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Koralleninseln gehören mit ihrem azurblauen Wasser, ihren weißen Stränden und sich wiegenden Palmen zu den Strandlinien der Welt, die die Phantasie am meisten beflügeln. Sie kommen nur in tropischen und subtropischen Gebieten vor und liegen oft in abgelegenen, ruhigen Teilen des Ozeans, was sie noch attraktiver macht. Korallen wachsen nicht überall im tropischen Meer. Warum wachsen sie wohl an der einen, aber nicht an der anderen Stelle in tropischen Gebieten? |
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Der Grund dafür liegt bei der Koralle selbst. Korallen bestehen aus unzähligen Polypen, die wiederum aus einem Kalkskelett bestehen, das von weichem, buntem Gewebe umgeben ist. Polypen haben einen Durchmesser von etwa 3 mm, ein Riff besteht also aus unzähligen Exemplaren. Es gibt rund 350 Sorten Polypen. Auch Fische, Seesterne und andere Stachelhäuter leben auf einem RifF, und schließlich gibt es dort auch Mikroorganismen, die ebenfalls Kalk ausscheiden, der auf den Meeresboden sinkt und die Polypen aneinanderkittet. Diese Polypen gedeihen nur in Wasser mit einer Mindesttemperatur von 20 Grad. Entlang den Westküsten der Kontinente wird oft kaltes Wasser aufgewirbelt, so daß die Mindestwassertemperatur nicht erreicht wird. Deshalb gibt es Korallen vor allem entlang der Ostküsten der Kontinente. Eine Koralle beginnt zu wachsen, wenn genug steiniger Untergrund vorhanden ist, an den sich die Polypen klammern. Dieser darf nicht in zu großer Tiefe liegen, denn die Polypen müssen auch ausreichend Licht bekommen. Korallen wachsen bis zu go m unter dem Meeresspiegel, die ideale Tiefe liegt jedoch bei 20 m unter Meereshöhe.
Unterseeische Vulkane bilden z.B. einen geeigneten felsigen Untergrund, und sie werden schließlich hoch genug, um für Korallenwachstum in Frage zu kommen. Doch gibt es nicht bei jeder tropischen Insel Korallen, weil Korallen sensibel aufgroße Mengen Sediment im Wasser reagieren und einen hohen Salzgehalt nötig haben. Deshalb darf nicht zuviel Süßwasser aus Flüssen ins Meer strömen, denn dieses verdünnt das Salzwasser zu sehr. Im Atlantischen Ozean gibt es zwischen 30" n. Br. und 30" s. Br., einem Gebiet, das in etwa den tropischen Gebieten der Erde entspricht, wenig Korallen, weil hier das Seewasser zu viel Sediment enthält, das große Flüsse wie der Mississippi, der Niger und der Amazonas ins Meer spülen. Dadurch bekommen die Korallen nicht genügend Licht und können von einer Sedimentschicht bedeckt werden |
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