Tropische Küsten

Die meisten Korallen findet man im östlichen Teil des Pazifiks. Korallenriffe werden anhand ihrer Genesis, der Entstehungsgeschichte, in drei Arten unterteilt: Saumriffe, Barriereriffe und Kranzriffe. Riffe entstehen um Inseln in tropischem Gewässer, die oftvulkanischen Ursprungs sind. Ein Riff bildet einen Ring um eine solche Vulkaninsel. In diesem Stadium spricht man von einem Saumriff.

Um Molokai auf Hawaii hat sich ein solches Saumriff gebildet. Vulkane, die sich im Meer befinden, sinken durch ihr eigenes Gewicht langsam wieder unter den Meeresspiegel, so daß die Landmasse einer Insel im Lauf der Zeit geringer wird. Da ein Vulkan äußerst langsam nach unten sinkt, kann das Wachstum des Riffs mit dem im Verhältnis zum Riffsteigenden Wasserspiegel Schritt halten. So behält das Riff seinen ursprünglichen Umriß, während die Fläche der Insel immer mehr abnimmt. So wird die Öffnung zwischen dem Riff und der Insel immer größer, und füllt sich schließlich mit Korallensand. Zwischen der Insel und dem Riff, das man in diesem Stadium Barriereriff nennt, entsteht eine flache Lagune. Ein solches Barriereriff findet sich z.B. bei der Insel Moorea, einem Teil der Society Inseln. Das letzte Stadium erreicht ein Riff, wenn die Vulkaninsel gänzlich unter dem Meeresspiegel verschwunden ist. Übrig ist dann nur noch ein ringförmiges Riff, das eine flache Lagune umschließt, man nennt es dann Atoll. Ein bekanntes Atoll ist z.B. Bikini. In einem solchen Atoll können sich kleine Inseln aus Korallensand bilden, die äußerst sensibel aufjeden Eingriff reagieren. Wenn zum Beispiel durch Ackerbau auf der Insel Vegetation verschwindet, wird der Sand nicht mehr gebunden und kann bei Regenfall wegspülen. Gerät dieses Sediment von der Insel in die Lagune, kann es das Riff mit einer Schicht bedecken und das Riff stirbt ab.

Auch in tropischen Gebieten gibt es Gezeiten. Dort entsteht jedoch nicht angeschwemmtes Vorland, sondern es wachsen Mangrovenwälder. Mangrovenbäume sind angepaßt an eine Salzwasserumgebung, die nur zeitweise unter Wasser steht. Sie haben Luftwurzeln, die dem Baum Luft zuführen, wenn der Wald unter Wasser steht. Mangroven, die in Indonesien, Nord-Australien, dem Amazonasdelta und dem Nigerdelta in Afrika vorkommen, binden Sediment. Es gibt sehr viele Arten Mangroven, je nach Standort. Dies ist u.a. abhängig vom Salzgehalt des Wassers, der Wirkung der Gezeiten und der Beschaffenheit des Bodens. Auf Sandboden wachsen andere Arten als auf eher schlammigem Boden. Bei den Mangroven unterscheidet man mehr als 80 Arten. Die Wurzeln der Mangroven dienen vielen Seetieren als schützende Wiege. Da Mangroven in einer sehr dynamischen und wenig stabilen Umgebungwachsen, bilden sie ein sehr sensibles Ökosystem. Ein Mangrovenwald, der einmal beeinträchtigt wurde, wird sich kaum regenerieren.

An vielen tropischen Stranden kommt beach rock vor. Er besteht aus Sand, der durch Kalziumkarbonat zusammenklebt, das sich aufgrund der in den Tropen hohen Verdunstung niederschlägt. Dieses Kalziumkarbonat stammt vom Grundwasser, das sich im Sand befindet und verdampft. Ist in verdunstendem Wasser ein bestimmter Stoff gelöst, wird dieser sich zu einem bestimmten Zeitpunkt absetzen. In höheren Breitengraden findet man auch Kalk auf den Stranden, die Verdunstung des Wassers ist jedoch nicht so hoch, daß er sich wieder absetzen kann. Beach rock ist äußerst erosionsresistent und schützt den Strand vor der erosiven Wirkung der Wellen.