Selma Lagerlöf 20.11.1858 - 16.03.1940

Selma Lagerlöf

Die Literatur Skandinaviens Ende des 19. Jahrhunderts übte auf die Weltliteratur einen großen Einfluß aus. Da gab es die Norweger Ibsen und Björnson, den Dänen Jacobsen und die Schweden Strindberg und Lagerlöf.
Selma Lagerlöf gehört einer epischen Tradition an, die ihren Ausgangspunkt in der isländischen Saga hat. Sie vereint auf magische Weise eine raffinierte Erzähltechnik, eine ideologische Botschaft und eine für jedermann zugängliche Einfachheit.
Das Übernatürliche und Mythische bricht sich bei ihr oft in Texten Bahn. Zwischenmenschliche Beziehungen werden auf eine harte oder übermächtige Probe gestellt.
Ihre Werke wurden bislang in vierzig Sprachen übersetzt und erscheinen in immer neuen Auflagen.

Aus "Gösta Berling":

"Ihr Kinder späterer Zeiten! Ich habe euch nichts neues zu erzählen, nur das, was alt und fast vergessen ist. Nur Märchen habe ich aus der Kinderstube, wo die Kleinen auf niedrigen Schemeln und die weißhaarigen Märchenerzählerinnen saßen, vor dem Holzfeuer in der Hütte, wo Knechte und Häusler saßen und schwatzten, während der Dampf aus ihren nassen Kleidern rauchte, und sie Messer aus der Lederscheide am Halse zogen, um Butter auf dickes, weiches Brot zu streichen, oder aus Sälen, wo alte Herren in wiegenden Schaukelstühlen saßen und sprachen, und, angeregt durch den dampfenden Grog, von alten Zeiten plauderten." (Gespenstergeschichten)



© Simone Pohlink
zuletzt erneuert: 17.07.04