...by Erich Kassing  

DIE SCHLACHT UM VERDUN - EIN BEITRAG ZUR MILITÄRGESCHICHTE DES ERSTEN WELTKRIEGES 1914 - 1918  

Verdun > Frontalltag > Einleitung
                  
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DIE SCHLACHT UM VERDUN 
FRONTALLTAG 
EINLEITUNG
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Am 21. Februar 1916 griffen die bei Verdun stehenden deutschen Truppen die stärkste Festung Frankreichs an. Nach zehn Monaten war der Kampf vorbei. Über 200.000 Tote lagen auf dem Schlachtfeld. Am Frontverlauf hatte sich fast nichts geändert. So wurde Verdun zum Inbegriff für den Stellungskrieg und das sinnlose Sterben deutscher und französischer Soldaten.

Frontlandschaft vor Verdun, 1917

Aber selbst vor Verdun wurde nicht ständig gekämpft. Letztlich überwogen auch hier die periodischen Ruhepausen: die ängstlichen und sorgenvollen Stunden und Tage vor einem neuen Angriff! Zum Frontalltag existieren nur noch wenige Zeugen. Der größte Teil der Militärdokumente lagerte zuletzt im Heeresarchiv in Potsdam und wurde in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges durch Bomben vernichtet!

FELDPOST

Die Feldpost bildete den einzigen Kontakt zwischen der kämpfenden Truppe und ihren Angehörigen, zwischen Front und Heimat, war oft deren einziges Lebenszeichen und sollte die Alltagskommunikation ersetzen. Geschrieben wurden die unzähligen Karten und Briefe zumeist in den Ruhepausen zwischen den Fronteinsätzen. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges nahm die deutsche Feldpost umgehend ihre Tätigkeit auf. Schon am 3. August konnte man die ersten Kriegspostkarten mit den schönen Bildchen in den Schaufenstern betrachten. 250 größere Verlage und etliche Kleinbetriebe teilten sich die Postkartenherstellung.

KRIEGSTAGEBÜCHER

Das persönliche Fronttagebuch, der Kalender, das Taschenbuch oder Notizbuch, dienten dem Soldaten als Gedächtnisstütze: Daten wie Ortsnamen, Marschbewegungen und Namen von Vorgesetzten und Kameraden wurden in den Ruhepausen schnell fixiert. Grundsätzlich war das Führen eines Tagebuches aber verboten. Aus diesem Grund sind die meisten Texte erst Tage oder Wochen später niedergeschrieben oder zumindest ergänzt worden. Kriegstagebücher wirken daher oft unstimmig und unglaubhaft.

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SCHÜTZENGRABEN

Der Stellungskrieg veränderte das traditionelle Bild vom Krieg: Entmenschlichung des Individuums zu Masse und Material und Spekulation auf Ausblutung des Gegners. Das wesentlichste Element des Stellungskrieges wurde der Schützengraben! Es war der Ort des Bangens und Wartens unzähliger französischer und deutscher Soldaten! Unter der Einwirkung des ständigen Artilleriefeuers verwandelte sich das Schlachtfeld vor Verdun in eine unwirkliche Trichter- und Mondlandschaft. Der Schützengraben symbolisierte Stagnation: die feindlichen Truppen standen sich nur noch gegenüber, ohne einen entscheidenden militärischen Vorteil für sich verbuchen zu können.

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BEREITSCHAFT & RUHESTELLUNG

1/3 der Soldaten kämpfte eine Woche direkt im Frontbereich, 1/3 befand sich eine Woche lang hinter der Front in Bereitschaft und 1/3 lag eine Woche in der Ruhestellung weit hinter der Front, außerhalb der gegnerischen Artillerie.

So lagen z.B. in der Brûle-Schlucht am Südhang in Erdlöchern und schwach ausgebauten Stollen die deutschen Bereitschaftsbataillone und Regimentsgefechtsstände.

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