Presse / Kritiken

 

> Saarbrücker Zeitung, 24.3.2002 <

Schwetzinger Zeitung, 09.03.2002

Musicalzirkel (Online-Zeitung), 7.1.2002

Saarbrücker Zeitung, 17.12.2001

Reutlinger General-Anzeiger (online),  6.12.2001

Stuttgarter Zeitung, 5.12.2001

Esslinger Zeitung, 5.12.2001

 

 

Anstrengend, so ein Eisbären-Leben!

„Am Polar, am Polar, gefällt’s uns wunderbar“, singt der kleine Eisbär. Auf der Bühne trägt der Musical-Held schwarze Kleidung, kein wolligwarmes, weißes Kostüm. Nanu? Keine Sorge, nur beim Sound-Check! Es ist schon etwas ganz Besonderes, den kleinen Eisbären bei den Proben zu beobachten.

Fast schon akrobatisch bewegen sich die fünf Akteure auf der Bühne. Der Sound und die Stimmen klingen so perfekt, dass man denken könnte, alles kommt vom Band. Doch der Gesang ist live und echt. „Wenn’s perfekt klingt wie auf Platte, sind wir wirklich gut!“, freut sich Natascha Cham. Die 28-Jährige schlüpft kurze Zeit später in ihr dickes Eisbären-Kostüm. Sie spielt die Hauptrolle in dem Kindermusical „Der kleine Eisbär“ des Kölner Cocomico-Theaters. Die musikalischen Abenteuer des kleinen Eisbären namens Lars sind ein Spaß für Groß und Klein. Aber für die Akteure auf der Bühne ist das Ganze auch mit großer Anstrengung verbunden.

Samstag Mittag, Congresshalle Saarbrücken: Natascha Cham sitzt in der Garderobe, malt sich mit schwarzer Farbe Schnurrhaare ins Gesicht. Auf dem Tisch liegen Tabletten gegen Grippe und Halsschmerzen. Ist sie etwa erkältet? „Nein“, sagt sie lachend, „zum Glück nicht. Die Medizin haben wir nur zur Vorsorge dabei, falls einer krank wird“. Eine Erkältung oder gar Heiserkeit  ist so ziemlich das Schlimmste für einen Musical-Star. Der Auftritt wäre höchst gefährdet.

 
Geburt eines Eisbären Für ihre Rolle im Kindermusical "Der kleine Eisbär"
verwandelt sich die 28-Jährige Natascha Cham vor jeder Vorstellung mit
Schminke und strahlend weißem Fellkostüm in die Hauptfigur, den
Eisbären Lars. Das Mikrofon (rechts) hat sich die junge
Schauspielerin aus Köln mit Tesafilm an die Wange geklebt.
Foto: Honk

Unter dem Eisbären-Kostüm herrschen tropische Temperaturen, auch wenn das Stück am Polarkreis spielt. Die Scheinwerfer verstärken die Hitze. Die kleinen Zuschauer bekommen davon nichts mit. Sie begleiten in ihrer Fantasie den kleinen Eisbären schließlich an den bitterkalten Nordpol. Und noch etwas weiß kaum einer: Der kleine Eisbär hat Tesafilm im Gesicht. Jawohl. Damit wird nämlich das Mikrofon befestigt. Es klebt an der rechten Wange. Ist das auf die Dauer nicht unangenehm?

Natascha Lacht. „Man gewöhnt sich daran. Die anderen Ensemble-Mitglieder tragen Heftpflaster im Gesicht. Das vertrage ich nicht. Da reißt bei  mir die Haut.“

Natascha ist in Köln Zuhause, seit Dezember vergangenen Jahres spielt sie den kleinen Eisbären. Noch ein Jahr wird sie in das Bären-Kostüm schlüpfen. Vor Auftritten hat sie kein Lampenfieber mehr. „Nur, wenn ich weiß, dass meine Freunde oder Verwandte im Publikum sitzen. Dann will man einfach zeigen, dass man sein Handwerk von der Pike auf gelernt hat“. Das hat sie. Natascha besuchte die Musicalschule in Hamburg, lernte dort Schauspiel, Gesang und Tanz. Für ihre Eisbären-Rolle schaute sie sogar auch Videos von echten Bären an. Gerne hätte sie im Zoo mal ein Tier aus der Nähe betrachtet. Doch in deutschen Zoos gibt es nicht oft Eisbären. „Vielleicht schaffe ich es mal, in einer Stadt aufzutreten, wo Eisbären im Zoo leben.“

Auf der Bühne sieht alles Kinderleicht aus. Der kleine Eisbär treibt mit seiner Freundin Pieps schlafend auf einer Eisscholle und beginnt seine Reise in fremde Länder. Die beiden begegnen in der gut besuchten Congresshalle Hippo, dem Flusspferd, Kapitän Nemo, dem Schiffskater, Theo, dem Schneetiger. „Das war einfach süß“, sagt nach der Aufführung eine Oma zu ihrem Enkel. Und der fünfjährige Oliver aus St. Ingbert wünscht sich nun einen Eisbären zum Freund. Die Kinder machen während der Vorstellung begeistert mit, klatschen, singen, tanzen, manche rennen auch wild durch die Halle. Das kleine Publikum ist immer in Bewegung. Dann macht es den fünf Akteuren auf der Bühne so richtig Spaß. „Am schönsten ist es für uns, wenn die Kinder aus sich herausgehen und sich nicht zurückhalten“, findet Natascha. Am Ende geht dann Groß und Klein nur noch eines durch den Kopf: „Am Polar, am Polar gefällt’s uns wunderbar!“


Schweißtreibend Das Eisbären-Kostüm von Natascha Cham
sieht schick aus, ist aber sehr warm.
Foto: Ver

 

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