richtig und die Sonde „Mars `96“ mit 4 Landemodulen und Experimenten aus 22 Ländern (vor allem aus Deutschland) explodierte bereits beim Start. Unter den verlorenen Objekten befand sich auch ein heliumgefüllter Marsballon mit einer Instrumentengondel aus Frankreich, der sich nachts auf einer flexiblen Titanstange am Boden ausruhen und tagsüber in wenigen tausend Metern Höhe Bilder mit einer Auflösung von nur einem Zentimeter liefern sollte.

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Die nächste amerikanische Mission hingegen sollte sich als ein voller Erfolg erweisen: Die 1996 gestartete Sonde Mars Global Surveyor erreichte den roten Planeten am 11. September 1997 und trotz anfänglicher, den Ablauf der Mission verzögernder Probleme mit einem Sonnenpaddel gelang es, die Sonde durch „Aerobraking“ langsam in eine gleichmäßig-zirkumpolare, sonnensynchrone (die Bilder können so alle kurz nach dem Zenitstand der Sonne aufgenommen werden) Umlaufbahn in 56 bis 378 Kilometern Höhe - letzteres ist die Standardhöhe - zu bringen, in der sie den Planeten binnen 2 Stunden einmal umkreist. Die kartografischen Aufnahmen waren dabei so angelegt, dass alle wesentlichen Veränderungen während eines Marsjahres aufgenommen werden konnten, weil die Sonde den Planeten in einer Woche einmal vollständig ablichtet. Auf diese Weise konnte die Sonde - wegen der Verzögerung durch die Umstellung auf einen sanfteren, das Solarpaddel nicht so stark belastenden Orbit erst ab März 1999 - mithilfe von MOLA (Mars Orbiter Laser Altimeter) eine sehr detaillierte fotografische und auch topografische Karte der Marsoberfläche erstellen (von vielen Oberflächenobjekten wurden Aufnahmen gemacht, die sogar noch Details von einem Meter Größe zeigen, während der gesamte Planet mehrmals recht genau fotografiert wurde). Neben detaillierten Untersuchungen der Atmosphäre, des Gravitations- und Magnetfeldes und des Marswetters beinhaltete die Mission als gewisse Entschädigung für den Polar Lander auch die Suche nach Spuren von Wasser. Und tatsächlich entdeckte die Sonde durch thermische Untersuchungen des Gesteins mit recht hoher Wahrscheinlichkeit riesige Mengen flüssigen Wassers in einem Gebiet unterhalb des Valles Marineris, welches wohl von einer Eruption innerhalb der letzten 10 Millionen Jahre herrühren muss.

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Besonderer Augenmerk wurde bei der Mission auf die Suche nach Gemeinsamkeiten zwischen Erde und Mars gelegt. Auch ein Magnetfeld wurde tatsächlich entdeckt, welches sich, obwohl es mindestens 800 mal schwächer ist als das der Erde, früher, als es stäker war, als entscheidend für die Entwicklung von Leben auf dem Mars erwiesen haben könnte. Merkwürdig war dabei der Fund von „Magnetfeldinseln“, die sich unregelmäßig besonders über geologisch altem Terrain verteilten. Auch die topografischen Messungen (Höhe auf 13 Meter genau, zum Teil sogar sehr viel exakter) erwiesen sich als ein voller Erfolg: Nicht nur die Zweiteilung des Planeten in nördliche Tiefebenen und etwa 5 Kilometer höher gelegene Hochländer im Süden wurde eindrucksvoll bestätigt, auch viele neue Erkenntnisse - beispielsweise über das Hellasbecken - wurden gewonnen. Die Sonde - sie war trotz einiger Probleme mit einem Schwungrad in einer erweiterten Mission ab Januar 2001 erstaunlicherweise noch bis zum April 2002 im aktiven Einsatz - soll auch noch längerfristig von Nutzen sein. Den NASA-Plänen nach soll sie als Relaisstation für zukünftige Marsmissionen dienen.
Denn wie versprochen stellte der 700 Watt starke Mars Global Surveyor nur die erste Raumsonde in einer ganzen Reihe von Missionen dar, die eine jahrzehntelange Untersuchung des Mars ermöglichen sollten und dieses Ziel immer noch verfolgen. In jedem möglichen Startfenster, das heißt alle 26 Monate, sollte fortan mindestens eine Sonde zum Mars aufbrechen. Dabei wird es, unter anderem auch wegen der Idee mit den Relaisstationen zu internationaler Zusammenarbeit von Amerikanern, Europäern, Russen und Japanern kommen: Das größte Weltraumerkundungsprogramm seit Apollo hat begonnen. Und nie zuvor in der Geschichte stand ein Planet so im Zentrum des Geschehens wie jetzt der Mars.

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Schließlich fand, wie geplant, im Dezember 1998 der nächste Start statt: Mars Climate Orbiter sollte das Wettergeschehen auf dem Mars genauer unter die Lupe nehmen. Doch die Sonde kam dem Planeten zu nahe und verglühte in der oberen Marsatmosphäre. Auch dem nur knapp einen Monat später gestarteten, unter anderem mit einem Mikrofon (!) ausgestatteten spinnenbeinigen Mars Polar Lander zur Erforschung der marsianischen Klimageschichte, der 2 baugleiche Mini-Bohrsonden (Mars Microprobes) beinhaltete - diese sollten im Marsboden nach Wasser suchen und das Kleinklima untersuchen -, war das Schicksal nicht wohlgesonnen: Der Kontakt zu der Sonde wurde nach der Landung am 3. Dezember 1999 nie wieder hergestellt. Wahrscheinlich hatten sich die Bremsraketen wegen eines Softwarefehlers bereits 40 Meter über dem Boden abgeschaltet.
Viele der 33 Marsmissionen in den letzten vier Dekaden mussten als Fehlschlag zu den Akten gelegt werden, obwohl dies nur zur Folge hatte, dass der Planet - besonders für Ufogläubige - gar noch interessanter wurde.
In konkreten Zahlen ausgedrückt, verliefen nur 9 Missionen, das entspricht 27 %, erfolgreich (Mariner 4, 6, 7 und 9; Viking 1 und 2; Global Surveyor; Pathfinder; Odyssee). 4 der Marsmissionen (12 %) stellten zumindest ein Teilfehlschlag dar, während ganze 20 Sonden (61 %) komplett versagten. Dabei hatten die Amerikaner - 9 erfolgreiche und 5 fehlgeschlagene Missionen - deutlich mehr Glück als die Russen mit 15 totalen und 4 teilweisen Fehlschlägen und die deshalb bisweilen schon fast an einen „galaktischen Guhl“ glaubten, der ihre Sonden verschluckte. Auch wenn Misserfolge in der Zukunft aufgrund des billigeren Baus und des Rückgangs von Redunanzsystemen scheinbar nur noch wahrscheinlicher werden, ist die Technik doch viel ausgereifter als noch vor kurzem: Daher gibt sich die NASA auch im Hinblick auf eine bemannte Marsmission optimistisch, derartige Ereignisse in Zukunft auf ein Minimum begrenzen zu können.

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Die jüngste Mission scheint sich diesem Plan entsprechend als voller Erfolg zu erweisen. Mars Odyssey - als Würdigung des Kulfilms „Odyssee 2001 im Weltraum“ - wurde im April des namensgebenden Jahres gestartet und erreichte den roten Planeten nach 6-monatigem Flug am 24. Oktober 2001. Den Planungen entsprechend war der Prozess des „Aerobraking“ (langsames Abbremsen und Absenken der Umlaufbahn durch den Luftwiderstand der oberen Atmosphären- schichten), während dem nur der gut arbeitende Neutronendetektor aktiviert war, im Januar 2002 abgeschlossen. Daraufhin begann die für eine Einsatzdauer von 2 ½ Jahren (entspricht 917 Tagen, also bis April 2004) konzipierte Sonde im Februar in ihrer sehr niedrigen Umlaufbahn damit, Daten über den roten Planeten zu sammeln. Dabei soll sie mithilfe eines Thermalsensors (dieser kann, da er 30mal stärker als alle seine Vorgänger ist, auch die Oberflächenstruktur bestimmen), einer Infrarotkamera und eines Gammastrahlendetektors die chemische, mineralogische und geologische Oberflächenstruktur des Mars erforschen, nach Wasser in Form von Eis oder gar Überresten von heißen Quellen Ausschau halten, (nach Anlaufschwierigkeiten) die Strahlungsbedingungen - besonderes Augenmerk gilt hier der Entstehung von Leben auf dem Mars und der Vermeidung unnötiger Gesundheitsrisiken für Astronauten - auf dem Planeten näher zu untersuchen und damit auch nach geeigneten Landeplätzen für zukünftige Missionen - sowohl mit als auch ohne Menschen - zu suchen. Zudem soll sie als Ersatz für den verlorengegangenen Mars Climate Orbiter in die Bresche springen und das Klima- und Wettergeschehen auf dem Mars über einen Zeitraum von mehr als einem kompletten Jahr genauer unter die Lupe nehmen (Dafür wurde der geplante Lander ersatzlos gestrichen). Auch die Suche nach Leben (zum Beispiel in heißen Quellen, unterirdischen Kavernen flüssigen Wassers oder Vulkanschlöten, die aufgespürt werden sollen) oder Überresten davon mit den aus dem Orbit anwendbaren Mitteln ist ein Teil der Mission. Die Mission ist für diese Zwecke mit den besten wissenschaftlichen Geräten fast aller raumfahrenden Nationen ausgerüstet, unter anderem auch mit optischen Rezeptoren, die - für eine solche Multifunktionssonde erstaunliche - Auflösungen von bis zu 18 Metern liefern sollen. Bereits wenige Tage nach dem Missionsstart machte die Sonde ihren ersten phänomenale Fund, die Entdeckung von riesigen, bisher unbekannten Wassereisvorkommen (durch die zahlreiche Spaltung von Wassermolekülen und die damit abgegebene Gammastrahlung) in der Südpolregion des roten Planeten. Um den Südpol selbst haben die Neutronendetektoren nur langsame Teilchen ausgemacht, ein untrügliches Zeichen für ein massives Wasservorkommen.
Einen weiß-roten Farbtupfer unter den vielen NASA-Missionen stellt die 1998 gestartete japanische Marssonde Nozomi (Hoffnung) mit Experimenten aus den USA, Kanada, Deutschland und Schweden dar, die jedoch bei den sogenannten „Swing-By-Manövern“ nach dem Prinzip der Gravitationsschleuder zu wenig Schwung bekam und den roten Planeten und damit ihr Ziel, die obere Marsionosphäre und ihre Wechelwirkungen mit dem Sonnenwind zu untersuchen, wohl erst 2003 erreichen kann.

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Auch in Zukunft scheint die Erforschung von Atmosphäre, Klima, Wetter, Staubstürmen, Oberflächen- strukur, Bodenaufbau und -komposition, chemischen und physischen Eigenschaften sowie Wasser- und Ressourcen- vorkommen des Mars nicht stillzustehen, denn neben den zahlreichen NASA- Missionen sollen auch einige europäische, japanische und internationale Sonden zu dem roten Planeten aufbrechen. Der nächste Massenstart von Sonden wird den Planungen gemäß an Pfingsten 2003 stattfinden, einer der besten Start- möglichkeiten in der näheren Zukunft, da die Entfernung zum roten Planeten aufgrund der elliptischen Umlaufbahnen von Erde und vor allem von Mars zwischen verschiedenen Konjunktionen recht stark schwankt. Und 2003 ist die Entfernung mit knapp 56 Millionen Kilometern (Der Mars erscheint dann als 25,1" große Scheibe) so gering wie alle 284 Jahre - zuletzt 1719 und erst 2287 wieder...
Unter den zu diesem Zeitpunkt startenden Sonden befinden sich den Planungen nach auch die zwei Schwestersonden der Mars Surveyor 2003 Mission, die beide mit einem Erkundungsrover ausgestattet sind. Die beiden schweren Mars Exploration Rover (Start der Sonden am 22. Mai beziehungsweise am 27. Juni 2003) sollen ab dem 2. beziehungsweise 20. Januar 2004 mindestens 3 Monate lang die Umgebung ihrer Landeplätze erkunden. Dabei ermöglicht es neben starken Bremsraketen eine ausgereifte Airbag-Technologie auch recht unwirtliche - und daher interessante - Gebiete zu besuchen, zumal die beiden Vehikel in völlig unterschiedlichen Gegenden eingesetzt werden sollen. Hiermit sind vor allem äquatonahe Regionen an der Übergangszone der südlichen Hochländer zu den nördlichen Tiefebenen gemeint, die früher einmal mit hoher Wahrscheinlichkeit unter (fließendem) Wasser lagen, unter denen flüssiges Wasser im Boden vermutet werden oder die einst besondere Voraussetzungen für die Entstehung von Leben boten.

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Direkt nach der Landung erstellen die Fahrzeuge als erstes Panoramabilder ihrer Umgebung - eines in Normalfarben und eines in Infrarot. Die beiden Schwesterrover wiegen 150 Kilogramm und sind in der Lage, aus eigener Kraft und ohne Basisstation mit der Erde zu kommunizieren. Da sie mindestens 90 Tage lang betrieben werden sollen und, im krassen Gegensatz zu Pathfinder, etwa 100 Meter Strecke am Tag zurücklegen können, haben sie einen Aktionsradius von mehreren Kilometern, was es den Forschern ermöglichen würde, sie an besonders interessante Stellen zu dirigieren. Dabei können sie dank ihrer Kamerasysteme aus eigenem Antrieb effektiv Hindernisse umgehen. Schließlich am Zielobjekt angelangt, kann das Rock Abrasion Tool (RAT) kleine Proben von der Gesteinsoberfläche nehmen und dann im bordeigenen Labor auf seine geologischen und chemischen Merkmale sowie auf die Existenz von Wasser hin untersuchen. Die beiden wichtigsten Geräte dieser Mission stammen aus Deutschland: Das noch von der Pathfinder-Mission bekannte Alpha-Protonen-Röntgen-Spektrometer, welches die chemische Zusammensetzung untersucht und ein Mössbauer-Spektrometer, mit dem ermittelt werden kann, ob und in welcher Zusammensetzung eisenhaltige Mineralien enthalten sind. Für tiefere Einblicke sorgt ein Mikroskop mit angeschlossener Kamera, mit deren Hilfe man sich durch winzige mineralische und kohlenstoffhaltige Gaseinschlüsse Hinweise auf die vulkanisch aktiven Epochen des Mars erhofft. Eventuell kann man auf diese Art und Weise sogar marsianischen Mikroorganismen auf die Schliche kommen. Doch auch so könnte das Projekt im Falle eines Erfolgs einen bedeutenden technischen und wissenschaftlichen Schritt nach vorn machen und die beiden voluminösen Rover würden eventuell selbst Sojourner noch bei weitem überflügeln...

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Fast zur selben Zeit (1. bis 11. Juni 2003) soll mit einer russischen Soyuz-Rakete auch eine europäische Sonde namens Mars Express starten, welche sowohl aus einem Orbiter als auch einem Landemodul bestehen wird, das am 26. Dezember 2003 mithilfe von Fallschirmen und Airbags in Isidis Planitia, einer relativ ebenen und milden Gegend nahe des Marsäquators, landen soll. Der Orbiter hat die Aufgabe, mithilfe einer in Berlin gefertigten Spezialkamera exakte optische-geologische (10 Meter Genauigkeit) und mineralogische (100 Meter Genauigkeit) Karten der gesamten Marsoberfläche zu erstellen, die Zusammensetzung der Atmsophäre und des Untergrunds des Permafrostbodens - dabei steht die Suche nach Hinweisen auf flüssiges Wasser unter anderem mithilfe von Tiefenradar im Vordergrund - sowie ihren Zusammenhang (Oxidation etc.) zu untersuchen. Außerdem soll die Orbitalsonde als ungewöhnliche Extraaufgabe die Auswirkungen des Sonnenwindes auf die Oberfläche des roten Planeten bestimmen. Eventuell soll sie auch einen von der privaten Mars Society finanzierten, der gescheiterten französischen Planetarsonde von 1996 ähnlichen 300-Kilogramm-Ballon für 50 Millionen Euro aussetzen. Dieser soll dann in der Lage sein, mit einem Bodenradar Wasser aufzuspüren und mit einer Weitwinkelkamera mit einer Auflösung von 20 Zentimetern pro Pixel Aufnahmen anfertigen zu können. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden sich auch einige der Experimente der verunglückten Mars `96-Mission unter den 7 wissenschaftlichen Gerätschaften an Bord befinden.
Der 60-Kilogramm-Lander Beagle 2 von Mars Express soll mit seinem Roboterarm und seiner maulwurfsähnlichen Tochtersonde, welche unterirdische Gesteinsproben zur Gasanalyse sammeln kann, die Geologie und Geochemie der Landezone zu bestimmen, die Atmosphäre zum besseren Verständnis des marsianischen Klima- und Wettergeschehen untersuchen und auch nach möglichen Anzeichen für Leben auf dem roten Planeten fanden (Daher auch die Benennung nach dem Schiff, auf dem Darwin seine Evolutionstheorie aufstellte). Hierfür hat er einige hochkarätige Messgeräte an Bord: Gaschromatographen, Massenspektrometer, ein Mikroskop sowie eine Weitwinkel-Panorama-Kamera, Mossbauer- und Röntgenspektrometer und Umweltsensoren. Dabei ist die kleine Tochtersonde des Landers mit einem Bohrkopf ausgestattet, der sich mit 1500° auch durch die stärksten Marsgesteine schmelzen und dann in großen Tiefen (bis zu einem Kilometer) Untersuchungen anstellen kann. Die meisten der Experimente dienen dem Zweck, herauszufinden, ob das Wasser, das einst den Mars bedeckte, zum größten Teil in den Weltraum entwichen ist oder - was wahrscheinlicher erscheint - im Boden gespeichert wurde. Dabei wird der Maulwurfssonde eine recht gute Chance zugestanden, im Marsboden auf Spuren von flüssigem Wasser oder gar auf Hinweise für die Existenz von Mikroorganismen zu stoßen. Beagle 2 ist damit die erste Sonde seit Viking, deren oberste Priorität es ist, nach Spuren von Leben auf dem roten Planeten zu fanden.

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Während des nächsten Startfensters 2005 werden aller Wahrscheinlichkeit nach 2 Missionen mit den Namen Mars Reconnaissance Orbiter und Mars Surveyor 2005 Orbiter in Richtung Mars aufbrechen. Neben exakten Messungen zur Kartografierung des Planeten sollen sie auch Bilder vom Mars mit einer Auflösung von 20 Zentimetern liefern können.
Im Jahre 2007 sieht die Sache bereits deutlich unklarer aus: 5 Raumsonden haben gute Chancen auf einen Start, darunter eine deutsch-französische Mission namens Netlander, die 4 Landemodule beherbergt, welche ein Jahr lang die Marsoberfläche intensiv geophysikalisch und klimatologisch untersuchen sollen, und ein leistungsstarker und mit vielen Experimenten ausgerüsteter Rover, der neben seinen zu erfüllenden wissenschaftlichen Aufgaben auch die Möglichkeit einer sicheren Landung in einer Problemregion unter Beweis stellen soll.
Auch für 2009 können noch keine genauen Vorhersagen getroffen werden, vermutlich kommt es jedoch zum Abwurf von Clustern von Landekapseln oder zum Start von neuen Kommunikationssatelliten. Die Mars Society Deutschland plant mit Unterstützung der deutschen Luft- und Raumfahrtgesellschaft als erste private Organisation für die Zeit um 2009 eine Marssonde, welche in erster Linie aus einem Ballon zur Beobachtung vertikaler geologischer Schichten (vor allem durch Wasser- und Erosionseinwirkung gebildete Formationen) dienen soll, die von einem Satelliten aus nicht beobachtet werden können. Sollten die Techniker die hohen technischen Anforderungen meistern können, würde dies die erste alleinige interplanetare Mission Deutschlands darstellen.

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Andere Ideen sehen für die folgenden Jahre Kleinstmissionen mit Sonden unter 200 Kilogramm vor, die auf normalen Raketen gewissermaßen als Beiwerk huckepack reiten und danach von alleine zum Mars starten könnten. Dort wären sie beispielsweise in der Lage, zahlreiche derselben Penetratoren auf den roten Planeten abzuwerfen (die bereits für 1999 vorgesehen waren). Auch eine sogenannte MICE-Sonde (Mars Ice Cap Explorer), welche sich mithilfe eines Nuklearreaktors kilometertief in die Nordpolkappe des Planeten schmelzen würde und damit ein umfassendes Bild der Klimageschichte des Mars zeichnen und eventuell sogar Leben entdecken könnte, käme in näherer Zukunft in Betracht. In Frage käme auch der Einsatz eines sogenannten Marsballs, eines kugelförmigen, mit Luft gefüllten Gebildes, das sich dank seiner Form nur durch den Wind und Flüssigkeitsverschiebungen im Inneren bewegen und dabei Messungen durchführen könnte. Auch ist ein Projekt in Planung, bei dem eine Art Heißluftballon jahrelang über dem Mars schweben soll. Hierzu würde er aus Boden und Luft den benötigten Treibstoff gewinnen (oder einfach tagsüber die gute Thermik ausnutzen) und damit innerhalb von einigen wenigen Stunden über hundert Kilometer zurücklegen können. Die jeweiligen Landeplätze könnte die Sonde dann 2 oder 3 Tage lang untersuchen oder gar Bodenproben von ihnen nehmen. Auf diese Weise könnte sie im Laufe mehrerer Jahre hunderten von exotischen Gegenden auf dem Mars einen Besuch abstatten und ein umfassendes und detailliertes Bild des Planeten zeichnen. Dieselbe Idee wird auch mit einem Leichtflugzeug namens Mars Hopper verfolgt, welches ebenfalls durch komprimiertes, flüssiges Kohlendioxid angetrieben werden und damit nonstop eine Strecke von 200 Kilometern überwinden soll. Doch ist es noch eine Frage der Technik, bis eine derartige Sonde in der dünnen Marsluft einsatzbereit sein wird.

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Im 2. Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts (vermutlich zwischen 2011 und 2014, eventuell schon zwei oder gar vier Jahre früher) hat in der unbemannten Raumfahrt aller Wahrscheinlichkeit nach eine sogenannte „Sample-Return-Mission“, also der Transport einer Bodenprobe von etwa 500 Gramm der verschiedensten (etwa 200 Proben 30 bis 100 unterschiedlicher Arten), von verschiedenen Rovern und Bohrsonden gesammelten Gesteinsproben vom Mars zurück zur Erde höchste Priorität. Dabei könnte die Mission mit einem sehr klein geplanten Rückkehrvehikel, dass auf seiner eigenen Landestufe starten würde, sehr viel Kosten sparen; besonders, wenn man mehrere Proben aus unterschiedlichen Regionen des Mars zusammentragen und zum blauen Planeten zurücktransportieren will. Und obwohl es nicht sehr wahrscheinlich scheint, dass in diesen 3-Gramm-Proben Fossilien gefunden werden,  ließen sich an jeder von ihnen tausende wertvolle Untersuchungn durchführen. Zwar wäre auf große Sicherheitsmaßnahmen zu achten, um die Erde nicht der - unwahrscheinlichen - Gefahr einer potenziellen Verseuchung durch eventuell sehr robuste (und daher gefährliche, wenn nicht gar tödliche) Marsmikroben auszusetzen, doch die Aussicht auf Erfolg lässt die Kritikerstimmen leiser werden: Solche Proben könnten nach der Rückkehr der Sonden jahrelang in den größten und besten Labors der Welt (man rechnet mit etwa 7 Jahren Planungs- und Bauzeit, um eine perfekte Quarantäne in beide Richtungen gewährleisten zu können) untersucht werden und die Marsforschung so einen gewaltigen Schub nach vorne bringen. Außerdem könnten die Bodenproben unterschiedlicher Regionen die Entscheidung maßgeblich mitbestimmen, an welcher Stelle zum ersten Mal Menschen den roten Planeten betreten.
Und wer weiß, vielleicht könnten diese Gesteinsbrocken eine der größten Forschungsaktionen aller Zeiten zu einem erfolgreichen Ende führen: Die Suche nach außerirdischem Leben.

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