....by Erich Kassing  

DIE SCHLACHT UM VERDUN - EIN BEITRAG ZUR MILITÄRGESCHICHTE DES ERSTEN WELTKRIEGES 1914 - 1918  

Verdun > Infanterie

                  

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DIE SCHLACHT UM VERDUN 
INFANTERIE
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Deutsche Infanteristen auf dem Weg zur Verdun-Front, 1916

Deutsche Infanteristen auf dem Weg zur Verdun-Front, 1916

Französische Infanteristen auf dem Weg  zur Verdun-Front, 1916

Der Begriff Infanterist ist eine Ableitung des spanischen Wortes Infant und  bedeutet Knecht oder Knabe.

Schon vor dem Ersten Weltkrieg war die Infanterie die schlachtentscheidende Hauptwaffe. Auch in der Schlacht bei Verdun hatte die Infanterie die Hauptlast des Kampfes zu tragen. Sie war eine auf den Nahkampf spezialisierte Waffe des Landheeres und gilt als eine der ältesten Waffengattungen. Die Infanterie war als Waffe relativ leicht auszubilden und auszurüsten. Sie konnte in jedemDeutsche Infanteristen mit MG 08/15 bei Verdun, 1917 Gelände zum Angriff ansetzen oder zur Verteidigung übergehen. Die Witterungsverhältnisse spielten dabei eine untergeordnete Rolle.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges stand dem deutschen Infanteristen eine den Erfordernissen angemessene Bewaffnung, Ausrüstung und Tarnfelduniform zur Verfügung. Bei Kriegsausbruch existierten 406 deutsche Infanterie-Regimenter bei einer Kriegsstärke von jeweils 3.000 Mann. Inklusive der Truppen des Ersatzheeres waren dies insgesamt 1,1 Mio. Soldaten. 

Jedes Regiment bestand aus drei Bataillonen, 12 Kompanien und einer MG-Kompanie. Zwei Regimenter bildeten eine Brigade, zwei Brigaden eine Division. Jedes Bataillon verfügte über eine fahrbare Feldküche.

DEUTSCHE ARMEEKORPS-KRIEGSGLIEDERUNG

  1 INFANTERIE-DIVISION   1 INFANTERIE-DIVISION
  4 Regimenter   4 Regimenter
12 Infanterie-Bataillone 12 Infanterie-Bataillone
  4 MG-Kompanien   4 MG-Kompanien
  1 Kavallerie-Regiment   1 Kavallerie-Regiment
  2 Feldartillerie-Regimenter   2 Feldartillerie-Regimenter
  1-2 Pionierkompanien   1-2 Pionierkompanien

Scheinwerferzug

  1-2 Sanitätskompanien   1-2 Sanitätskompanien
  1 Brückentrain   1 Brückentrain

1 Fußartillerie-Bataillon

1 Fernsprechabteilung

1 Fliegerabteilung

Munitionskolonnen

Trainabteilungen

usw.

Kampfentscheidend sollten der Kampfgeist und die Wirkung der Waffen sein. Standartwaffe der deutschen Infanterie: das Gewehr 98 mit dem Kaliber von 7,9 mmFür den Nahkampf war die Infanterie u.a. mit dem Gewehr 98 (Standardhandfeuerwaffe), dem Maschinengewehr 08/15, dem Spaten, der Pistole, der Handgranate, dem Bajonett und der Gewehrgranate bewaffnet. Die deutschen Soldaten vor VerdunDer 1916 zum ersten Mal vor Verdun eingeführte Stahlhelm M 16 trugen eine feldgraue bzw. graugrüne Uniform, Tornister, Mantel, Spaten, Koppel, Zeltausrüstung usw. Ab 1915 wurde die Ausrüstung durch eine Gasmaske ergänzt. 1916 führte man den neuen Stahlhelm ein, der dann vor Verdun seinen ersten Einsatz hatte.

Erst der Stellungskrieg bewirkte bei der Infanterie tiefgreifende Umwälzungen Die erste Gasmaske (Linienmaske) bestand aus einem gasundurchläßigen und gummierten Baumwollstoffinnerhalb der Organisation, der Bewaffnung, derLeichtes Maschinengewehr 08/15 Ausrüstung und der Kampfweise. Der Grabenkampf mit seinen hohen Verlusten führte zu einer Reduzierung der Etatstärke eines Bataillons von 1.000 auf 650 Soldaten. Gleichzeitig erhöhte man die Anzahl der MGs auf 12 Stück pro Bataillon. Granatwerfer und Minenwerfer kamen hinzu. Besonders das MG wurde zum Hauptträger des Stellungskrieges vor Verdun.

Deutsche Infanterie mit Gewehr 98 bei Verdun, 1916

Deutscher Infanterist vor Verdun, 1916

Deutsche Infanterie mit Gasmaske und Maschinengewehr 08/15 bei Verdun, 1916

Die deutsche Infanterie verteidigte sich in der Tiefe des Raumes erstmalig und erfolgreich 1917 an der Westfront mit einem beweglichen und offensiven Deutsche Wurfgranate, 1915Kampf- und Angriffsverfahren (Stoßtruppverfahren), verstreuten MG-Nestern und kleinen Kampfgruppen im Zuge einerLeichter deutscher Minenwerfer neuer Art, 1916 Auftragstaktik als Führungsstil. Im Vordergrund dieses Verteidigungskonzeptes stand die Schonung der eigenen Kräfte bei größtmöglicher Vernichtung der gegnerischen Truppen. Die Grundlage des Angriffsverfahrens bildete im deckungslosen Gelände der dichte und kampffähige Schützenschwarm. Der Kampfgeist der Truppe, ihre Feuerwirkung und eine genaue Abstimmung mit der Artillerie waren entscheidend für einen Sieg im Sturmlauf.

Trotz aller neuen Kriegserfahrungen hinsichtlich neuer Waffen, Kampfverfah- ren und Kampfmittel blieb die Infanterie die Hauptwaffengattung.
Quellen und Literatur:
  • Hirschfeld, Gerhard (Hg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg, München 2003. 
  • Linnenkohl: Hans: VOM EINZELSCHUSS ZUR FEUERWALZE. Der Wettlauf zwischen Technik und Taktik im Ersten Weltkrieg, Bonn 1996. 
  • Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hg.): Handbuch zur deutschen Militärgeschichte 1648-1939, 6 Bde., Bd. 5, Abschnitt 9, München 1979.
  • Ortenburg, Georg: Waffe und Waffengebrauch im Zeitalter der Millionenheere, Bonn 1992.
  • Werth, German: Verdun. Die Schlacht und der Mythos, Bergisch Gladbach 1979. 

 

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