Erster
Teil
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Ich bin einzige Tocher der
Eheleute Ernst-Walter Gottschalk und Wilhelmine geb. Ebrecht. Die Familie
Gottschalk ist seit dem Mittelalter in Solingen (Deutschland) ansässig.
Solingen ist weltbekannt durch seine Klingen-Fabrikation und die Herstellung von
Schwertern, Messern, Scheren, farmazeutischen Instrumenten etc etc. Das
Markenzeichen "Me fecit Solingen" sieht man auf Solinger Produkten in aller Welt.

Der Name Gottschalk (Gottesknecht
in Altdeutsch) erscheint zum ersten Mal in den Annalen im Jahre 835. Eine
sächsische Adelsfamilie Gottschalk schickte einen ihrer Söhne zum Theologie-Studium
in das mächtige Kloster in Fulda. 1491 wurde der Name offiziell registriert. Etwas später 1661 hört man im Bergischen Land
(Gebiet zwischen Rhein und Ruhr) von Erzeugnissen eines Schmiedes Gottschalk,
der wertvolle Schwerter und Klingen per Hand fertigte.
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Ein Zweig Gottschalk ist seit
mehreren Generationen in dem Ortsteil Solingen-GRÄFRATH beheimatet, wo
auch ich meine Kindheit und Jugend verbracht habe. Gräfrath wurde als
Klosteranlage von den Grafen von Berg als "Gravenrode" im Jahre
1097 gegründet. Es ist stolz darauf, das älteste Städtchen im
Bergischen Land zu sein. Heute stehen der Marktplatz und die umliegenden
Fachwerkhäuser unter Denkmalschutz. Die Landschaft im Bergischen Land hat
bewaldete Höhenzüge von ca. 1000 m Höhe und in den tiefen Tälern mit den
schmucken Fachwerkhäusern befinden sich, teilweise auch unter Denkmalschutz
stehend, die noch per Hand betriebenen Kotten (Schmieden). Die die Gegend
charakterisierenden schwarz-weissen Häuser und die grünen Wälder und Wiesen
bilden einen schönen Kontrast. Einen grossen Stellenwert haben die Frauen in
der Solinger Klingenindustrie eingenommen. Sie trugen die Halbfertigware in
Strohkörben auf dem Kopf aus den Tälern zur Weiterverarbeitung hinauf in
die Stadt. Der "Lewerfrau" ist im Stadtkern Solingens ein Denkmal
gesetzt worden.

Ich habe meine Kindheit
während des zweiten Weltkrieges verbracht. Bombenangriffe,
Luftschutzbunker und Lebensmittelrationen sind mir in bleibender Erinnerung. Und
die Hungerjahre ohne entsprechende Kleidung und ohne Heizung in den kalten
Wintern hat die gesamte Bevölkerung an den Rand der Verzweiflung getrieben. Im Jahre
1948 normalisierte sich für uns Deutsche durch die Währungsreform die
Situation. In der Zeit des "Deutschen Wirtschaftwunders" (1950 - 1960)
beendete ich meine Schule und Lehrzeit mit dem Titel " Bilingualer
Exportkaufmann" (deutsch-englisch) und ich arbeitete in bekannten
Exporthäusern in Solingen, Remscheid und Düsseldorf.
1961 lernte ich meinen Mann
Carlos Alfonso Harteneck kennen. Er ist Argentiner deutscher
Abstammung und in Buenos Aires - Argentinien wohnhaft. Wir heirateten im
Jahre 1962 und ich bin seitdem in Argentinien ansässig.
Auch
entdeckte ich den bekannten Musiker und Komponisten klassischer Musik
Louis Moreau Gottschalk (1829 - 1869), der die Eindrücke seiner Reisen durch
die Karibik und Zentral-Amerika in zahlreichen Kompositionen hinterliess. Z.B.
"Ojos Criollos" (Kubanischer Tanz) oder "Erinnerungen
an Puerto Rico" (Folklore-Eindrücke), etc.
Diese
family- web-site wurde mit seiner Musik untermalt.






