....by Erich Kassing 

DIE SCHLACHT UM VERDUN - EIN BEITRAG ZUR MILITÄRGESCHICHTE DES ERSTEN WELTKRIEGES 1914 - 1918  

Verdun > Luftkrieg > Einleitung

                  

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DIE SCHLACHT UM VERDUN 
LUFTKRIEG
EINLEITUNG
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 FLUGZEUGE IM LUFTRAUM VERDUN

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs war die Militärluftfahrt wenig entwickelt. Es war der erste Krieg, in dem man Luftstreitkräfte einsetzte, wenn auch noch in einem bescheidenen Ausmaß. Innerhalb der Verkehrstruppen waren Flieger- und Luftschifferformationen organisatorisch getrennt. 

Die Luftstreitkräfte wurden im Ersten Weltkrieg stark ausgebaut und bildeten eine eigene Waffengattung. Der neue Stellungskrieg erforderte wichtige Aufklärungsoperationen. Zur Luftaufklärung wurden hauptsächlich Flugzeuge, Ballone und Luftschiffe benötigt. Hauptaufgabe der Fliegerei war anfangs nicht die Artillerieunterstützung, sondern die Fernerkundung für die militärisch-operative Führung.

EINSATZBEREITE FLUGZEUGE

Deutschland  Frankreich 
Insgesamt am 01.08.1914 Insgesamt am 01.08.1914
232 Flugzeuge: 165 Flugzeuge:
33 Feldfliegerabteilungen mit je 6 Flugzeugen 21 Staffeln mit je 6 Flugzeugen
8 Festungsfliegerabteilungen mit je 4 Flugzeugen 4 Geschwader mit insgesamt 63 Flugzeugen des britischen Expeditionskorps
Bei Verdun am 21.02.1916 Bei Verdun am 21.02.1916
168 Flugzeuge ?  Flugzeuge

In den ersten Monaten des Ersten Weltkrieges wurden auch über Verdun die ersten Flugzeuge überwiegend für die Luftaufklärung eingesetzt. Für Deutschland Französischer Pilotenhelm war dies die Rumpler-Taube; für Frankreich der Eindecker vom Typ Blériot und die Zweidecker der Typen Bréguet und Voisin. Die Flugzeuge erreichten eine Höhe bis zu 3.000 m bei einer Höchgeschwindigkeit von fast 120 km/h. Die Anzahl der Flugzeuge war gering, steigerte sich aber im Verlaufe des Krieges mit deren zunehmender Bedeutung. Das Flugzeug wurde zum eigentlichen Luftkampfmittel. Deutscher Pilotenhelm

Anfangs wurden noch Bombenflüge auf wichtige Eisenbahnknotenpunkte wie Barle-Duc, Ligny und Verdun durchgeführt. Mit zunehmender Überlegenheit der französischen Flieger konzentrierte man sich dann nur noch auf die defensiven Beobachtungs- und Sperrflüge: Luftaufklärung und Verhinderung des Eindringens französischer Flieger in das deutsche Hinterland. Gefürchteter als feindliche Flieger waren die Flugbahnen der schweren Artilleriegeschosse. Mit Fliegerbeobachtung wurde in den ersten Kriegswochen nur gelegentlich Die Nieuport 11 wurde bei Verdun 1916 vom französischen Flieger Navarre geflogen. geschossen. 

Im Gegensatz zu Deutschland existierte in Frankreich schon eine zentral geleitete Luftaufklärung. Es waren auch die Franzosen, die das erste Jagdflugzeug (Morane- Eindecker-Flugzeug) konstruierten, das ein nach vorne gerichtetes Maschinengewehr besaß. Bis dahin hatte man mit Pistolen, Gewehren oder einem auf dem rückwärtigen Bobachtersitz befestigten MG aufeinander geschossen.

Die Maschinen der preußischen und bayerischen Fliegertruppe unterstanden Anfang des Krieges der Generalinspektion des Militärverkehrswesens. Jeder Armee und jedem Korps wurde eine eigene Feldfliegerabteilung mit jeweils sechs Flugzeugen zugeteilt. Das rasche Anwachsen und die zunehmende Bedeutung der Luftstreitkräfte führte aber schon bald zu einer Umstrukturierung der deutschen Luftstreitkräfte: 

Am 26. April 1915 wurde zum ersten Mal die Stelle eines Chef des  Feldflugchefs eingerichtet, dem alle Fliegerkräfte unterstanden. Im selben Jahr konstruierte der Kunstflieger Anthony Fokker (1890-1939) im Auftrag der deutschen Obersten Heeresleitung den Jagdeindecker Fokker E.I, der mit einem starr eingebauten, motorsynchronisierten und in Flugrichtung durch den Propellerkreis feuernden LMG 08/15 Spandau ausgestattet war. Der Angriff auf die feindlichen Flugzeuge erforderte nun ein schnelles und wendiges Flugzeug.

Erst mit dem speziell für den Luftkampf entwickelten einsitzigen Fokker- Fokker E.I (Eindecker). Flugzeugtyp, der von Boelcke, Böhme und von Richthofen geflogen wurde, 1916 Eindecker-Jäger und Aufklärer E.I, der ein mit Propeller synchronisiertes Spandau-MG in Flugrichtung besaß, konnten die Deutschen im Luftkrieg ab Mitte April 1915 für acht Monate wieder die Oberhand gewinnen. Für die Alliierten wurde das neue Flugzeug in den Jahren 1915 bis 1916 zur Fokker Scourge. Die untermotorisierte und nur wenig gebaute E.I wurde von der stärkeren E.II und später von der E.III abgelöst.

Als Antwort auf die Fokker-Geißel führten die Franzosen den bei den Piloten nicht beliebten Formationsflug ein: Durch eine Konzentration der Abwehrwaffen wurde der Feind auf Distanz gehalten. Eine Schutzmaßnahme für die Aufklärungsflugzeuge. 

DER LUFTRAUM ÜBER DEM SCHLACHTFELD BEI VERDUN

Die erste planmäßige deutsche Luftoperation fand während der Angriffsvor- bereitungen Anfang 1916 vor Verdun statt. Den deutschen Truppen standen insgesamt 168  Flugzeuge zur Verfügung, davon 40 Jagdeinsitzer (21 Fokker). Auf deutscher Seite existierten vor Verdun anfangs 6 Artillerie- Flieger-Abteilungen, jede mit 6 Flugzeugen ausgerüstet. Deutsche und Franzosen setzten zum ersten Mal vor Verdun ganze Jagdstaffeln im Kampf um die Luftherrschaft ein.

Während der ersten Wochen (Februar/März 1916) des deutschen Angriffs auf  Verdun beherrschten die Franzosen den Luftraum über dem Schlachtfeld. Die neuen französischen Nieuport- und SPAD VII-Maschinen waren dem Fokker-Eindecker überlegen. Die Franzosen hatten durch intensivere Erprobungen einen Vorsprung in der Verwendung des Flugzeuges als Kriegswaffe. Deutsche  Flugzeuge waren über Verdun vorerst nur selten zu sehen.

Von Guynemer u.a. bei Verdun geflogene Flugzeugtyp SPAD VII, 1917

Die Nieuport 17 mit der Nungesser 10 Abschüsse über Verdun gelang, 1916

Mitte 1916 wurde auf Anregung des Fliegerasses Oswald Boelcke die Aufstellung der deutschen Jagdflugzeuge in Jagdstaffeln (Jastas) zu etwa 9 Flugzeugen durch die Inspektion der Fliegertruppen beschleunigt.

Ab März 1916 konnten die Franzosen u.a. mit ihrem Jagdeinsitzer Nieuport 17 die Luftüberlegenheit über dem Schlachtfeld Verdun zurückgewinnen. Mit einer möglichen Flughöhe von 5.350 Metern überflügelte der schlanke und bewegliche Einsitzer den Gegenspieler von Fokker. Ende 1916 gewannen die Deutschen mit ihren Albatros- Doppeldeckern ihre Luftüberlegenheit wieder zurück.

Während zu Anfang der Schlacht die französischen Flugzeuge schon mit Maschinengewehre ausgestattet waren, mußten sich die deutschen Piloten noch mit Pistole, Schrotflinte und Gewehr begnügen. Im Gegensatz zu den Deutschen setzten die Franzosen ihre Flieger konsequent zur Leitung ihrer Geschützbatterien ein. 

Albatros D.I. Typ von Maschine, die von Boelcke und Böhme bei Verdun geflogen wurde, 1916

Albatros D.II Flugzeugtyp, der von Boelcke, Böhme und von Richthofen geflogen wurde, 1916

Die französischen Flugzeuge wurden so in den Ablauf der Schlacht fest einbezogen. Auf Grund dieser Vorteile errangen die Franzosen die absolute Luftüberlegenheit. Im Zuge der von den Deutschen durchgeführten defensiven Sperrflüge wurden im Frühjahr 1916 über Verdun drei deutsche Geschwader verschlissen.

ORGANISATION DER DEUTSCHEN LUFTSTREITKRÄFTE BEI VERDUN 1916-1918

KOMMANDEUR DER FLIEGER

Artillerie-Fliegerabteilung 239, Artillerie-Fliegerabteilung 285, Bombengeschwader der Obersten Heeresleitung 2, Armeeflugpark 5, Fliegerschule, Reihenbildzug 3, Jagdstaffeln u.a. 2, 4, 6, 10, 11, 12, 13, 14, 16 b, 21, 22 s, 23 b, 32 b, 34 und 65.

Feldflugplätze nahe Verdun: u.a. Marville, Cunel, Vaux, Sivry, Jametz, Stenay, Spincourt und Mont-devant-Sassey.

MAASGRUPPE WEST 

GRUPPENFÜHRER DER FLIEGER 14

Artillerie-Fliegerabteilung 254

Abschnitt Cheppy Artillerie-Fliegerabteilung 278 s, Schutzstaffel 20
Abschnitt Falkenberg Artillerie-Fliegerabteilung 296 b, Schutzstaffel 14
Abschnitt Ruisy Artillerie-Fliegerabteilung 249, Schutzstaffel 8
Abschnitt Torges Artillerie-Fliegerabteilung 274 

MAASGRUPPE OST

GRUPPENFÜHRER DER FLIEGER 1

Artillerie-Fliegerabteilung 222

Abschnitt Samogneux Fliegerabteilung 36
Abschnitt Granatental Fliegerabteilung 44 Lb
Abschnitt Hessenwald Artillerie-Fliegerabteilung 228 

MAASGRUPPE ORNES

GRUPPENFÜHRER DER FLIEGER 10

Artillerie-Fliegerabteilung 205, Artillerie-Fliegerabteilung 280

Abschnitt Vaux Artillerie-Fliegerabteilung 284 
Abschnitt Dieppe Artillerie-Fliegerabteilung 291, Schutzstaffel 22 b

MAASGRUPPE VAUX

 GRUPPENFÜHRER DER FLIEGER 6

Fliegerabteilung 9

Abschnitt Damloup Artillerie-Fliegerabteilung 244 s 
Abschnitt Etain Artillerie-Fliegerabteilung 207, Schutzstaffel 2

Während der Zeit starker organisatorischer Veränderungen und eines schnellen Das fanzösisches Flugzeug SPAD 13, 1916 technologischen Wettlaufs traten zum ersten Mal die Fliegerasse in Erscheinung.  

Ab dem 8. Oktober 1916 wurde der begabte Generalleutnant Ernst von Hoeppner (1860-1922), Kommandierender General, an die Spitze der Luftstreitkräfte (KoGenLuft) gesetzt. Hoeppner selbst unterstand unmittelbar dem Chef des Generalstabs des Heeres. 

Am 29. November 1916 ernannte man die bisherigen Stabsoffiziere der Flieger zu deren Kommandeuren. Damit war bis zum Herbst 1916 so etwas wie eine deutsche Luftwaffe entstanden.

Als leistungsfähigste Flugzeuge zählten auf deutscher Seite der Albatros D.III mit einer Motorleistung von 160 PS, einer Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h und einer Gipfelhöhe von 5.000 m und der Fokker D.VII mit 185 PS, 200 km/h und 6.000 m Gipfelhöhe. Auf französischer Seite waren es die Jagdflugzeugtypen Nieuport und SPAD.

Im Frühjahr 1917 deklassierten die Alliierten die Albatros-Jagdflugzeuge. Der Gegner war zahlenmäßig überlegen und besaß deutlich schnellere Flugzeuge. Erst im Mai 1918 konnte Fokker sein neues leistungsstarkes Jagdflugzeug D.VIII ausliefern.

Mitte 1917 erschien bei den Deutschen der berühmte Dreidecker Fokker Dr.I.Der luftgekühlte Neun-Zylinder-Umlaufmotor, 1915 Der Jagdflieger von Richthofen (1892-1918) galt in dieser Zeit als der meistgejagte und erfolgreichste deutsche Jagdflieger. Im Juli 1917 wurde unter dem Kommando von Richthofen das erste Jagdgeschwader (JG I) unter Zusammenfassung der Jagdstaffeln 4, 6, 10 und 11 mit 40-50 Flugzeugen aufgestellt. Insgesamt existierten bis 1918 zwei weitere Jagdgeschwader (JG II und III) mit 70 Jagdstaffeln und einem Soll-Bestand von 1.134 Flugzeugen.

1918 erkämpfte sich die hohe Anzahl von alliierten Flugzeugen auch bei Verdun die absolute Lufthoheit. Technisch überlegene Flugzeuge wie z.B. die 200 km/h schnelle Fokker D.VII mit einem geschweißten Stahlrohrrumpf konnten die deutsche Niederlage nicht mehr verhindern. Letztlich entschieden die alliierten Bodentruppen den Ausgang des Krieges.

Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges hatten sich die Luftstreitkräfte zu einer anerkannten und vollwertigen Kriegswaffe entwickelt. Die Zahl der militärischen Flugzeuge war bis auf das 15-fache gestiegen. Keine Armee konnte mehr auf diese Waffe verzichten. War man sich anfangs der Bedeutung von Jagdflugzeugen nur wenig bewußt, so war die wichtigste militärische Schlußfolgerung des Ersten Weltkrieges: 

Nur wer zukünftig die Luftherrschaft über das Gefechtsfeld gewinnt, kann das gegnerische Heer vernichten.

 BALLONE IM LUFTRAUM VERDUN

Mit der Verbesserung der Schußweiten entstand das Bedürfnis von Artillerie und Infanterie, das Kampffeld besser beobachten zu können. Da Kirchtürme oder Hügel vor Verdun nicht immer zur Verfügung  standen, benutzte man gasgefüllte Fesselballone, die mit Stahlkabeln am Boden verankert waren. Eine Telefonverbindung sicherte die entscheidende Kommunikation zwischen den in einem Korb stehenden leichtgewichtigen beiden Artilleriebeobachtern, zumeist waren es Offiziere der Kavallerie und der eigenen Batterie. Die Besatzung des Ballons verfügte über Ferngläser und Lichtbildkameras. Sie hatte den Auftrag, feindliche Artillerie- und Infanteriestellungen auszukundschaften. Das deutsche Heer verfügte Ende 1916 mittlerweile über 53 FLA mit 128 Ballonzügen, die von 53 Abteilungsstäben und 7 Ballonzentralen geführt wurden.

EINSATZBEREITE BALLONE

Deutschland  Frankreich 
Insgesamt am 01.08.1914 Insgesamt am 01.08.1914
20 Fesselbeobachtungsballone ? Kugelballone
Bei Verdun am 21.02.1916 Bei Verdun am 21.02.1916
12 Fesselbeobachtungsballone ? Fesselbeobachtungsballone

Deutscher Fesseldrachenballon (Parseval-Sigsfeld Ballon) bei Verdun, 1916Als am 21. Februar 1916 der Angriff auf Verdun stattfand, wurden zum ersten Mal auf deutscher Seite 12 Ballone koordiniert eingesetzt. Das A.O.K. 5 ließ ein spezielles Ballon-Leitungsnetz bauen und in einer eingerichteten Zentrale die Aufklärungsmeldungen der Feld- und Festungsluftschiffer auswerten und gezielt an die Einheiten weiterleiten. Jeder Ballonzug verfügte nur über einen Fesselballon. Ersatzballons wurden in besonders eingerichteten Feldschiffer-Depots bereitgehalten.

Im Stellungskrieg vor Verdun gewannen die technisch bedeutend verbesserten Fessel-Beobachtungsballone (Caquot-Ballon) bald an Bedeutung: Die mit Wasserstoffgas gefüllten Ballone verfügten über größere Steighöhen und konnten wesentlich schneller eingeholt werden. Parallel zum militärischen Einsatz der Ballone vollzogen sich rasante Entwicklungen auf den Gebieten hochwertiger Ballonkameras, der Bildaufnahmetechnik und der Nachrichtentechnik.

Die Beobachtungsballone wurden aber schnell ein Angriffsziel der gegnerischen noch jungen Flieger. Dies führte zu größeren Verlusten unter den Feldluftschiffern. Im Gegensatz zu den Jagdpiloten benutzten jedoch die Improvisierter deutscher Ballonschutz, 1916 Artilleriebeobachter konsequent ihre Fallschirme. Im Verteidigungsfall mußte der Ballon möglichst schnell mittels Einhol- oder Gleitrolle durch einen  Mannschaftszug, durch Pferdegespann oder durch ein Motorfahrzeug eingeholt werden. Zum Schutz der Ballone setzte man Maschinengewehre und Flugabwehrgeschütze ein.

Auf Grund der Materialknappheit wurden 1918 zwei Ballonzüge zu einem zusammengefaßt. Im Sommer 1918 verfügte das deutsche Heer über 186 Ballonzüge und 56 Abteilungsstäbe. 1918 war auch das Jahr der größten Verluste.

 LUFTSCHIFFE IM LUFTRAUM VERDUN

Achselklappe der Feld- und Ausgehuniform der deutschen Luftschiffertruppe, 1916Noch 1915 glaubte man fest an die Angriffsstärke der Zeppeline. 1916 aber wurde dieses Vertrauen schwer erschüttert. 

Die ersten Heeresluftschiffe leisteten weder eine erfolgreiche Feindauf- klärung, noch erfüllten sie ihre Rolle als Mittelstreckenbomber. Im Zuge der Schlacht bei Verdun wurden auch deutsche Luftschiffe eingesetzt. Sie hatten die Aufgabe Stadt und Festung Verdun, Versorgungswege und andere  militärische Anlagen anzugreifen. Für diese Aufgabe wurden vier Luftschiffe zur Verfügung gestellt, von denen aber zwei verloren gingen.

EINSATZBEREITE HEERESLUFTSCHIFFE

Deutschland Frankreich 
Insgesamt am 01.08.1914 Insgesamt am 01.08.1914
10 Starrluftschiffe, 1 unstarres Luftschiff 5 lenkbare Luftschiffe
Bei Verdun am 21.02.1916 Bei Verdun am 21.02.1916
4 Starrluftschiffe ?

Unter den sehr langsamen und verletzlichen Heeresluftschiffen befand sich auch LZ 47 (LZ 77) unter Führung von Hauptmann Horn. Noch während des Großangriffstages der Französische motorisierte Fliegerabwehrkanone bei Verdun. Sie beteiligte sich auch am Abschuß von LZ 77, 1916deutschen 5. Armee auf Verdun, am 21/22. Februar 1916, wurde das Luftschiff wie vorauszusehen von starkem französischen motorisierten Abwehrfeuer vernichtet. Alle 15 Besatzungsmitglieder fanden dabei den Tod.

Das zweite vor Verdun eingesetzte Luftschiff war LZ 65 (LZ 95). Das mit Bomben überladene fast 180 m lange und mit vier Maybach-Motoren angetriebene Luftschiff geriet in der hellen Mondnacht zum 22. Februar 1916 in ein schweres französisches Abwehrfeuer. Es landete und zerbrach nahe Namur. 

Im Frühjahr 1917 wurde aus vielerlei Gründen (u.a. Umstrukturierung der Luftstreitkräfte, Verbesserung der Jagdflugzeuge) der Fahrbetrieb mit Lenkluftschiffen und damit die Heeresluftschifffahrt eingestellt. Das Personal wurde den Feldluftschifferabteilungen übergeben.

Quellen und Literatur:

  • Almond, Peter. Aviation. Die Anfänge der Luftfahrt, Hagen 1997.
  • Bach, Martin: Luftfahrtindustrie im Ersten Weltkrieg, Allershausen 2003.
  • Bülow, Frh. von, Hilmer: Geschichte der Luftwaffe. Kurze Darstellung der Entwicklung der 5. Waffe, Ffm 1934.
  • Ehrhardt, Karl Friedrich: Die Geschichte der Militär-Ballone von 1794 bis zur Gegenwart, Zweibrücken 2002.  
  • Groehler, Olaf: Die Geschichte des Luftkrieges 1910 bis 1980, Berlin-Ost 1981 (nur Zahlenmaterial).
  • Haaland, Dorothea u.a..: Leichter als Luft. Ballone und Luftschiffe, Bonn 2002.
  • Hirschfeld, Gerhard (Hg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg, München 2003. 
  • Linnenkohl, Hans: Vom Einzelschuß zur Feuerwalze. Der Wettlauf zwischen Technik und Taktik im Ersten Weltkrieg, Bonn 1996.
  • Meyer, Peter: Luftschiffe. Die Geschichte der deutschen Zeppeline, Bonn 1995.
  • Mückler, Jörg: Deutsche Luftkriegsgeschichte 1914-1918. Aus der Chronik der Jagdstaffel 32, Zweibrücken 2001.
  • Thoß, Bruno/Volkmann, Hans-Erich: Erster Weltkrieg. Zweiter Weltkrieg. Ein Vergleich, Paderborn 2002.

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Jagdflieger

Zu den auf deutscher Seite vor Verdun stationierten Piloten zählten so berühmte Namen wie Oswald Boelcke, Erwin Böhme und Manfred von Richthofen. Bei den Franzosen müssen Georges Guynemer, Jean Navarre und Charles Nungesser erwähnt werden.

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