....by Erich Kassing 

DIE SCHLACHT UM VERDUN - EIN BEITRAG ZUR MILITÄRGESCHICHTE DES ERSTEN WELTKRIEGES 1914 - 1918  

Verdun > Kampfhandlungen > 1916 - Der industrielle Krieg

                  

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DIE SCHLACHT UM VERDUN 
KAMPFHANDLUNGEN
1916 - DER INDUSTRIELLE KRIEG
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Deutsche Soldaten vor dem Angriff bei Verdun, 1916

 anschließender Besetzung

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Nach der Marne-Schlacht war Verdun von den Deutschen fast umzingelt. Deutsche Truppen drückten im Westen Verduns auf die Argonnen mit dem Vauquois-Hügel und südlich von Verdun auf St. Mihiel. Da die notwendigen deutschen Truppen für einen Großangriff auf Verdun fehlten, entschloß sich die Führung der 5. Armee, die Einnahme Verduns mit der Besetzung der großen Sperrforts gleichzusetzen. Es galt nun das Zwischenziel: den Krieg wieder in Bewegung zu setzen.

Der französische Dichter Maurice GenevoixWenn wir tot wären, wer hätte es je erfahren? 

Maurice Genevoix

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   DIE ANGRIFFSVORBEREITUNGEN BEI VERDUN

Spätestens Anfang 1916 begannen die sorgfältigen Vorbereitungen für einen Angriff (Deckname: Gericht) auf die Festungsstadt Verdun, 240 Kilometer vor Paris. Der Angriff war für den 12. Februar geplant und sollte sich auf das östliche Maasufer begrenzen. Die militärische Infrastruktur wurde massiv ausgebaut. Über 1.200 Geschütze unterschiedlichen Kalibers (7,7 cm, 13 cm, 15 cm, 21 cm, 30,5 cm, 38 cm und 42 cm) schafften die Deutschen an dem nur fünfzehn Kilometer breiten Frontabschnitt zwischen den kleinen Orten Consenvoye und Azannes östlich der Maas heran. Die 5. Armee verfügte außerdem über 202 Minenwerfer und starke Fliegerkräfte (168 Flugzeuge, mehrere Luftschiffe und einige Fesselballons).

Pausenlos fuhren Güterzüge in Richtung Verdun. Zwölf Eisenbahnlinien versorgten die deutsche 5. Armee mit Material und Munition. 1.300 Munitionszüge transportierten 2,5 Millionen Artilleriegeschosse (u.a. auch Gasgranaten) an die Front:


Im Westen marschierte das VII. Reservekorps (Richtung Haumont und Samogneux) auf, in der Mitte das XVIII. Armeekorps (Richtung Caures-Wald, Beaumont und Louvemont) und östlich das III. Armeekorps (Richtung Herbebois und Fossewald).


Der für den 12. Februar geplante Angriffstermin wurde aber noch einmal verschoben, da es stark regnete und eine Artilleriebeobachtung unmöglich wurde.

Natürlich blieben die deutschen Angriffsvorbereitungen den Franzosen nicht verborgen, jedoch antworteten diese nur defensiv. So wurde u.a. das Fort Douaumont nicht gefechtsbereit gemacht und vorher abgezogene Geschütze nur teilweise ersetzt. Die Franzosen verfügten außerdem nur über eine Schmalspurbahnlinie und eine Straße (La Voie Sacrée), beide ausgehend von Bar-le-Duc.

DIE SCHLACHT UM VERDUN

21. Februar - 15. Dezember 1916

 BETEILIGTE NATIONEN

Deutsches Reich

Frankreich

GENERÄLE UND BEFEHLSHABER

 

 

Joseph Jacques Joffre

Erich von Falkenhayn

Philippe Pétain

 

 

Robert Nivelle

EINGESETZTE DIVISIONEN

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105 Divisionen

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88 Divisionen

1.200.000 Soldaten ? Soldaten

EINGESETZTE SOLDATEN AM 21.02.1916 

(insgesamt)

500.000 Soldaten ? Soldaten

EINGESETZTE DIVISIONEN AM 21.02.1916

(nur Hauptangriffs-Frontabschnitt)

9 Divisionen 2-3 Divisionen

EINGESETZTE SOLDATEN AM 21.02.1916

(nur Hauptangriffs-Frontabschnitt)

100.000-150.000 Soldaten, davon 32.000 in vorderster Linie ? Soldaten

EINGESETZTE DIVISIONEN BIS 01.09.1916

47 Divisionen 80 Divisionen

GESCHÜTZE

1.225 800 (mobile und stationäre)

GRANATEN

21.000.000 15.000.000

TOTE, VERMISSTE UND VERWUNDETE

337.000 Soldaten 378.687 Soldaten

TOTE

100.000 Soldaten 100.000 Soldaten

TOTE PRO TAG

6.000 Soldaten

IN GEFANGENSCHAFT

60.000 Soldaten 70.000 Soldaten

Geschätzte Zahlen! Die genaue Zahl der bei Verdun getöteten Soldaten kann nicht mehr geklärt werden! Tendentiell beschönigten die offiziellen Quellen die Angaben über Verluste!

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   DER ANGRIFF AUF VERDUN

Als die 5. Armee, die unter der Führung des deutschen Kronprinzen Wilhelm von Preußen stand, am 21. Februar 1916, um 8 Uhr 12 (MEZ), mit einem Schuß aus einem im Wald von Warphemont stehenden 38-cm-Bettungsgeschütz auf das 13 Kilometer entfernte Verdun und einem neunstündigen Artillerieinferno von beispielloser Intensität angriff, konnte die deutsche Artillerie auf insgesamt 1.225 Geschütze und 2.500 000 Granaten zurückgreifen. Ab 13.30 Uhr intensivierten 150 Minenwerfer zusätzlich das Trommelfeuer. Um 17.00 Uhr, das Artilleriefeuer hatte inzwischen die hinteren französischen Stellungen erreicht, verließ die erste Angriffswelle, Pioniere mit Flammenwerfern, die Gräben. Der Name Verdun zog um die Welt. Der Kampf um die Stadt an der Maas wurde Eine der Ausgangspositionen der 5. deutschen Armee am 21. Feb. 1916, 1916 legendär und zum Sinnbild eines grausamen sinnlosen Krieges.

Nach groben Schätzungen fielen am 21. Februar 1916, dem ersten Angriffstag, allein im Bois des Caures auf nur einem halben Quadratkilometer 80.000 Granaten! Am 22. Februar erfolgte die deutsche Eroberung des Bois des Caures. Während der besonders erbitterten Kämpfe wurde auch der französische Oberstleutnant Émile Driant getötet, der die Verteidigung des dichten Waldes geleitet hatte. Den Deutschen gelang außerdem die Einnahme des Dorfes Haumont, des Bois de Champneuville und des Bois de Brabant. Am 23. Februar besetzten deutsche Soldaten die Dörfer Brabant, HerbeboisDeutscher Sturmangriff vor Verdun, 1916 und Wavrille. Es folgten heftige Kämpfe um das Dorf Samogneux. Das XVIII. Infanterie-Korps besetzte am 24. Februar unter schweren Verlusten das Dorf Beaumont.

Deutsche und französische Soldaten standen sich aber nicht mehr von Angesicht zu  Angesicht gegenüber, denn die Artillerie beherrschte das Kampfgeschehen. Den Französischer Soldat vor Verdun, 1916 Bajonettkampf gab es nur selten. Den größten Teil seines Kriegseinsatzes verbrachte der  deutsche Soldat, ausgerüstet mit Gasmaske, teilweise mit dem neuen Stahlhelm M 1916, dem schweren Schanzzeug und der eisernen Ration, hinter der Front. In den oft feuchten Gräben herrschten extreme Temperaturen. Stundenlanges Trommelfeuer demoralisierte die Soldaten und stumpfte sie ab. Es gab nur noch einen Gedanken: den Gedanken an ein Überleben! Die Materialschlacht verselbständigte sich, die Abnutzungstheorie feierte ihre Triumphe. Die Technik machte aus dem Krieg ein Massensterben (Kanonenfutter).

Schon am 25. Februar 1916 wurde nach der Eroberung der Ruinen des Dorfes Bezonvaux ohne nennenswerten Widerstand das große Fort Douaumont von einer kleinen Gruppe deutscher Soldaten eingenommen. Die leichte Eroberung des alten Forts Douaumont wurde im Deutschen Reich als großer Sieg gefeiert. Fast sah es so aus, als würde der Fall Verduns kurz bevorstehen. Doch war die Einnahme des schwach besetzten Forts ohne taktische Bedeutung. 

Luftbild vom Fort Douaumont, 1915Großes Hauptquartier, 26. Februar 1916: Die Panzerfeste Douaumont, der nordöstliche Eckpfeiler der permanenten Hauptfestungslinie der Festung Verdun, wurde gestern durch das Brandenburgische Infanterieregiment 24 erstürmt und ist fest in deutscher Hand. 

Oberste Heeresleitung.

Noch am selben Tag, beeindruckt vom Verlust des Forts Douaumont, entschied Castelnau, Stellvertreter Joffres (1852-1931), das Gebiet vor Verdun unbedingt zu halten. Der für die  Durchführung der Verteidigung Verduns zuständige Offizier, Philippe Pétain (1856-1951), sah die Notwendigkeit der Koordinierung der französischen Artillerie und die Einrichtung einer wirkungsvollen Nachschubroute über die als La Voie Sacrée bekannt gewordene Straße nach Bar-le-Duc: Der einzige Versorgungsweg außerhalb der Reichweite deutscher Geschütze. Die la route (nach dem Krieg La Voie Sacrée, Heiliger Weg, genannt) war für die Franzosen die Schlagader für die Blutpumpe Verdun. So sorgten täglich 8.000 beschlagnahmte Fahrzeuge für die notwendige Versorgung der vor Verdun kämpfenden französischen Armee. Vom 22.2 bis 7.3. wurden ca. 190.000 Mann und 25.000 Tonnen Material transportiert. Verdun wurde zum Zentralpunkt der Verteidigung Frankreichs ernannt. 

Nachschubroute La Voie Sacrée, 1916

Erinnerungsstein an der La Voie Sacrée, 2002

General Pétain erkannte, daß es sich bei der nur auf das rechte Maas-Ufer beschränkten deutschen Besetzung um einen schweren taktischen Fehler  handelte. Als Konsequenz aus seinen Überlegungen ließ Pétain zahlreiche 155-mm-Geschütze auf dem linken Maas-Ufer in Stellung gehen, so daß dem deutschen VII. Reservekorps schwere Verluste zugefügt  werden konnten. Ihre neuen Artilleriepositionen gaben den Franzosen für ein wirkungsvolles Feuer eine völlig freie Sicht auf die deutschen Stellungen.

Der Erfolg gab Pétain recht: Ab dem 27. Februar 1916 kamen die Deutschen kaum noch vorwärts: Die deutschen Truppen blieben in der 2. Linie der Toter Mann, Rabenwald, Deutscher Graben, 1916 französischen Verteidigung hängen, da deren Stellungen in dem unübersichtlichen Gelände kaum noch auszumachen waren.

Ab dem 6. März versuchte die 5. deutsche Armee den Erfolg auf dem westlichen Maasufer zu erringen: u.a. die Höhen Toter Mann und 304. Nach anfänglichen Erfolgen blieb auch dort der Angriff stecken, die Front erstarrte in einem zermürbenden Stellungskrieg. Regenfälle erschwerten das Leben in den Stellungen. Oft standen die Soldaten in ihren Schützengräben bis zu den Knien im Wasser. Die Toten konnten nicht einmal begraben werden. Verdun wurde zum Massengrab (Die Blutpumpe). Im Durchschnitt wurde jeder Soldat bis zum Ende der Schlacht einmal verwundet.

Auch die Strategie der begrenzten Offensive brachte den Deutschen keine Erfolge mehr. Inzwischen hatte man auf beiden Seiten jeweils über 100.000 Gefallene und Verwundete  verloren! Die deutschen Verluste standen in keinem Verhältnis zum Geländegewinn.

Ab dem 9. März 1916 stürmten die deutschen Truppen, parallel zu den schweren Gefechten auf dem linken Maas-Ufer, gegen das südöstlich vom Dorf Douaumont gelegene Fort Vaux an.

Großes Hauptquartier, 9. März 1916: Vielfach steigerte sich die beiderseitige Artillerietätigkeit zu größerer Lebhaftigkeit. Die Franzosen haben den westlichen Teil des Grabens beim Gehöfte Maisons de Champagne, in dem gestern mit Handgranaten gekämpft wurde, wiedergewonnen. Westlich der Maas sind unsere Truppen beschäftigt, die im Rabenwald noch befindlichen Franzosennester auszuräumen. Östlich des Flusses wurde zur Abkürzung der Verbindung unserer Stellung südlich des Douaumont mit den Linien in der Woëvre nach gründlicher Artillerievorbereitung das Dorf und die Panzerfeste Vaux nebst zahlreichen anschließenden Befestigungen des Gegners unter Führung des Kommandeurs der 9. Reservedivision, Generals der Infanterie v. Guretzky-Cornitz, durch die posenschen Reserveregimenter Nr. 6 und 19 in glänzendem nächtlichen Angriff genommen ...

Oberste Heeresleitung. 

Der Kampf um das Fort Vaux kostete auf deutscher und französischer Seite 5.000 Tote und Verwundete!

Im April 1916 wurde Pétain von Joffre (1852-1931) abgelöst. Die Deutschen verloren in diesem Monat 40.000 Soldaten (Tote, Verwundete und Vermißte). Bis zum 20. Mai besetzten die Deutschen den Toten Mann und nahmen am 7. Juni das Fort Vaux ein. Im Monat Mai lagen die deutschen Verluste bei 55.000 Soldaten (Tote, Verwundete und Vermißte). Am 22. Juni 1916 erfolgte ein neuer Angriff der Deutschen, der einen Tag später auf der FrontlinieFranzösischer Frontgraben vor Verdun, 1916 Vaux-Fleury mit 78.000 Mann zum Höhepunkt der Schlacht führte. 

Inzwischen waren bei Verdun, bei nur 15 Kilometer Bodengewinn (!), auf jeder Seite fast 200.000 Soldaten verwundet oder gefallen! Einige Dörfer wurden vollständig zerstört: Beaumont, Haumont, Bezonvaux, Forges, Haucourt, Ornes, Douaumont, Vaux, Fleury, Cumiéres, Béthincourt waren im Trommelfeuer gestorben. Die Wälder existierten nicht mehr; der Boden war von unzähigen Granaten durchpflügt.

Am 11. Juli 1916 der letzte Angriff der Deutschen, bevor sie endgültig in die Deffensive gingen. Ab Mitte Juli wurde dann der Verlauf der Schlacht von den französischen Truppen dominiert. Sie stützten sich dabei auf ein neues, vorwiegend auf die Überraschung gegründetes Angriffsverfahren, der sog. Feuerwalze. Die Kräfte wurden für eine andere Schlacht dringender benötigt: der Schlacht an der Somme. Im August wurde Falkenhayn als Chef des Generalstabs durch Hindenburg und Ludendorff abgelöst.

Der industrielle Tod bei Verdun. Gefallene deutsche Soldaten werden von ihren Kameraden abtransportiert, 1916

Anfang Mai 1916 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung eines deutschen Soldaten an der Front vor Verdun nur noch 14 Tage!
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Der deutsche Dichter Franz Marc Verdun,- das hätte niemand geahnt, das ist das Unglaubliche.

Franz Marc

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Die am 21. Februar 1916 vor Verdun eröffnete Offensive hatte nur zu geringen Geländegewinnen geführt! Trotz zahlreicher Angriffe und großer Opfer schaffte es die deutsche 5. Armee nicht, Verdun einzunehmen. Am 24. Oktober begann der französische Gegenangriff, der die Deutschen endgültig in ihre Ausgangsstellungen zurückdrängte. Der Schlieffenplan war somit endgültig gescheitert; Deutschland hatte den Krieg schon verloren. Die schnelle Unterwerfung Frankreichs war mißlungen. Fortan prägte der grausame Stellungskrieg die Schlacht vor Verdun, Symbol für die Sinnlosigkeit des Abnutzungskrieges. Allmählich wurde es ruhiger an der Verdunfront. 
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VERDUN-CHRONIK 1916

21.02. 8.12 Uhr. Beginn der Schlacht um Verdun mit der deutschen Großoffensive der 5. Armee unter Kronprinz Wilhelm auf Verdun.
22.02. Einnahme des Dorfes Haumont.
23.02. Brabant wird von den Franzosen geräumt; der Herbebois von den Deutschen genommen.
24.02. Fosses-Wald, Chaume-Wald, Caurieres-Wald, Caures-Wald, Höhe 344 sowie die Dörfer Samogneux, Ornes und Beaumont werden von den Deutschen genommen.
25.02.

Die Franzosen räumen den Pfefferrücken und die Côte de Talou. Die Deutschen nehmen das Fort de Douaumont sowie das Dorf Louvemont ein. General Pétain übernimmt mit dser 2. Armee die Verteidigung bei Verdun.

26.02. Die Ouvrages Bezonvaux und Hardaumont werden genommen.
02.03. Die Deutschen erobern das Dorf Douaumont.
04.03. Ende der ersten Phase der Schlacht um Verdun.
06.03. Beginn des deutschen Angriffs auf das linke Maas-Ufer.
07.03. Die Deutschen nehmen den Gansrücken und den Rabenwald.
08.03. Die Franzosen erobern den Rabenwald zurück. Die Deutschen erobern Teile des Dorfes Vaux.
09.03. Die Deutschen fassen auf dem "Toten Mann" Fuß.
14.03. Deutsche Soldaten erobern die Nordkuppe der Höhen "Toter Mann" und 265.
18.03. Deutsche Angriffe gegen den Caillette-Wald.
20.03. Bayerische und württembergische Regimenter besetzen die Wälder von Avocourt und Malancourt. Es sind die Infanterie-Regimenter 3, 10 und 22 (stammen aus Augsburg, Ingolstadt und Zweibrücken) sowie das Landwehr-Bataillon 120.
31.03. Schlesische Truppen erobern das Dorf Malancourt.
05.04. Französische Angriffe von Herméville und St. Maurice aus.
07.04. Das Dorf Haucourt wird von den Deutschen genommen.
08.04. Schlesische Truppen erobern das Dorf Béthincourt.
19.04. General Mudra übernimmt alle deutschen Truppen rechts der Maas als "Angriffsgruppe Ost".
28.04. Unter General von Gallwitz entsteht links der Maas die "Angriffsgruppe West".
30.04. Pétain wird Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte. Nivelle übernimmt die 2. Armee. Die Deutschen erobern das Dorf Malancourt.
01.05. Verlustreiche Angriffe der Deutschen auf den Caillette-Wald und das Fort de Vaux.
04.05. Angriff der Deutschen auf die Höhe 304.
07.05. Deutscher Angriff gegen den Thiaumont-Rücken.
08.05. Im Fort de Douaumont katastrophales Explosionsunglück: 650 deutsche tote Soldaten. Die Höhe 304 wird von deutschen Truppen besetzt.
20.05. Einnahme des "Toten Mannes" durch die Deutschen.
22.05. Französischer Gegenangriff bis zum Fort de Douaumont.
01.06. Der Caillette-Wald wird von den Deutschen besetzt.
07.06. Das Fort de Vaux kapituliert  vor den deutschen Angreifern.
09.06. Eroberung der Thiaumont-Ferme durch die Deutschen.
21.06. Beginn der neuen deutschen Offensive rechts der Maas. Eroberung des Dorfes Fleury, des Ouvrages de Thiaumont und die vorläufige Besetzung des Ouvrages de Froideterre. Das "Kleine Depot" wird von deutschen Soldaten erobert.
22./23.06. Die Deutschen setzen in der Nacht auch Gas ein. Das deutsche Alpenkorps stürmt über den Bahndamm in das Dorf Fleury und gelangt bis zur "Filzlaus-Stellung". Vordringen der Deutschen bis zum Ouvrages de  Froideterre.
24.-27.06. Starke französische Gegenangriffe bei Thiaumont und Fleury.
11./12.07. Letzter deutscher Großangriff östlich der Maas. Erich von Falkenhayn ordnet die Defensive an. Einnahme der "Poudriére de Fleury" (M-Räume von Fleury). 
12.07. Deutscher Angriff auf Fort de Souville: Weitester Vorstoß der deutschen Truppen vor Verdun.
23.08. Der Chef der 5. Armee, General von Knobelsdorf, wird abgelöst.
29.08. General von Falkenhayn muß zurücktreten: Generale Ludendorff und Hindenburg übernehmen das Oberkommando. Die Westfront wird in zwei Heeresgruppen eingeteilt: Heeresgruppe "Bayerischer Kronprinz" und Heeresgruppe "Deutscher Kronprinz".
02.09. Auf Befehl Ludendorffs wird der deutsche Angriff auf Verdun eingestellt.
04.09. Im Tunnel von Tavannes eine große Explosion. Zahlreiche französische Soldaten werden getötet.
10.09. Die deutschen Soldaten werden über das Angriffsende auf Verdun informiert.
23.10. Ein Brand im Fort de Douaumont fordert erhebliche deutsche Verluste.
24.10. Französischer Großangriff: Französische Truppen dringen bis zum Steinbruch Haudromont vor. Fleury, Thiaumont, Chaprite, "Kleines Depot", Dorf Douaumont und Fort de Douaumont werden von den Deutschen geräumt. Franzosen nehmen das Fort de Douaumont wieder ein.
02.11. Das Fort de Vaux wird von den Franzosen wieder besetzt.
12.12. General Nivelle übernimmt die französische Oberste Heeresleitung.
15.12. Beginn des zweiten großen französischen Gegenangriffs auf dem Ostufer. Die Franzosen erobern die Dörfer Bezonvaux und Louvemont zurück, die sie zu Anfang der Schlacht verloren hatten. Pétain kündigt das Ende der Schlacht von Verdun an. Beide Seiten stellen die Kämpfe ein.
Quellen und Literatur:
  • Chickering, Roger: Das Deutsche Reich und der Erste Weltkrieg, München 2002. 
  • Ettighoffer, Paul: VERDUN. Das große Gericht, München 1992. 
  • Fischer, Kurt/ Klink, Stephan: Spurensuche bei Verdun, Bonn  2000. 
  • Hirschfeld, Gerhard (Hg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg, München 2003. 
  • Strachan, Hew: Der Erste Weltkrieg. Eine neue illustrierte Geschichte, München 2003. 
  • Spilker, Rolf/ Ulrich, Bernd (Hg.): Der industrielle Krieg 1914-1918, Osnabrück 1998.
  • Werth, German: Verdun. Die Schlacht und der Mythos, Bergisch Gladbach 1979.

Weiterführende Literatur:
  • Beil, Christine u.a.: Der Erste Weltkrieg, Berlin 2004.
  • Berghahn, Volker: Der Erste Weltkrieg, München 2003.
  • Falkenhayn, Erich von: Die Oberste Heeresleitung 1914-1916 in ihren wichtigsten Entschließungen, Berlin 1920.
  • Ferguson, Niall: Der falsche Krieg. Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert, München 2002.
  • Fischer, Fritz: Griff nach der Weltmacht. Die Kriegspolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/ 18, Düsseldorf 1977 (Nachdruck von 1967).
  • Fromkin, David: Europas letzter Sommer, München 2005.
  • Hirschfeld, Gerhard u.a. (Hg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg, Paderborn 2003.
  • Tuchmann, Barbara: Aufgust 1914, Taschenbuch, Ffm. 2001.
  • Wehler, Hans-Ulrich: Das Deutsche Kaiserreich 1871-1918, Göttingen 1983.
weiter mit Kriegsverlauf:

Das lange Jahr

Nach der erbitterten Zermürbungsschlacht um Verdun wurde es ab 1917 an diesem Frontabschnitt ruhiger. Es gab zwar noch einige kleinere Auseinandersetzungen, Vorstöße und Begradigungen eigener Positionen, doch blieb die Lage stabil.

    

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