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Jahreswechsel |
Keine Antwort zum Streitthema "Mahnmal"
Oberbürgermeister will Fragenkatalog mit Schreiben aufarbeiten - Verwahrloste
Häuser
Schwandorf. (td) Wie würde Oberbürgermeister Hans Kraus reagieren, nachdem ihm zwei Tage vor der Bürgerversammlung ein umfangreicher Fragenkatalog zur gefälligen Beantwortung überstellt worden war, in dem es um Rechtsextremismus und das umstrittene Mahnmal ging? Um es kurz zu machen: Kraus reagierte ausweichend: Er bezog sich erfolgreich auf den letzten Satz des Schreibens von Fragesteller Johannes Simon, in dem die Möglichkeit einer schriftlichen Beantwortung eingeräumt wird. Mit anderen Themen hatte der OB weniger Probleme - die waren auch nicht politisch. "Klima des Verschweigens"Die Diskussion mit Johannes Simon war eine kurze. Der junge Mann bekam keine Antwort auf seine Anliegen, nur das Versprechen, sie würden in einem Brief beantwortet. Dabei wäre es durchaus interessant gewesen, eine Stellungnahme des Oberbürgermeisters zum Mahnmal-Thema in einer Bürgerversammlung zu hören. Kraus Ausweichen fand aber durchaus Zustimmung. Nicht wenige Zuhörer spendeten dem OB ob seiner Taktik ostentativ Beifall. So blieb Simon nur das bedauernde Resümee: "Mir geht es um das Klima in der Stadt, um ein Klima des Verschweigen: Dagegen sollte auch der Oberbürgermeister etwas tun." Andere Anfragen beantwortete Kraus gern. Zum Beispiel ging es um die Fichtlanlage. "Sie wird von der geplanten Erschließungsstraße durch das Tonwarenfabrik-Gelände nur wenig betroffen," versicherte der OB. Lediglich ein schmaler Anlagenstreifen müsse für einen Bürgersteig geopfert werden. Nicht Fußgängerzone, verkehrsberuhigtThema Fronberger Straße: "Wird im Frühjahr fertig." Hollersteg: ,,Da kam uns das Hochwasser dazwischen, wird aber Anfang April fertig." "Schleichweg" von Prissath über den Holzberg: "Der wird nicht ausgebaut, um die Beschwerden aus Prissath wegen des Durchgangsverkehrs nicht zu vermehren." Ein Anwohner der Hummelstraße hatte ein generelles Problem: "Warum sind wir nicht gefragt worden, bevor nun die Hummelstraße verkehrsberuhigt ausgebaut wird?" Kraus nahm sich Zeit für die Antwort. Er erläuterte, daß es einfach nicht möglich sei, vor jedem Straßenausbau eine Befragung vorzunehmen, deren Ergebnis vielleicht schon zwei Wochen später überholt sei. Natürlich sei es richtig, daß ein verkehrsberuhigter Ausbau für die Anwohner teuerer sei - "aber nur unwesentlich." Auch das Dauerthema Fußgängerzone Friedrich-Ebert-Straße fand seinen Niederschlag. "Verkehrsberuhigung wäre die bessere Alternative," versicherte der OB. Zum geplanten, aber heftig umstrittenen Tonabbau in Prissath gibt es noch nichts Neues, nachdem er laut Regionalplan Oberpfalz Nord durchaus erlaubt sei. "Wir haben uns dagegen gewandt, wir wissen aber nicht, ob wir obsiegen." Neuer Textil-Großhändler?Einem Teilnehmer der Bürgerversammlung waren die teilweise verwahrlost aussehenden Gebäude in der Friedrich-Ebert-Straße (gegenüber Buchhandlung) ein Dorn im Auge. Laut Kraus tue sich aber schon etwas: "Die gehören einem Immobilienmakler aus Regensburg und der ist angeblich darüber, dafür eine interessante Handelsnutzung zu finden." Von Textilien sei in diesem Zusammenhang die Rede gewesen. Weinstube: Nächtlicher Lärm nervtNochmals Innenstadt, diesmal Breite Straße. So gelungen die Sanierung des Färberhauses auch sei, beschwerte sich ein Anwohner nerve doch der nächtliche Verkehrslärm den die an und abfahrenden Gäste der Weinstube verursachen. "Das geht manchmal bis drei vier Uhr. Der OB versicherte die Situation werde sich bessern: "Es hat schon Gespräche gegeben" Der Neue Tag Schwandorf, 01.02.1999 |