Geboren am |
31. März 1788 in Bangkok
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Vater |
Rama II |
Mutter |
Chao Chom Riem |
Name als Prinz |
Chesda Bondindra
(Chesdabodin) |
Name als König |
Phra Nang Klao Chaoyuhua (Rama
III) |
Krönungsdatum |
1824 |
Ende der Regentschaft
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1851 |
Gestorben am |
2. April 1851 |
Ehefrau |
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Kinder |
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Zum Zeitpunkt, als Rama II starb, war der
Kronprinz Mongkut als Mönch im Kloster. Deshalb wurde sein
Halbbruder Prinz Chesda Bondindra im Alter von 37
Jahren vom “Accession Council” zum Nachfolger bestimmt.
Bereits vor seiner Krönung galt er als sehr versiert in
Staatsangelegenheiten und Rechtsfragen, aber auch als
Kaufmann. Er kannte sich bestens in den Fragen des
internationalen und des nationalen Handels aus und wusste die
saisonalen Angebote zur rechten Zeit anzubieten. Dass die
Handelsbilanz mit anderen Staaten alles andere als
ausgeglichen war, machte ihm große Sorgen. Etwas dagegen zu
tun beschäftigte ihn so sehr (und erfolgreich), dass ihn sein
Vater bereits Chow Sua nannte, ein Terminus
chinesischer Herkunft, der soviel wie Chef des Handels
bedeutete (Taipa auf Thai).
Als König zeigte er eine außergewöhnliche Großzügigkeit und
Höflichkeit, die ihm die Anerkennung seines Volkes einbrachte.
Er bewies sich als fähiger Herrscher, während dessen
Regentschaft sein Reich durch die Einvernahme der
Vasallenstaaten im Norden und im Osten immer größer wurde.
Daneben entwickelte sich der Handel mit amerikanischen (erster
Kontrakt mit den Vereinigten Staaten 1833) und europäischen
Staaten.
Als Patron aller Religionen förderte er nicht nur den
Buddhismus, sondern beschützte auch die anderen, egal, ob es
sich um Brahmanen, Christen, Hindus oder Sikhs handelte.
Buddhistische Mönche und Novizen lud er in Bangkok und in den
Provinzen zu buddhistischen Schulungen ein. Er erstellte eine
neue Version der buddhistischen Tripitaka und verteilte
sie im ganzen Land. Er ging so weit, dass er den Mönchen sogar
die Benutzung verschiedener Schlösser als Schulungsort für den
Religionsunterricht erlaubte.
Auch bei der allgemeinen Bildung förderte er jeden, der
Talent zeigte. Der König veranlasste, dass ein neues Schulbuch
Chindamanee für den Unterricht geschrieben worden ist,
welches dann bis zur Zeit von König Rama V verwendet wurde. Er
machte Wat Phra Chettupon zum Zentrum des Wissens für
Literatur, Medizin, Buddhismus und Geschichte und pflanzte
Heilpflanzen im Tempelbereich.
In den Beziehungen zum Ausland bewegte er sich sehr
vorsichtig, da er die Integrität und die Souveranität seines
Königreiches zu beschützen hatte in einer Zeit, in der
benachbarte Länder kolonialisiert wurden. Aber er gab die
Empfehlung aus, sich vor den Einflüssen des Westens in Acht zu
nehmen, daraus zu lernen, wenn etwas Brauchbares für das
eigene Land dabei sei, sich im übrigen aber durch deren Art,
zu leben, nicht verrückt machen zu lassen. Dieser Rat wurde
von den nachfolgenden Königen so erfolgreich adaptiert, dass
Thailand bis heute unabhängig geblieben ist.
Die wohl eindrucksvollste Handlung von König Rama III war
sein Verfahren, wie seine Thronnachfolge geregelt werden
sollte. Er sprach zu einem Auditorium von Leuten aller Ränge:
“Wenn irgend jemand in der königlichen Familie fit ist in
jeder Beziehung, in der täglichen Administration, in
religiösen Dingen und bereit, der Bevölkerung und des
Königreichs Unabhängigkeit zu verteidigen, diese Person soll
neuer König werden. Ihr könnt frei entscheiden ohne Rücksicht
auf meine eigenen Gefühle. Alles, um was ich bitte, ist, zur
Lösung von Konflikten keine Gewalt anzuwenden, die dem Volk
zwangsläufig Schmerzen zufügt.”
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