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Jahreswechsel
2000/2001:
Drohungen und
rechte Gewalt
in der
Oberpfalz

"Hydepark" für Schwandorf

Freie Wähler lehnen Nutzung als Gewerbegebiet ab - Keine Fußgängerzone im Zentrum

Schwandorf. (hi). "Einen Hydepark" für Schwandorf wünschen sich die Freien Wähler auf dem Gelände der ehemaligen Tonwarenfabrik. Bei einer Versammlung am Dienstag in der Schmidt-Bräu-Gaststätte machte FW-Vorsitzender Werner Müller den Vorschlag, dort ein Freizeitzentrum mit Spiel- und Sportplätzen zu errichten und damit den Kindern im Stadtkern neue Freiräume zu eröffnen.

Die Nutzung als Gewerbegebiet lehnen die Freien Wähler ab, weil dadurch weitere Konkurrenz für die Geschäfte der Innenstadt entstünde. FW-Vorstandsmitglied Emil Jehl warnte ferner davor, durch das Gelände eine Straße zu bauen und verwies auf die hohen Bau- und Unterhaltskosten. Auch von einer Fußgängerzone im Zentrum halten die Freien Wähler nicht viel. "Die Innenstadt würde völlig veröden", zeigte sich FW-Stadtrat Dr. Hans Zilch überzeugt.

Mahnmal stößt auf Ablehnung

Auf Ablehnung stoßen bei ihm auch die Pläne auf Errichtung einer Mahnmales zum Gedenken an die Brandopfer vor zehn Jahren. "Wir wollen nicht, daß sich in Schwandorf noch mehr Chaoten tummeln", so die Begründung der Vorstandsmitglieder; die keinen "Täterkult" entstehen lassen wollen. Begrüßt wurde eine Verordnung der Verwaltung, daß Hunde in der Stadt grundsätzlich an der Leine geführt werden müssen. Die Freien Wähler würden zudem gerne Hundemarken einführen, um bei Vergehen leichter den Halter ermitteln zu können.

Kritik übten die Versammlungsteilnehmer an dem Vorschlag, den Haushalten einen zweiten Zähler einbauen zu lassen, der die Wassermengen für den Garten ermittelt. "Dadurch entstehen hohe Kosten und ein großer Verwaltungsaufwand", so der Einwand von Stadtrat Dr. Hans Zilch , der sich stattdessen für die erneute Einführung einer Pauschalregelung stark macht.

Schwandorf war einstmals eine Hochburg der Freien Wähler. Heute fristen sie in der Kreisstadt eher ein Schattendasein. "Das soll sich ändern", gibt Vorsitzender Werner Müller zu verstehen und will das Interesse junger Menschen an der politischen Arbeit wecken. Landesweit habe es für die Freien Wähler zwar nicht zum Einzug ins Parlament gereicht, doch mit 3,7 Prozent sei man viertstärkste Kraft in Bayern.

Der Neue Tag Schwandorf, 26.02.1999