Deutung der spanischen Ankunft

  Als man von Tenochtitlan, der Hauptstadt des Aztekenreiches, aus mächtige und unbekannte Schiffe näherkommen sah, glaubten nicht wenige, der Gott Quetzalcoatl kehre zurück. Diesem verdankten die Azteken die wichtigsten Weisheiten, Erfindungen und Nahrungsmittel. Zudem war er Gott des Windes und der Kaufleute. Montecuzoma hatte großen Respekt vor dem vermeintlichen, zurückkehrenden Gott. Er befragte Priester und Astrologen nach der Bedeutung dieser unbekannten Erscheinung und erhielt keine befriedigenden Antworten. Die Ungewissheit über die Bedeutung der Ankunft der Fremden machte ihm Angst, da man in der aztekischen Kultur sehr fest an regelmäßig wiederkehrende Zeitalter glaubte. Die Ankunft der Spanier, so nahm Montecuzoma an, müsse dementsprechend ein Zeichen sein für den Beginn einer neuen Ära. Es erscheint logisch, dass er als der momentane Herrscher deshalb um sein Leben fürchtete. Aus diesem Grund hatte er versucht, die Fremden durch immer wertvoller werdende Geschenke gnädig zu stimmen, damit diese ihn nicht mehr sehen wollen. Dazu gehörten Gewänder, die mit Edelsteinen verziert waren, goldene Tierfiguren, eine Sturmhaube voll von Goldkörnchen und ein goldener Sonnenstein. Es waren die kostbarsten Dinge, die es damals gab. Es zeigt uns, wie ernst es Montecuzoma wirklich damit war. Nachdem dieser Versuch gescheitert war, beauftragte Montecuzoma Magier damit, über die Herkunft und das Vorhaben der Fremden nachzuforschen und sie durch Zauberkraft mit Tod, Krankheit, Unheil und ähnlich schlimmen Dingen zu versehen. Die Fremden sollten nun also mit aller Gewalt vom Land abgehalten werden. Diese Methode funktionierte ebenso wenig wie das Abhalten mit Geschenken. Der Zauber der Magier blieb wirkungslos. Die Vorstellung, dass die Götter ihn sehen wollten, ließ Montecuzoma vor Angst erstarren.

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